Es gibt nur sehr wenige Werke über Kompositionsgrundlagen. Und wenn, dann werden die Dinge oft nur angeschnitten. Auch Kandinsky, einer der Vorreiter, muß wie er selbst betont viel an Aufarbeitung den kommenden Generationen überlassen. Ich fürchte bisher ist es ausgeblieben.
Insofern kommt man um dieses teilweise etwas schwer verständliche Werk nicht drumherum. So sind seine Werke sicher nichts für Anfänger, auch wenn Grundlagen vermittelt werden. Für jemanden allerdings, der schon in der Materie drinn ist, ist es eine Offenbahrung!
Was mir besonders gut gefällt ist, dass er seine Aussagen nicht weichspült. Es sind einige Thesen in seinen Werken, bei denen man nicht ohne weiteres zustimmen will; aber er hält sich dennoch nicht zurück, und so bleiben Ideen, die sich zu überdenken lohnen.
Zumal er es zu jeder Zeit schafft nicht am Beispiel des Standbildes zu verhaften. Er hat schon einen stark philosophischen Ansatz geprägt, der einem die Sicherheit gibt sich eben nicht total zu verrennen. Es ist kein Fachbuch, das sich immer weiter in die Materie eingräbt, sondern im Gegenteil ein Buch, das einen über die Fläche hinausträgt und den ganzen Lebens-Raum mit einbezieht.
Alles in allem eine absolute Empfehlung, allerdings denke ich sollte man vorher schon ein paar Lebenserfahrungen gesammelt und einen Rundumblick erworben haben um einen Zugang zu diesen elementaren Gedanken zu bekommen.
Vor 5 Jahren hätte mich das Buch noch vollkommen überfordert.
Wobei hier "Punkt und Linie zu Fläche" noch den konkretesten Ansatz hat und damit den leichtesten Zugang gewährt, anders als "Über das Geistige in der Kunst" und "Eassays über Kunst und Künstler, wobei diese Rezension ansonsten auf die übrigen beiden Werke übertragen werden kann.