Zugegebenermaßen war ich sehr skeptisch, was das Buch betraf. Ich wollte kein amerikanisches Heldenepos lesen und schon gar kein gewaltveherrlichenden Kriegsbericht.
Das Buch ist allerdings sehr empfehlenswert, insbesondere vor dem Hintergrund, dass es einem vielleicht mehr als jeder Film verdeutlicht, wie sinnlos jeder Krieg ist. Daher empfehle ich es als Pflichtlektüre für alle Staatsmänner, die sich mit dem Gedanken an eine militärische Aktionen tragen, gerade solche, die nie im Krieg um ihr Leben und das ihrer Kameraden gekämpft haben.
Das Buch beschreibt mit schonungsloser Offenheit die brutale Seite jedes Krieges: Todesangst, blutüberströmte Schlachtfelder, Kampf um jeden Meter und vor allem die Verzweiflung angesichts eines nicht endend wollenden Sterbens. Aber es erzählt auch die Geschichte von sechs Menschen und ihren Angehörigen, die zu Helden stilisiert wurden, obwohl sie es nie so sahen. Helden waren für sie die unzähligen namenlosen Marines, die auf Suribachi ihr Leben gelassen haben.
Im letzten Drittel berichtet der Autor über die "Hysterie", die ein Foto bei den Amerikanern ausgelöst hat und wie man von vielen Seiten versuchte, die Popularität der Flagraiser "auszuschlachten". Ich habe mich immer wieder gefragt, ob solch eine Heldenverehrung auch in Deutschland möglich gewesen wäre.
Der Autor hat es zumindest geschafft, kein Heldenepos über die sechs zu schreiben, sondern eine Geschichte über die verlustreiche Schlacht um Suribachi sowie das oftmals viel schwerere Leben danach.