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Flags of our Fathers / Letters from Iwo Jima (Collector's Edition, 3 DVDs im Steelbook)
 
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Flags of our Fathers / Letters from Iwo Jima (Collector's Edition, 3 DVDs im Steelbook)

Clint Eastwood    Freigegeben ab 12 Jahren   DVD
4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (18 Kundenrezensionen)
Preis: EUR 39,99 Kostenlose Lieferung. Details
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Produktinformation

  • Regisseur(e): Clint Eastwood
  • Format: Collector's Edition
  • Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)
  • Region: Region 2
  • Bildseitenformat: 16:9 - 1.78:1
  • Anzahl Disks: 2
  • FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
  • Studio: Warner Home Video - DVD
  • Erscheinungstermin: 22. Juni 2007
  • Produktionsjahr: 2006
  • Spieldauer: 261 Minuten
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (18 Kundenrezensionen)
  • ASIN: B000PKHVXO
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 34.368 in Filme & TV (Siehe Top 100 in Filme & TV)

Rezensionen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Flags Of Our Fathers: Clint Eastwoods thematisch ambitioniertes und emotional komplexes amerikanisches Epos Flags of our Fathers weiss eine Menge über Heldentum und Krieg zu berichten. Basierend auf dem Bestseller von James Bradley (Koautor: Ron Powers), adaptiert für das Kino von Million Dollar Baby-Autor Paul Haggis (William Broyles Jr, verantwortlich für Jarhead schrieb eine erste Fassung, die verworfen wurde als Eastwood in das Projekt einstieg), ist Flag of our Fathers weniger konventioneller Kriegsfilm, als vielmehr eine zum Nachdenken anregende Meditation über das kollektive Bedürfnis nach Heldentum. Indem die Geschichte der sechs Männer (fünf Marines und ein Navyarzt) nacherzählt wird, die am 23.Februar 1945 die amerikanische Flagge auf Iwo Jima gehisst haben, erreicht Eastwood zweierlei: Zum einen führt er uns durch die exakt recherchierten und so authentisch als möglich inszenierten Schlachtsequenzen den Horror von Krieg vor Augen - zum anderen wird der Focus auf das weitere Schicksal dreier überlebender Flaggenträger (gespielt von Adam Beach, Ryan Philippe und Jesse Bradford) gelegt. Die Aufnahme von AP-Fotograf Joe Rosenthal, der das Hissen der Flagge für die Nachwelt festgehalten hat, wird durch die Propagandamaschinerie ausgeschlachtet – es ist heute das wohl berühmteste Foto der Militärgeschichte - und die Überlebenden Flaggenträger werden auf eine physisch und psychisch erschöpfende Tournee durch Amerika geschickt. Der Film entwickelt sich durch diese Beobachtung zu einer pointierten Studie über Tapferkeit, Kriegstraumata und die wahre Bedeutung von Heldentum in Kriegszeiten – so ganz nebenbei ist Flags of our Fathers auch eine Betrachtung über die Gefahren fehlgeleiteter Identifikationswünsche durch die Massenmedien. Eastwood erlaubt dem Zuschauer durch die zurückhaltende Inszenierung eigene Schlüsse zu ziehen und vermeidet klugerweise die Bezugnahme zu aktuellen Ereignissen. Das Schicksal der Flaggenträger erlaubt Rückschlüsse auf die Risiken von öffentlichem Ruhm und das gesellschaftliche Bedürfnis nach Vorbildern, gerade in Krisenzeiten. Die Erwartungen derer, die sich einen geradlinigen Kriegsfilm erhoffen, werden nicht eingelöst. Statt dessen ist Flag of our Fathers ein zutiefst bewegender, handwerklich ausgezeichnet gemachter Film, der durchaus patriotische Züge enthält (in der Betrachtung der Kameradschaft unter den Soldaten im Gefecht), ohne es zu versäumen die grundsätzliche Sinnlosigkeit von Krieg zu dramatisieren. Eastwood hat in Letters of Iwo Jima, einer Fortsetzung, wenn man so will, den Konflikt aus der japanischen Perspektive beleuchtet.--Jeff Shannon

