Ich habe dieses interessante und empfehlenswerte Buch in einem Rutsch gelesen und sehr viel über den Flamenco und seine Entwicklung im historisch-gesellschaftlich-ökonomischen Kontext erfahren - über Letzteres vielleicht ein bisschen zu viel. Denn die m.E. durchaus verlockende romantische Vorstellung, dass eine der Wurzeln des Flamenco in Indien liegt - um nur eines von vielen Beispielen zu nennen -, mag ja unbegründet und sachlich falsch sein, aber ich finde, Kersten Knipp tut das ein bisschen schnell als unwahrscheinlich ab, obwohl doch eine Musikerin wie Anoushka Shankar, die sich mit dieser Frage beschäftigt hat, dem Flamenco indische Wurzeln zuspricht. Mir ist klar, dass es "den Flamenco" so nicht gibt, aber es fällt dem geneigten Leser schwer, so kurz und schmerzhaft von der Vorstellung eines Flamenco Abschied zu nehmen, in dem ein Widerhall archaischer Klänge aus einer fernen Vergangenheit zu vernehmen ist.