Nachdem ich in diesem Jahr bereits einen Trend zu belgischen Musik-Exportschlagern festgestellt habe, muß ich fairerweise auch den aufkommenden Songinput aus Neuseeland erwähnen. Kaum haben sich "The Naked & Famous" und Ladi6 ansprechend hervorgetan, erreicht uns mit Brooke Fraser eine junge Folk Pop Musikerin, die bereits seit langer Zeit in ihrer Heimat Erfolgsgeschichten schreibt. Ihr Debüt "What to do with daylight" (2003) erhält 7-fach Platin und landet, ebenso wie die folgenden Alben, auf Platz 1 der Verkaufscharts.Damit schafft sie es ins Vorprogramm von namhaften Kollegen wie David Bowie und John Mayer. Die Brücke zu den internationalen Radiostationen schlägt jedoch die Single "Something in the water". Eine Wohlfühlnummer, die von ihrer angenehm hellen Stimme, einem Chor im Refrain und einer eingängigen Melodie getragen wird. Eigentlich prädestiniert für einen Werbespot.
Nun folgt der Single das bereits im letzten Jahr veröffentlichte "Flags" nach Deutschland. Es sind jedoch die leisen, atmosphärischen Klänge, die das Album bestimmen. Songs wie "Ice on her lashes", "Sailboats" oder der gleichnamige Titeltrack bewegen sich im Downtempobereich und arbeiten häufig mit reduziert gehaltenen, instrumentalen Mitteln. Vielmehr steht Brooke Fraser im Vordergrund. Ihr Gesang. Die Geschichten, die sie zu erzählen hat. Melancholie und Schwermut werden von fröhlichen Nummern wie "Betty" oder "Jack Kerouac", das an eine Mischung aus Paul Simon, Jack Johnson und "Vampire Weekend" erinnert, aufgehellt. "Orphans, Kingdoms" bringt noch ein wenig Bombast ins Spiel und zeichnet sich durch seinen mitreißend-emotionalen Aufbau aus. Verträumt-schwebend und dabei immer wieder mit genug Bodenhaftung versehen. Eine gelungene Mischung aus düsteren und fröhlichen Folk Pop/Rock Songs, die belegen, daß die Neuseeländerin das Zeug zur internationalen Größe hat.
Anspieltipps: "Something in the water", "Orphans, Kingdoms" und "Jack Kerouac"