Letters From Iwo Jima: Von Kritikern bejubelt und umgehend in den Rang eines modernen Klassikers erhoben, ist Clint Eastwoods Letters from Iwo Jima ein Appell an die Menschlichkeit und eine erschütternde Anklage gegen die Schrecken des Kriegs. Mit bemerkenswert liberalem Weltverständnis, hat Eastwood mit Hilfe eines knappen, konzentrierten Drehbuchs der Erstlingsautorin Iris Yamashita einen japanischen Film gedreht, mit japanischen Dialogen (untertitelt) und auch stilistisch mit deutlich spürbarem japanischen Einschlag. Letters from Iwo Jima funktioniert sowohl als Gegenstück, als auch als Ergänzung zu Eastwoods bereits zuvor veröffentlichtem Film Flags of our Fathers. Während der zuletzt genannte Film eine komplexe, nicht lineare Struktur bevorzugt, mit aufwändigen Produktionswerten eine der blutigsten Schlachten des zweiten Weltkrieges in Szene setzt und sich mit den traumatischen Auswirkungen des Krieges auf amerikanische Soldaten befasst, zeigt Letters from Iwo Jima die japanische Perspektive. Zahlenmäßig hoffnungslos unterlegen, ohne die Hoffnung auf Unterstützung, in einem Tunnel- und Höhlensystem gefangen, waren die Japaner zur unausweichlichen Niederlage und schlussendlich dem eigenen Tod verdammt. Eastwood benutzt viele der in konventionellen Kriegsdramen bereits erprobten dramaturgischen Kniffe. Er rückt die Konflikte zwischen den Soldaten und ihren Vorgesetzten in den Focus und beleuchtet ihre Entstehung in Anbetracht überwältigender Umstände. Es wird auf die Notwendigkeit eingegangen sich selbst und andere opfern zu müssen während man verzweifelt um die Wahrung der eigenen Würde ringt. Angefangen vom Überdruss des jungen Rekruten Saigo (Kazunari Ninomiya) bis hin zur verzweifelten Strategie des japanischen Oberbefehlshabers Tadamichi Kuribayashi - gespielt vom zum Oscar-nominierten Ken Watanabe (Last Samurai) – dessen Briefe nach Hause die Titelgebung des Films inspiriert haben, vermeidet Letters from Iwo Jima jegliche Verherrlichung, selbst eine nicht selten anzutreffende Romantisierung des Krieges. Der Film benutzt ausgewaschene Farben um die Trostlosigkeit in der Schlacht zu verdeutlichen und zollt statt dessen den Männern Tribut, mit denen es das Schicksal nicht allzugut gemeint haben kann und die von der Behaglichkeit ihres Zuhauses nur träumen konnten.--Jeff Shannon

VideoMarkt

"Flags of Our Fathers": Noch während 1945 der Kampf um die japanische Insel Iwo Jima tobt, werden die drei überlebenden der sechs Soldaten, die die amerikanische Flagge dort gehisst hatten, nach Hause abgezogen. Auf einer Tour durch die Staaten sollen sie die Werbetrommel für Kriegsanleihen rühren. "Letters from Iwo Jima": Die japanischen Truppen auf Iwo Jima leisten den amerikanischen Invasoren erbitterten Widerstand. Doch die meisten von ihnen ahnen bereits, dass sie die Insel nicht lebend verlassen werden.


