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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Kinder, Eltern, Flaschen,
Von
Rezension bezieht sich auf: Flaschenpost nach irgendwo: Ein Kinderfachbuch für Kinder suchtkranker Eltern (Gebundene Ausgabe)
In Deutschland leben über 2,5 Millionen Kinder in Familien, in denen Vater, Mutter oder gar beide Eltern zuviel Alkohol trinken. Hilfen für diese Kinder gibt es kaum und die Fachöffentlichkeit in der Suchtarbeit nimmt sie erst seit rund 20 Jahren bewusst wahr. Entsprechend wenig Literatur ist vorhanden, praktisch gar keine, die sich unmittelbar an Kinder wendet.Beim Mabuse-Verlag ist soeben das "erste illustrierte Kinderfachbuch" für Kinder suchtkranker Eltern erschienen, das die Geschichte des zehnjährigen Mark und seiner älteren Schwester Julia in Bildern erzählt. In ihnen werden die Stimmungsschwankungen des alkoholkranken Vaters, die Hilflosigkeit der Mutter und vor allem die Gefühle der Kinder in großflächigen, schlichten Illustrationen anschaulich beschrieben. Marks Selbstzweifel, womöglich für den Zustand des Vaters verantwortlich zu sein ' ein typisches Gefühl für Kinder, die die Alkoholkrankheit noch nicht verstehen können ' kommen zur Sprache. Auch die Enttäuschung über nicht eingehaltene Versprechen, Wut über Schläge und die Scham vor den Freunden, die den betrunkenen Vater erlebt haben, fehlen nicht. Die Bildergeschichte endet damit, dass der Vater auszieht, nachdem sich die Mutter zum ersten Mal schützend vor ihre Kinder gestellt und dem Vater ihre Entscheidung mitgeteilt hat: "Solange dir der Alkohol wichtiger ist als wir, werden wir nicht mehr zusammenleben!" Doch damit ist das Buch noch längst nicht am Ende. Im Ratgeberteil für Kinder wird die Geschichte nach dem Auszug von Marks Vater weiter erzählt, wobei seine Alkoholkrankheit kindergerecht erklärt wird, und auch wozu eben diese Krankheit im Zusammenleben einer Familie führen kann. Auch die Hilfen, die es sowohl für den Vater als auch für die übrigen Familienmitglieder in dieser Situation gibt, werden beschrieben, wobei auch immer gleich entsprechende Adressen, Telefonnummern und Webseiten angeboten werden. Dadurch können die LeserInnen leicht selbst an Hilfe gelangen, wie z.B. im Internet durch www.kidkit.de oder www.kopfhoch.ch. Und es wird ihnen auch deutlich erklärt, dass sie keine Schuld daran tragen, wenn Vater oder Mutter alkoholkrank werden. Auch dass sie die Alkoholabhängigkeit der Eltern nicht beenden können ' weder durch Wohlverhalten noch durch Renitenz ' kommt darin zum Ausdruck. Die in der Fachliteratur von Black, Woititz und anderen beschriebenen "Rollen", die Kinder in Suchtfamilien einnehmen können, wie z.B. den Clown, der gespannte Situationen durch Späße löst, oder die Verantwortungsbewusste, die die Hausarbeit der Eltern verrichtet und ihre jüngeren Geschwister betreut, tauchen in der Geschichte in einer Kindergruppe auf, die Mark kennen lernt und regelmäßig besucht. Welche Aufgaben diese Rollen in der Familie erfüllen und wie die Kinder lernen können, sich von ihnen zu befreien und ihr eigenes Leben wieder in den Mittelpunkt zu stellen, ist sicher mit der wichtigste Beitrag in diesem Kapitel. Der dritte Teil des Buches schließlich wendet sich direkt an die Eltern oder andere Bezugspersonen und vermittelt Grundwissen über Entstehung und Verlauf von Abhängigkeit und Sucht, wie abhängige und nichtabhängige Elternteile miteinander häufig interagieren, wo sich die Kinder in diesem Beziehungssystem befinden und welche Hilfen sie