Am 25. Juni 2009 starb Michael Jackson. Auch zwei Jahre nach seinem Tod ist die Trauer der Fans ungebrochen. Ein Weg, um Trauer zu verarbeiten, ist, darüber zu reden. In verschiedenen Internetforen treffen sich die Fans bis heute täglich, diskutieren und knüpfen dabei Kontakte über Ländergrenzen hinweg. Es werden Gedichte geschrieben und Erinnerungen an Begegnungen mit Michael Jackson ausgetauscht, es wird gebetet und Mut zugesprochen. Martina Kainz und Hanna Lilith sind in einem solchen Forum aktiv. Die Menge der Beiträge, die nicht verloren gehen sollten, wurde schnell so groß, dass sie beschlossen, ein Buch zu veröffentlichen. "Flügel für einen Engel" haben sie ihre 248 Seiten umfassende Sammlung von Zeichnungen und Fan-Texten aus Deutschland, Österreich, Russland, der Schweiz und den USA genannt. Die Gewinne aus dem Erlös des Buches spendeten sie zunächst einem Tierheim in Österreich und dann einem Moskauer Jackson-Fanclub ("Rainbow of Hearts"), die mit dem Geld eine Kinderklinik unterstützen.
In Köln entstand im März 2010 eine Gedenkstätte für Michael Jackson. In "Flügel für einen Engel" schreibt eine der "Denkmalfeen" von ihrem Kampf mit den Behörden, ihrer unermüdlichen Arbeit, der Pflege und den Rückschlägen, als an der Gedenkstätte Bilder zerrissen und verbrannt wurden, bis die mittlerweile 40 Meter "voller Liebesbeweise, Anerkennungen, Ehrerbietungen" sogar von Prominenten wie Kim Wilde besucht wurden. Glücklich schreibt sie, es sei wunderschön, "so einen Ort der Ruhe, der Liebe, der Geborgenheit, der Magie und des Friedens zu haben".
Martina Kainz knüpfte sogar Kontakt zu einem der Backgroundsänger von Michael Jackson, Dorian Holley, traf ihn in Genf und führte ein Interview. Das Interview ist sicherlich ein Highlight des Buches. Holley berichtet von seiner Zusammenarbeit mit dem "sanften" und "höflichen" Jackson: "Die Freude, Kunst zu erschaffen, rieselte von ihm herab wie Sternenstaub".
Es ist traurig, dass sich kein Verlag bereit erklärte, das Fan-Buch herauszugeben und es letztlich im Eigenverlag erscheinen musste. Damit fehlte dem Buch das Lektorat. Einige Rechtschreibfehler und stilistische Mängel werden Fans aber nicht an der Lektüre hindern. Für Fans von Michael Jackson ist "Flügel für einen Engel" zwischen den unzähligen Veröffentlichungen nach dessen Tod ein ganz besonderes Juwel, denn die Liebe, mit der es verfasst wurde, ist auf jeder Seite zu spüren.