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59 von 61 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Wer "A" sagt muss auch "B" sagen...., 15. Juni 2007
Von 
C.H. - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Flags of our Fathers / Letters from Iwo Jima (Collector's Edition, 3 DVDs im Steelbook) (DVD)
Zunächst eine Bemerkung zu den verschiedenen DVD-Versionen. Sollte wirklich zu einem späteren Zeitpunkt noch eine DVD-Box mit 5 DVDs auf dem deutschen Markt erscheinen, wäre das natürlich für alle die ein Ärgernis, welche viel Wert auf Bonusmaterial legen, und nun noch mit dem Kauf warten müssten. Man muss halt im Vorfeld für sich selber entscheiden, ob Einem nicht auch die Filme an sich reichen (wobei in dieser Box ja auch eine 3. DVD beiliegt). Es wäre allerdings zu begrüßen, wenn die Studios ankündigen würden, ob zu einem späteren Zeitpunkt andere Versionen erscheinen werden, so z. B. geschehen bei "Königreich der Himmel". Aber nun zu den Filmen an sich.

"Flags of our fathers"

In den USA blieb das Einspielergebnis des Films weit hinter den Erwartungen zurück, in dieser Hinsicht ist er also gefloppt. Nachdem ich den Film geshehen habe vermag mich das nicht zu verwundern.

In "Flags of our fathers" geht es nicht in erster Linie um die Demaskierung des Mythos vom "heldenhaftem" amerikanischen Soldaten, so meisterhaft geschehen in Kubricks "Full Metal Jacket" und Stones "Platoon", sondern um die Demaskierung eines amerikanischen Mythos: Dem Hissen der amerikanischen Flagge auf dem Hügel von Iwo-Jima.

Dieser Ansatz allein macht noch lange keinen guten Film, jedoch kommt an dieser Stelle die meisterhafte Regie Clint Eastwoods ins Spiel. Ihm gelingt es eine Geschichte zu erzählen, die den Zuschauer mühelos zwei Stunden in den Bann zieht. Getragen wird der Film von den in ständigen Zeitsprüngen erzählte Lebensgeschichten dreier GIs, die bei der Invasion Iwo Jimas beteiligt waren, und den zweiten Sternenbanner auf dem Hügel hissten. In Folge dieser Aktion werden die drei in die USA zurückbeordert und als "amerikanische Helden" auf eine Werbetour geschickt.

Die ständigen Zeitsprünge, die Eastwood verwendet, führen zum Ziel. Der Vorwurf diese würden den Zuschauer verwirren ist unverständlich. Dem Zuschauer wird die teilweise völlig absurd wirkende Werbetour in Amerika vor Augen geführt, immer wieder unterbrochen von beeindruckenden Bildern der Invasion, die in schonungsloser Brutalität gezeigt werden. Dies ist auch keine Effekthascherei, sondern nötig um sich in die drei Soldaten hereinversetzen zu können. Folglich kommen auch nicht alle der drei mit dem Erlebten zurecht.

Das Eastwood aber auch subtil sein kann beweist er vor allem in einer Szene: Das Bild der Erdbeersoße, welches sich wie Blut auf das Vanilleeis in Form des berühmten Denkmals ergießt, ist ebenso simpel wie genial.

Die Botschaft des Films ist vielschichtig: Die drei Hauptprotagonisten sind keine Helden (Sie sehen sich selber nicht als Helden), sie werden vom Staat dazu gemacht, in einer Zeit in der die Bevölkerung und der Staat Helden braucht. Und dieser Held kann auch plötzlich ein Indianer sein, trotz der Rassen-Diskriminering in Amerika, welche in diesem Film auch thematisiert wird. Folgerichtig werden diese Helden auch ebenso schnell wieder fallengelassen, wenn man sie nicht mehr braucht.

"Ein Foto kann über Sieg und Niederlage entscheiden", heißt es am Anfang des Films. Eastwood macht eindrucksvoll deutlich, dass es dabei völlig unerheblich ist, ob dieses Foto echt oder unecht ist. Es geht einzig und allein darum, was die Menschen in diesem Foto sehen wollen. Gerade in unserer von den Medien dominierten Welt ist dies ein zeitloses Thema.

