Aus der Amazon.de-Redaktion
Eigentlich hätte Kate Powell allen Grund, mit sich und der Welt zufrieden zu sein. Soeben hat sie ihrem arroganten Ex-Lover einen lukrativen Traumauftrag vor der Nase weggeschnappt, der ihre Karriere in ungeahnte Höhen katapultieren könnte. Trotzdem kommt keine rechte Freude auf. Denn der arrogante Ex-Lover zeigt einmal mehr seine unglaubliche Brutalität, und der Wunsch nach einem Kind lässt Powell nicht zur Ruhe kommen. Also sucht die Geschäftsfrau per Zeitungsinserat einen anonymen Spender für die Vaterschaft. Und damit nimmt das Unglück unaufhaltsam seinen Lauf...
Wenn ein Autor mit einem Überraschungstitel quasi über Nacht berühmt wird, dann bemüht sich sein Verlag fast immer, bestehende Lücken in der nachfolgenden Produktionsphase dadurch zu füllen, indem er ältere Titel, die früher nicht ganz so gut gelaufen sind, übersetzen lässt und „nachschießt“. So ist es auch im Fall des 41-jährigen britischen Autors Simon Beckett, der mit seinen grandiosen Bestsellern Die Chemie des Todes und Kalte Asche Krimifans wie Buchhändler gleichermaßen erfreute. Flammenbrut nämlich ist ein Roman des Autors, der im Original bereits 1997 erschienen ist. Wer also einen grausigen Dr.-HunterThriller erwartet, wird bitterlich enttäuscht.
Wer sich Flammenbrut aber unvermittelt nähert, wird von dem psychologisch feinfühligen (und dadurch unterschwellig nicht weniger grausigen) Plot des Buchs mehr als positiv überrascht. Denn die Art, wie Beckett aus kleinsten Kleinigkeiten eine kriminalistische Story strickt und die Schlinge immer enger um den Hals der Hauptfigur legt, ist mehr als imposant. -- Stefan Kellerer
Wer jetzt denkt "Becket, Alter, was ist denn da passiert?", dem sei gesagt: alter Becket. 1997, um genau zu sein, lange vor Pathologe Hunter. Und man muss schon sagen, Beckett hat sich gemacht. "Flammenbrut" ist nämlich mit den späteren Thrillern, die einen vor Spannung den Atem anhalten lassen, überhaupt nicht zu vergleichen. Die Geschichte um Mittdreißigerin Kate Powell, die nach privaten Enttäuschungen versucht, ihren Kinderwunsch per künstlicher Befruchtung zu erfüllen, ist so vorhersehbar, dass es wehtut. Schon der Auslöser der sich langatmig hochschraubenden Spirale aus Psychoterror und Brandstiftung ist ärgerlich unnötig. Ist doch klar, dass sie an einen Spinner gerät, wenn sie per Annonce einen Samenspender sucht, weil sie es "nicht so anonym" will. Und dann braucht die angeblich so schlaue, immerhin als Geschäftsfrau erfolgreiche Kate eine halbe Ewigkeit, um herauszufinden, dass der schüchtern wirkende Alex brandgefährlich ist. Es mag jede Menge Feuer vorkommen in diesem klischeebeladenen Frühwerk - qualitativ kocht das Hörbuch trotz des verlässlich guten Sprechers Johannes Steck auf Sparflamme. (kab)