Der Erde geht`s nicht so gut. Katastrophen überall, Vulkanausbrüche, Erdebeben, Flutwellen, Stürme - das komplette Paket. Hört sich prinzipiell nach dem ganz normalen Alltag an. Aber wir wissen nun endlich, dass nicht der Mensch mit all seiner Profitgier am ganzen Dilemma schuld ist, sondern eine ausserirdische Macht, mit der Gier nach Unterhaltung: Ming, der Alterslose, der sich kurzerhand alle Tausend Jahre einen Planeten (Pech für uns - beim zufälligen Tippen auf der Sternenkarte hat die Erde das große #los gezogen) rausguckt, den er mit seinem goldigen Kumpel Klytus mal so richtig durchschüttelt, um zu überprüfen, ob die Bewohner "gefährlich" werden können.
Na, zum Glück gibt es da ja Flas(c)h(e) Gordon, Idol von Millarden, seines Zeichens Footballspieler und toller Hecht, der bei einem gewittrigen Meteoritenschauer zufällig sein Flugzeug mitten in der Forschungseinrichtung des wirren Professor Zarkoff notlandet. Der Prof fackelt nicht lange und erkennt direkt: "Hey, der Flash ist zwar echt keine Leuchte, aber der kann die Welt retten!" und zwingt ihn un seine Begleiterin, "Bunte Society-Expertin", Dale Arden mit vorgehaltener Waffe in sein pappig aussehendes Raumschiff zu steigen, welches dann auch tatsächlich ins All verschwindet - und damit auch das Bewußtsein der drei wackeren Helden. Das kleine Schiff wird dann kurzerhand auf Befehl von Ming dem Ahungslosen durch ein lustiges Lavalampen-Portal zum Planeten Mongo ferngesteuert.
Dort angekommen, gibt`s direkt erstmal eins auf die Nuss von den zahlreichen Ausserirdischen, und das Trio wird zu Ming dem Haarlosen gebracht. Flash ist ein cleveres Kerlchen, und macht sich mit unflätigen Bemerkungen extrem unbeliebt, die ein kleiner fieser Roboter, ich nenne ihn "Ferrero Rocher", Ming dem Geduldslosen direkt mal petzt. Tja, fängt schon gut an. Hätte der tolle Flash doch mal den Mund gehalten! Jetzt kommen seine aussergewöhnlichen Football-Kenntnisse ins Spiel. Extrem dämlich aussehenden, rot bestrumpften "Elite-Wachen" muss mal gezeigt werden, was eine Harke ist. Na, dauert nicht lange, da hat dann Onkel Klytus die Goldnase voll, und Flash `s grandiose Heldentat wird jäh beendet. Also, ab zur Exekution mit dem fiesen Erdmännchen!
Aber...da wäre ja noch die stets willige und vollkommen nymphomane Prinzessin Aura, Tochter von Ming, dem Sohnlosen. Die hat ein Auge auf den blonden Doofkopp geworfen, und hat überall im ganzen Sternenreich viele andere Bekloppte an der Leine, die ganz schön scharf auf sie sind. Darunter auch den ganz schön seriös wirkenden Karnevalsdoktor. Der sorgt vor lauter Freude in seiner Hose dafür, dass Flash bei der Exekution nur scheinbar das Zeitliche segnet (sonst wäre der Film ja auch schon zuende), damit Aura den Erdenmann für sich behalten kann.
Wären da nicht die Spione von Onkel Klytus....ich nenne sie auch die Klytoris, weil sie einfach nur kleine Versionen vom Meister sind. Nun gut, Ming der Erdenfraulose, nimmt die fesche Dale Prinzessin-Leia-mässig in seinen Harem auf, und ist auch schon ganz spitz wie Nachbars Lumpi. Heiraten wäre schon eine tolle idee!