In einem Aspekt ist der Film jedoch zu eindimensional: Die Japaner werden als unmenschliche, gesichtslose Masse dargestellt. Ein Aspekt welcher der Intention Eastwoods zwei Filme zu drehen, jweils aus amerikanischer und japanischer Sicht, geschuldet ist. Dies führt dazu das dieser Film in seiner Eigenständigkeit Schwierigkeiten hat, er kann nicht ohne den zweiten Teil gesehen werden. Da aber wohl jeder, der "Flags" gesehen hat, auch Letters gesehen hat (hoffe ich wenigstens), ist dieser Kritikpunkt zu vernachläsigen.

"Letters from Iwo Jima"

Nach "Flags of our Fathers" durfte man gespannt sein, welchen Ansatz Eastwood im zweiten Film wählen würde. Ging es im "Flags" noch um die Demaskierung eines amerikanischen Mythos, so stehen in "Letters from Iwo Jima" wieder das Schicksaal einzelner Soldaten im Vordergrund.

Die Geschichte des Films basiert auf Briefen, welche nach dem Krieg auf der Insel gefunden wurden sind. Die Japaner erwarten, numerisch und technisch weit unterlegen, den Angriff der Amerikaner. Zu Beginn des Films werden die einzelnen Charaktere vorgestellt. Mit Hilfe kurzer Rückblenden führt Eastwood in die Einzelnen Personen ein, und erreicht somit, das der Zuschauer eine emotionale Bindung mit den einzelnen Figuren eingeht.

Unter diesen ist beispielsweise der junge Bäcker Saigo, welcher unbedingt überleben und zu seiner Frau zurückkehren möchte. Herauszuheben ist unter anderem die schauspielerische Leistung von Ken Watanbe, der den Oberbefehlshaber Kurubayashi spielt. Diesem kommt die Aufgabe zu die Insel zu verteidigen, und seine Männer zu motivieren, wohl wissend, dass sie und er diese Insel nicht lebend verlassen werden.

Der Film ist in seinen Aussagen überaus vielfältig, und greift in seiner Wirkung auf "Flags" zurück: Sah man die Schlacht im ersten Teil aus Sicht der Amerikaner, so bekommt man nun zum Teil die selben verwaschenen, ausgebleichten Bilder, nur eben aus anderer Perspektive, zu sehen.

Eastwood gelingt es ein weiteres Mal die Sinnlosigkeit des Krieges zu verdeutlichen. Die Szenen in denen sich japanische Soldaten selbst in die Luft sprengen, um der Gefangenschaft zu entgehen, sind von ungeherurer emotionaler Intensität, und gleichzeitig ein Versuch die japanische Mentalität im zweiten Weltkrieg zu verdeutlichen.

Untermalt wird der Film von einer ruhigen, melancholischen Musik, welche viel zur Atmosphäre beiträgt. Zu dieser trägt auch die Entscheidung Eastwoods den Film ausschließlich auf japanisch zu drehen einen großen Teil bei.

Neben den Greul des Krieges macht der Film aber vor allem eines deutlich: Die einzelnen japanischen und amerikanischen Soldaten unterscheiden sich in ihren Ängsten und Sehnsüchten kaum von einander. Dies wird auch an der Rolle des Generals Kurubayashi verdeutlicht, welcher seit einem Besuch in Amerika das Land sehr liebgewonnen hat, und nun gezwungen ist gegen dieses zu kämpfen.

Neben den Schrecknissen des Krieges gibt es allerdings auch Momente der Hoffnung, zum Beispiel dann wenn japanische Soldaten sich um einen verletzten GI kümmern.

Eastwood schreckt aber auch in diesem Teil nicht davor zurück "unliebsame" Probleme aufzuzeigen. Kamen im ersten Teil noch die Japaner als brutale und grausame Maße rüber, so zeigt er in diesem Teil konsequenterweise auch die Erschießung japanischer Kiregsgefangener durch amerikanische GIs, welche die Gefangenen als Ballast empfinden.

