Hier handelt es sich um ein kongeniales Nachfolgebuch zu Edwin Abbott Abbott's wunderbarem Mathematik-Klassiker "Flächenland" aus dem Jahr 1884. Ein Buch, das Generationen von englischsprachigen Mathematikern und Physiker geprägt hat. Viele berühmte Mathematiker unserer Zeit berichten auch heute noch, daß sie ihn ihrer Jugend viel Vergnügen an "Flächenland" hatten. Doch hat die Mathematik seither so viele Fortschritte gemacht, daß sich Professor Ian Stewart an eine Fortsetzung der berühmten Geschichte gewagt hat. Dies Unternehmen ist ihm eindeutig gelungen. Mit Hilfe der anschaulichen Beispiele und hilfreichen Schwarz-Weiß-Illustrationen sind diese Exkursionen in die merkwürdigsten mathematischen Räume mit ihren exotischen Geometrien ein Leckerbissen für die Liebhaber origineller und dabei noch urkomischer mathematik- und physikbezogener Sachbücher.
Stewarts Sprachwitz und Erfindungsreichtum bringt dem amüsierten Leser neueste Forschungsergebnisse der abstraktesten Art leicht und allgemeinverständlich nahe. Es beginnt ganz harmlos mit dem zweidimensionalen Heimatland der Vikki Line, doch dann gehts ab ins "Mathiversum" der mehrdimensionalen Räume, in den Fraktalwald, nach Tellerland, zu den Topologen, ins Spiegelreich, zu den schwarzen Löchern, durch Wurmlöcher hindurch bis hinein in die Superstringtheorie. Und das alles wunderbar leicht und schlüssig erzählt in einer klug aufgebauten Rahmenhandlung und gewürzt mit einem tüchtigen Schuß Humor. Dies ist ein großartiges Mathebuch, von dem ich mir wünsche, daß es eines Tages verfilmt wird.
Die preiswerte Taschenbuchausgabe schont den Geldbeutel und macht das Ganze zu einem prima Geschenk für Wißbegierige. Das Buch ist ein klarer Fall für die Hausbibliothek und empfiehlt sich bestens als Querdenkerlektüre.