Auf-der-Flucht-Flash wird von Aura zu Unterhosenprinz Barin, dem alten Haudegen ins Unterholz zu den Waldmännchen gebracht. Schlechte Idee, denn Prinzenrolle Barin, hat ja auch was mit Aura am Laufen. Also will Barin Flash loswerden...wird Flash Barin umstimmen können (Ja.) - wird Flash zusammen mit Vogelmenschen Ming den bald Schutzschildlosen angreifen (Ja.) - wird Ming bald der Lebenlose sein (Ja.)? Und warum taucht Klytus nicht öfters auf?! All dies und noch mehr...demnächst auf Ihrem Flachschirm!
Die von Dino de Laurentii`s produzierte bunte, trivial-fantasievolle 1980er-Interpretation des Pulf-SF-Helden Flash Gordon, wartet mit fantastischen Kostümen, tollen Sets und nicht ganz so schönen Effekten (die nun mehr als jemals zuvor hervorstechen!) auf. Hand in Hand gehen dabei natürlich auch albernste Dialoge und teilweise schaupielerisch unterirdisches Over-Acting, die dem zurecht zum Kult erhobenen Edeltrash einen Flair von gewissem substanziellen Nichts bieten - und das ist in diesem Fall auch gut so. Charaktermieme Max von Sydow als Ming, Timothy Dalton als das "bißchen Prinzchen" Barin, Ornella Muti als scharfe Aura (in vielen sexy Kostümen) und der Echsenmann als toter Echsenmann schenken uns vergnügliche zwei Stunden!
Viele werden mit dem Kopf schütteln und sich ständig das Hirn aus ihrem Schädel versuchen zu klopfen, andere, so wie ich, werden vom Gebotenen begeistert sein. Was hier auf Film gebannt wurde, ist schon irgendwie etwas Besonderes, und deswegen vergebe ich höchstpersönlich das Prädikat: Besonders "Mongo". Und das meine ich keinesfalls abwertend oder zweideutig.
Darüber hinaus, immer wieder wichtig: Onkel "Goldbirne" Klytus. Den kann man gar nicht oft genug erwähnen.
Und der glänzt sich auch schön einen zurecht in der vorliegenden, heissersehnten Blu-ray-Fassung. Vergleicht man hier das Full-HD-Pendant mit den veröffentlichen DVDs, tja, wirft man die ollen alten Discs ganz fix in die Tonne.
Schärfer, bunter, kontrastreicher und sehr viel detailierter kommt das Bild über den Schirm daher - it comes with a price - nun können wirklich alle Effektshots, Kopierrränder, Fäden, etc innerhalb von Augenblicken als ziemlich schlechte Effekte entlarvt werden. Aber, nach kurzer Zeit hat man sich daran gewöhnt, und amüsiert sich über den antiquierten Charme des Gezeigten. Das Master wurde scheinbar nicht mit Rauschfiltern bearbeitet, ein recht feines Filmkorn ist weiterhin sichtbar. Interessant ist auch, dass ein teilweiser Weichzeichner beim Filmen benutzt wurde, um die Rüstungen der Ausserirdischen, und andere funkelnde Kostüme und Props noch strahlender hervorzuheben. Fiel auf der DVD nicht so auf...
Soundmässig gibt es nichts Besonderes. Die deutsche (Mono-)2.0-Spur ist leidlich ok - wohl eine bessere Lösung, als einen hochgezogenen deutschen Pseudo-5.1-Sound draufzuklatschen (obwohl eine "richtige" 2.0 Stereo-Spur existiert). Anders da, die englische 5.1-Spur, die tatsächlich etwas wie Räumlichkeit vermitteln kann. Altersbedingt etwas kraftlos und teils ein bißchen blechern, trotzdem als solide einzusufen. Wunder sollte man aber dennoch nicht erwarten.
Extras: Interview und Audiokommentar von Regisseur Mike Hodges, sonst nix. Die Scheibe kommt mit Wendecover.
Fazit: Fans kaufen ohne Umschweife, andere vielleicht lieber nicht. Devise heißt hier: Erstmal vorher anschauen...