Auch dieser Film kann somit nicht alleine bestehen. Sowohl "Flags" als auch "Letters" brauchen einander. Mir persönlich hat "Letters from Iwo Jima" noch einen Tick besser gefallen, auf Grund der Tastsache das er auf Grund seines Ansatzes die Schicksaale einzelner Soldaten zu beleuchten, weitaus emotionaler als "Flags" wirkt.

Fazit

Insgesamt bleibt somit festzuhalten, dass sich beide Filme zu einem großartigen Ganzen fügen. Wer "A" sagt, muss auch "B" sagen. Eastwood hat hat das beherzigt, und mit seinen beiden Filmen aus amerikanischer und japanischer Sicht einen Meilenstein des Anti-Kriegsfilm abgeliefert. Chapeaux Mr. Eastwood!
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12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Zwei einfühlsam inszenierte, packende Kriegsfilme in Eastwoodscher Handschrift, 30. Juli 2007
Von 
J. Schlachter "Schlachti" (Köln) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Flags of our Fathers / Letters from Iwo Jima (Collector's Edition, 3 DVDs im Steelbook) (DVD)
Flags Of Our Fathers:
Nachdem Clint Eastwood als Regisseur inzwischen die verschiedensten Genres mit Bravour abgedeckt und dabei jedesmal seinen unverwechselbaren Stempel aufgedrückt hat, konnte man auf seine gleich zwei Beiträge zum zuletzt vielstrapazierten Kriegsfilmgenre gespannt sein. Nebenbei: meines Erachtens gibt es keinen wirklichen Anti-Kriegsfilm, denn sobald effektvoll Kriegsszenarien bebildert werden, dient dies neben der Darstellung der abstoßenden und damit abschreckenden Greuel auch der Befriedigung der Schaulust.
Den Vergleich zum SOLDAT JAMES RYAN kann man durchaus ziehen, da hier wie dort Einzelschicksale im Vordergrund des Geschehens stehen. Wo Spielberg bewusst lärmend und schockierend vorgegangen ist, schlägt Eastwood leisere Töne an. Aufgrund der ziemlich sprunghaften Erzählweise gelingt ihm dabei zwar nicht, an die Intensität des Vorbilds anzuknüpfen, dafür kann man Eastwoods Werk eine gewisse Eleganz nicht absprechen. Weshalb die wahre Geschichte (wäre sie erfunden, hätte wohl jeder die Absurdität der Story kritisiert) der zweimal gehissten Flagge und das Schicksal der Soldaten dahinter ihn derart fasziniert hat, ist für den aufgeschlossenen, nicht auf Krawall gebürsteten Cineasten nach zwei verfliegenden Stunden eigentlich mühelos nachvollziehbar. Für die ausgewogene Sicht der Ereignisse um Iwo Jima sorgte Clint Eastwood dann mit dem Anschlusstreffer LETTERS FROM IWO JIMA.

