Lang, lang ist es her, das ich mich durch ein Buch quälen musste, doch Marilyn Retuar hat es mit ihrer Erzählung aus der Südsee geschafft. Retuars Schreibstil ist mit dem eines Fünftklässlers zu vergleichen, der seine Urlaubserlebnisse in Aufsatzform niederschreibt. Ein ständiger Gebrauch des Perfekt, garniert mit eigenmächtig umgeformten, abgedroschenen Sprichworten tut sein Übriges.
Ich weiss nicht, wie meine Vorredner auf die Idee kommen, das Buch gäbe ein Gefühl für die Südsee wieder. Mir gab es eher das Gefühl eines Testbildes im Reiseshopppingkanal. Ähnlich aufregend und fesselnd.
So dreht sich ein großer Teil des Buches zum Beispiel nur um einen persönlichen Rechtsstreit mit ihren italienischen Pächtern, der sich ebenso in Hintertupfingen zugetragen haben könnte, und die ständigen Berichte über ihre Reisen nach Hause haben mit der Südsee auch nichts zu tun.
Leider gibt es wenig Bücher über die Südsee und dieses Buch trägt nicht dazu bei, diesen Missstand zu beheben. Einzig die Tatsache, dass es sich wohl um Retuars erstes Buch und damit den ersten Versuch einer schriftstellerischen Leistung handelt, hält mich davon ab, nur einen Stern zu vergeben.