dadurch benötigen. Bei 9,5 Mio. Menschen in Deutschland, die mehr Alkohol trinken als ihnen guttut, kennt wohl jeder in seinem Bekannten- und Verwandtenkreis jemanden, auf den genau dies zutrifft. Sind auch Kinder davon berührt, ist es erste Pflicht sich dieses Buch zu besorgen und es mit ihnen gemeinsam zu lesen. Dadurch erfahren die Kinder zweierlei, zum einen, dass sie mit ihrer Geschichte nicht allein sind, und zum anderen, dass sie endlich einen möglichen Verbündeten auf der Suche nach Hilfe gefunden haben. Womit wir wieder bei der Flaschenpost wären, die der kleine Mark genau zu diesem Zweck auf die Reise schickte und welche dem Buch den Titel verlieh. Rezension von Frank Lindemann, Herausgeber des Buches "Den Suchtkreislauf durchbrechen" sowie Initiator der Kampagne Weiße Weihnacht (www.weisse-weihnacht.info) Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Empfehlenswert besonders für Pflege- und Adoptivfamilien,
Rezension bezieht sich auf: Flaschenpost nach irgendwo: Ein Kinderfachbuch für Kinder suchtkranker Eltern (Gebundene Ausgabe)
Das bewährte Autorenteam (Sonnige Traurigtage: Illustriertes Kinderfachbuch für Kinder psychisch kranker Eltern und deren Bezugspersonen) hat erneut ein Kinderfachbuch geschrieben. Dieses Mal handelt es sich um suchtkranke Eltern, die sich nicht ausreichend um ihre Kinder kümmern können und ihr problematisches Verhalten, das Kinder sehr stark belastet. Beide Bücher sind gerade für Pflege- und Adoptiveltern sehr zu empfehlen, da man anhand des Bilderbuchteils mit Kindern sehr gut ins Gespräch kommen kann.Teil zwei des Fachbuchs ist ein Ratgeber für Kinder. Es informiert sehr einfühlsam über die Besonderheiten dieser Erkrankung. Aber man findet auch Hilfen, beispielsweise Internetadressen, Chatrooms oder Foren, die von Fachleuten betreut werden. Der dritte Teil Ratgeber für Eltern und andere Bezugspersonen wendet sich an die Erwachsenen, die mit Kindern über die Problematik ihrer Eltern reden und wissen müssen, was Eltern und Kinder benötigen. (red) Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
DAS Kinderbuches des Jahres - phänomenale Hilfe,
Von Detlef Rüsch "detlefruesch" (Freising, Bayern) - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 10 REZENSENT) (#1 HALL OF FAME REZENSENT)
Rezension bezieht sich auf: Flaschenpost nach irgendwo: Ein Kinderfachbuch für Kinder suchtkranker Eltern (Gebundene Ausgabe)
Dieses Kinderfachbuch für Kinder suchtkranker Eltern ist einfach genial. Der erste Band der Reihe von Schirin Homeier und Andreas Schrappe ("Sonnige Traurigtage") war schon an sich eine außergewöhnliche Umsetzung eines schwierigen Themas für Kinder; wobei es dabei um psychische Erkrankung ging. Nun hat sich das bewährte Autorenteam um ein weiteres, bislang in der Fachwelt eher vernachlässigtes Thema und Klientel angenommen: nämlich die Kinder von suchtkranken Eltern. Bei statistisch gesehen über 2,6 Millionen betroffenen Kindern und Jugendlichen wurde es höchste Zeit, ihnen eine Plattform zu geben, von der aus sie tatsächliche Hilfe und Verständnis erhalten können.Das Buch selbst ist in drei Teile untergliedert; und zwar in die Bereiche eigentliches Kinderbuch, Ratgeber für Kinder und schließlich Ratgeber für die Eltern und Bezugspersonen. Damit hat man sozusagen drei in einem - und das ist sehr konsequent; denn all zu oft stehen die einzelnen Personen, Familien und Außenstehenden in einem besonderen Bedingungsgefüge, häufig sogar in einem direkten Abhängigkeitsverhältnis. Der Kinderbilderbuch-Teil umfasst ca. 70 