Letters From Iwo Jima:
Einleitend und um eventuell Zögerliche umzustimmen darf ich bemerken, dass der Film im Gegensatz zur Kinoauswertung auf DVD synchronisiert ist. Und das sehr sorgfältig und überzeugend.
Im Vergleich zu FLAGS OF OUR FATHERS ist meines Erachtens der Kampf um die Insel Iwo Jima aus japanischer Sicht das rundere Werk. Dies ist zum Einen auf die linearere Erzählweise zurückzuführen (bei FLAGS übertrieb es Eastwood ein wenig mit den Zeitsprüngen); an dieser Stelle nochmal die Warnung an Eventhungrige: bis zur ersten Kriegshandlung vergehen gute 45 Minuten mit der Einführung der Charaktere. Zum Anderen fühlt der Zuschauer gerade durch die Lieferung dieser prägnanten Backgrounds mit den wenigen Hauptprotagonisten, deren Schicksal man bis zum bitteren Ende verfolgt. Die bei Beginn des Films aufkommende Befürchtung, die einzelnen Japaner nicht voneinander unterscheiden zu können, erledigt sich somit recht schnell.
Aus dem vorwiegend unbekannten, aber nichtsdestotrotz vorzüglichen Cast ragt Ken Watanabe einmal mehr heraus. Bereits in LAST SAMURAI, DIE GEISHA und BATMAN BEGINS gab er Kostproben seines Könnens und seiner eindrucksvollen Leinwandpräsenz. Wieviel engagierter muss er daher motiviert gewesen sein, in seiner Muttersprache inszeniert zu werden. Bleibt zu hoffen, dass er - im Gegensatz zu seinem chinesischen Pendant Chow Yun-Fat (zuletzt in FLUCH DER KARIBIK 3) - nicht als Hollywoods Vorzeige-Asiate in belanglosen Blockbustern verheizt wird.
Von der technischen Seite überzeugt LETTERS mindestens wie der Vorgänger oder DER SOLDAT JAMES RYAN. Vielmehr muss man erneut feststellen, welche Benchmarks Spielbergs Meisterwerk gesetzt hat. Bekanntlich hat er Eastwoods Zweiteiler produziert und damit sicherlich auch den ein oder anderen Ratschlag parat gehabt, wie man Actionsequenzen packend einfängt. Wie FLAGS erinnert LETTERS in Optik und Wucht der grausamen Kampfhandlungen eins zu eins dem genannten Vorbild.
Stellt sich abschließend die Frage, weshalb man sich schon wieder Kriegsszenarien, zum Teil fokussiert auf Einzelschicksale, und die x-te Variante brutaler Verstümmelungen anschauen sollte. Ganz einfach weil dieses Mal nicht die Sicht der Weltpolizei USA das Geschehen verklärt, sondern deutlich wird, dass auch auf der Gegenseite angsterfüllte, normale Menschen am MG standen und keine seelenlosen Killermaschinen. Die manchmal archaisch anmutenden Rituale der uns überwiegend fremden japanischen Kultur - genannt sei bspw. der wie selbstverständlich praktizierte Suizid nach Scheitern der befohlenen Mission - tragen hierzu sehr viel bei und werden von Eastwood ohne Effektheischerei und wertungsfrei bebildert. Ein sehenswerter, unpathetischer Streifen und zweifellos einer der besten Vertreter dieses Genres seit Jahren.
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54 von 60 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Im Paket ein wahrer Meilenstein, 16. Mai 2007
Rezension bezieht sich auf: Flags of our Fathers / Letters from Iwo Jima (Collector's Edition, 3 DVDs im Steelbook) (DVD)
Eigentlich schwer zu glauben, dass es rund 80 Jahre gedauert hat, seitdem mit der Verfilmung von "Im Westen nichts Neues" das Genre des Antikriegsfilms begründet wurde, bis jemand es gewagt hat, eine Schlacht (hier die Schlacht um Iwo Jima)konsequent aus Sicht beider Kriegsparteien in 2 eigenständigen, sich ergänzenden, Filmen zu schildern.

Für sich allein genommen, sind beide Filme schon großartig, und stellen (zu) hoch gelobte Filme wie "Saving Private Ryan" locker in den Schatten, als Duo stellen sie für mich aber einen echten Meilenstein dar, den man nicht verpassen sollte:

"Natürlich" ist man in "Flags of our Fathers" auf Seiten der jungen G.I.s, die gegen die fanatischen Japaner, bis zum letzten entschlossen, antreten müssen.

Doch genauso "natürlich" sympathisiert man in "Letters from Iwo Jima" mit den - benso jungen - Japanern, die für das Vaterland in einer sinnlosen Schlacht verheizt werden.

Letztlich entsteht nur so ein komplettes Bild des Krieges und von Krieg allgemein. Dazu ist das ganze, trotz nicht grade üppigem Budget, handwerklich und otisch hervorragend umgesetzt, ohne sich dabei (zum Glück)zu sehr in effektheischenden special-effects Actionszenen zu ergehen.

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