Slash nach dem Split von Guns N'Roses. Eine Supergroup: unglaubliche Albumverkäufe, Konzertrekorde, längste Tour aller Zeiten... Und der Leadgitarrist am Boden. Ausgezehrt durch Alkohol und Drogen, ausgebrannt nach jahrelangen Differenzen mit einem genialen Diktator namens W. Axl Rose - was sollte jetzt kommen?
Slash entschied sich für die kreative Variante und heuerte kurzerhand alte Kumpel an. Vor allem Mike Inez, vormals Bassist von Alice In Chains, war ein Begriff. Der Sänger: völlig unbekannt.
Rasch wurde ein Album aufgenommen. Die Kompositionen stammten durch die Bank von Slash; "Übriggebliebenes" von GN'R, vor allem solches, mit dem Axl nicht mitkonnte.
Darunter finden sich Juwele: "Beggars & Hangers-On" etwa ist ein griffiger Southern-Blues mit Slidegitarre (2010 live toll mit Myles Kennedy dargeboten!), "Back And Forth Again" eine grandiose Ballade im Stile von "Right Back To The Moment" vom Nachfolger, "Jizz Da Pit" ein wunderbares knackiges Instrumental, "Lower" schön morbide (mit großen Momenten!). Aber, der Rest: krankt. Keine guten Kompositionen, nicht "ausgereift". Einen Teil zur unbefriedigenden Qualität steuert natürlich der Sänger bei: Eric Dover ist zu eindimensional, um den Songs Tiefe zu verleihen; selbst "Beggars & Hangers-On" etwa klingt live mit Myles Kennedy um Häuser besser. Auch dürfte die Crew nicht derart gut harmoniert haben, wie wir das vom "Slash"-Album oder dem Nachfolger (mit völlig anderer Besetzung) kennen: stellt man dem Maestro gute Mitcomposer zur Seite, fruchtet dies durch die Bank - von Slash kommen die Riffs und die Grundstruktur, gemeinsam werden die Gesamt-Tunes erarbeitet. Das funktioniert hier leider nicht.
Die Gitarren passen, auch wenn sie nicht derart präsent und "markig" sind wie bei GN'R. Die "Fette" fehlt etwas.
Fazit: Anregender Start mit einzelnen Höhepunkten, aber insgesamt durchschnittlich. Der Nachfolger "Ain't Life Grand" ist für mich deutlich besser. Relativ schwacher Sänger.
3 von 5.