Seiten und fällt auf durch die besondere Form der Illustrierung. Schirin Homeier stellt Situation-Sequenzen nebeneinander, die wie aus dem Alltag herausgegriffen wirken. Im Mittelpunkt steht dabei Mark, der mit seiner Schwester Julia und den Eltern zusammenlebt. Die Familie kommt als "ganz normal" daher; doch mehr und mehr zeigt sich, wie (alkohol-) abhängig Marks Vater ist. Der Alltag wird immer mehr von dem Bierkonsum bestimmt und greift auf die anderen Familienmitglieder über. Hierbei schafft es das Autorenteam so typische Punkte wie "Verleugnen", "Vertuschen", "Versprechungen", "Gewalt", "Parentifizierung", "Verwahrlosungen", "Arbeitsplatzgefährdung", "Vertröstungen" und "Eskalationen" in die Geschichte so einzubauen, dass sie kaum direkt auffallen, sondern eher als Normalität aufgefasst werden könnten. Dieser Buchteil endet abrupt und leitet so ohne Umschweife in den Kinderfachbuchteil über. In diesem werden auf phänomenal kindgerechte Weise typische von Kindern gestellte Fragen zunächst benannt und dann beantwortet. Hier ist es hervorragend gelungen, die Unsicherheit von Kindern in Bezug auf ihre Gefühlswelt darzustellen, Notfallmaßnahmen und Hilfsangebote vorzustellen und die typischen Rollen aufzuzeigen, in die Kinder von suchtkranken Eltern häufig schlüpfen, wie z.B. Held, Clown, Sündenbock, ...). Anhand der Beschreibung einer Hilfe in einer Beratungsstelle und einer Kindergruppe (bei der unterschiedliche Familienformen berücksichtigt wurden) wird den Kindern klar, dass sie mit ihrem Problem bzw. dem eines Elternteils nicht alleine dastehen. Tolle, farbige Zeichnungen unterstreichen die Textaussagen, die sich durch eine sehr kindgemäße Sprache auszeichnen. Der dritte Teil des Buches bezieht die Erwachsenen in die Suchtproblematik mit ein. Über Alkoholsucht hinaus werden hier auch andere Süchte, wie Medikamenten-Abhängigkeit und Konsum von illegalen Drogen thematisiert und eine Unterscheidung von Gebrauch, Risikokonsum und schädlichem Gebrauch getroffen. Typische Fragen nach der Vererbung der Sucht an Kinder, Schädigungen in der Schwangerschaft, Co-Abhängigkeit, Kindeswohl, Resilienzfaktoren und vorbeugende Maßnahmen werden hier in den Mittelpunkt gestellt, ehe eine breitgefächerte Palette an Informationsmöglichkeiten, web-Seiten sowie Literatur für Kinder, Jugendliche und Eltern präsentiert wird. Das gesamte Buch ist seinen Preis wirklich wert. Die farbigen Bilder helfen dabei, sich nicht vom Thema zu sehr runterziehen zu lassen. Die Tipps sind breit angelegt und favorisieren unterschiedliche Zugangswege zu den Betroffenen und den helfenden Stellen. "Flaschenpost nach irgendwo" ist DAS Kinderbuch des Jahres! Die warmherzigen, prägnant gestalteten Bilder haben einen hohen Identifikationscharakter und können sowohl von jüngeren Kinder als auch schon Jugendlichen gut angenommen werden. Wie bei der Flaschenpost ist zu wünschen, dass das Buch viele, viele Finder begeistern kann und es bei Kindern und Eltern auf große Resonanz stösst. Ob nun in Kindergärten, Grund- oder weiterführenden Schulen, in Beratungsstellen, Arztpraxen oder Kliniken muss dieses Buch zum Standardprogramm gehören. Ein Verständigungs- und verständnisreiches Buch, das zeigt, wie stark Gesundheit bei Kindern von vielen Faktoren abhängt. Mögen Erwachsene den Kindern so zur Seite stehen, dass sie (oder später ihre Kinder) nicht zur Flasche greifen müssen; das Buch ist hier ein begrüßenswerter Ansatz! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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