Es war eigentlich ein Abend mit etwas leichterer Kost vorgesehen. Doch der Film ist alles andere als leichte Kost. Er ist schlicht unfassbar.
Nur 3 Schauspieler machen dieses Drama zum Kammerspiel wie in einem Theater. Wenig Szenen spielen ausserhalb von Räumen statt.
Kurzum Frank ist Autor und Freund von Dr. Jonathan Baldwin. Dieser überzeugt seinen Freund den bekannten Therapeut Dr. Apsey zu besuchen und ihn in einem Bericht als Scharlatan zu entlarven, damit ihm die Lizens entzogen wird. Apsey behauptet Homos umpolen zu können. Was dann kommt sind handfeste Psychogespräche und Frank weiss zum Schluss nicht mehr wo er steht. Benutzt von beiden Psychologen wie eine Metapher zwischen fast Ideologischen Weltanschauungen von Schwul sein oder nicht und Lügen, die man sich immer neu ausdenkt und auftischt und gleichzeitig verwirft, wird eine fast hypnotische Atmosphäre geschaffen. So kommt es zu Schattengesprächen in den Sitzungen oder Diskussionen, wo der eine Psychologe im Hintergrund auf Frank einredet und der andere mit ihm spricht. Frank entzieht sich immer mehr seinem Freund Jonathan. Mehr sei nicht verraten.
Das Dilemma des Films ist, dass alle nur verlieren können und die Sieger bleiben aus. Zurück bleiben zerstörte Individuen. Die Spannung der Gespräche und Diskussionen, das sich vereinnahmen lassen von einem Therapeuten ja geradezu die Gefährlichkeit wie man einen Menschen manipulieren kann wird eindrücklich und ohne Wenn und Aber dargestellt. Der Film kommt ohne grosse Hintergrundmusik aus und die wäre auch nur störend.
In Europa sind Therapeuten, die gerne mal meinen zu glauben zu könnten Homosexuelle umpolen kein Thema. Im puritanischen Amerika ist dies nach wie vor von vielen fester Glaube, dass man da mal schnell zum Therpeuten rennt oder gar ein Crashkurs macht in Sachen Heteroliebe und dann zu meinen glaubt, man ist geheilt.
Geheilt sind nur die, die ihre eigene Liebe verstehen und akzeptieren und lernen damit umzugehen und alle Freunde, Bekannte, Verwandten die einen Menschen mögen, egal wie er liebt.
Empfehlenswerte Kost, die nicht alltäglich ist.