Als diese LP Ende der 60er erschien, gingen die Meinungen der Fans arg auseinander. Keith Emerson, der Kopf der Band, wollte sich beweisen im Klassikbreich, mit Orchester und Anleihen an die "richtige" klassische Musik. Klassikfans erschaudern sicher, doch dem Rockpublikum, welches sich nicht an Klassik heranwagte, war dieses Werk eine Offenbarung. Man konnte Klassik mit Rock hören, etwas vorher in diesem Stil nie dagewesenes. Und somit wurde die Bridges Suite ein Erfolg.
Natürlich ist Emerson hier noch auf dem Weg der Selbstfindung. Doch die ersten Ansätze seiner späteren Erfolge mit ELP sind deutlich hörbar. Sein Pianospiel, wunderbar umgesetzt wie fast immer bei ihm, ergänzt sich hervorragend mit dem Orchester. Kompositorisch setzt er Akzente, ohne jedoch vollends zu überzeugen. Sicher ist er immer noch besser als andere die dies ebenfalls in dieser Zeit probierten. Verglichen mit alten Klassikern fällt aber auch, dass seine Musiklehre eine andere war, eine einfachere. Man kann aber vielleicht gerechterweise auch bemerken, dass seine Zielgruppe auch eine andere war, und diese eben "behutsamer" an die Klassik herangeführt werden musste.
Höhepunkt ist natürlich die Suite in 5 Sätzen, doch auch die Kareliasuite ist aller Ehren wert.
Klanglich bietet diese remasterte Version eine Offenbarung. Das Werk wurde mit allen heute erdenklichen Mitteln aufpoliert und klingt so frisch, als ob es gestern aufgenommen worden wäre. Somit ist der Kauf all jenen zu empfehlen, die diese Musik schons damals kannten, im Lauf der Jahre jedoch vergessen haben. Oder an diejenigen, die wissen wollen, wie Rock meets Classic geklungen hat, bevor ander unsägliche Bands das Konzept kopierten.