Aus der Amazon.de-Redaktion
Fitzcarraldo, die vierte Zusammenarbeit von Werner Herzog und Klaus Kinski, ist sicherlich ihr berühmtester Film und wahrscheinlich auch ihr bester. Der egomanische Star Kinski war in jedem ihrer Filme auch das Alter Ego Herzogs, sein vor der Kamera stehender Zwilling, der die Vision des Regisseurs erst mit Leben erfüllte. Ohne diese Nähe der beiden wäre
Fitzcarraldo gar nicht denkbar. Hier sind sie wirklich eins geworden und haben gemeinsam ihren Traum von einem alles überwindenden Kunstwerk wahr werden lassen.
Wenn es im Kino überhaupt so etwas wie moderne Klassiker gibt, dann ist einer von ihnen diese Geschichte von dem besessenen Opernliebhaber Fitzcarraldo und seiner Idee, ein Dampfschiff über einen Urwaldhügel zu transportieren, um das Geld für ein Opernhaus mitten im Dschungel zusammenzukriegen. An sich kann man zwischen einem Film und seiner Produktion eine klare, trennende Linie ziehen; und das gilt eben nicht nur für Regiehandwerker, die einfach einen Auftrag erledigen, sondern auch für Filmemacher, die mit ihren Werken eine sehr persönliche Vision verfolgen. Doch hier gibt es diese Linie nicht. Die Grenze zwischen der Geschichte von Fitzcarraldo und den Geschichten seiner Entstehung verschwimmt, der Film wird zum Spiegel seiner selbst.
Fitzcarraldos Vorhaben, eine Oper in dem kleinen, vom Kautschuk lebenden peruanischen Nest Iquitos zu bauen, und sein Plan, das für den Kautschuktransport benötigte Schiff über den bewaldeten Hügel zu ziehen, sind Wahnsinn. Aber genau so ein Wahnsinn ist es auch, diese Geschichte im Urwald des Amazonasgebiets zu realisieren. Das große Thema Werner Herzogs, der Kampf des Menschen gegen die übermächtige Natur, spitzt sich hier zu auf den Kampf des Künstlers, der seinen größten Feind in der Natur und nicht in anderen Menschen findet. In der Besessenheit und dem Wahnsinn Fitzcarraldos setzt er sich selbst und allen anderen, die gegen jede Vernunft und jede Widrigkeit Kunst schaffen, ein Denkmal, das diesem Film gerade die Bewunderung von anderen visionären Regisseuren wie Francis Ford Coppola und Abel Ferrara eingetragen hat. --Sascha Westphal
Kurzbeschreibung
"Iquitos, Südamerika um die Jahrhundertwende: ein Haufen verrotteter Bretterbuden auf schlammigem Boden, bevölkert von nackten Kindern und Schweinen. Hier träumt Brian Sweeney Fitzgerald, genannt Fitzcarraldo, von großer Oper. Er ist besessen von der Vorstellung, Enrico Caruso inmitten des Amazonas-Urwaldes einmal Verdi zelebrieren zu lassen. Für dieses Projekt muß ein gewaltiger Dampfer über einen Berg geschleppt werden. Mit Hilfe eines Indianerstammes, den der Urwald-Sisyphus zuvor mit der Schallplattenstimme des größten Sängers aller Zeiten betört hat, vollbringt er das scheinbar Unmögliche."
Movieman.de
Moviemans Kommentar zur DVD: Brauchbare Bildwerte, ein solider Monoton und eine eher mißglückte 5.1-Mischung sprechen für die Technik der Disc. Gut ausgestattet mit einem 95-Dokumantarfilm, der einmal nicht nur auf Kinski fixiert ist, einem Regiekommentar, Trailer etc, sowie einem Auszug aus Kinskis Filmvertrag, der so skurril ist, daß der Disc-Kauf sich schon gelohnt hat: Kinski verlangte etwa, jegliche Radios aus seinem Hörkreis zu entfernen, eisgekühlte Getränke und andere besondere kulinarische Feinheiten. Werner Herzogs Film ist mehr ein Abenteuer an sich als ein Film. Die Dramaturgie ist schleppend, die Dialoge sind wenig inspiriert und Claudia Cardinale wirkt eher hilflos und von der Regie allein gelassen, aber trotzdem ist der Film fesselnd. Fesselnd wegen seiner Produktionsbedingungen und wegen seiner Settings. Sehenswert.
Bild: Trotz anamorpher Abtastung keine sonderlich hochkarätigen Bildwerte. Die Schärfe gibt ihre Detailtiefe in Halbnaheinstellungen bereits zugunsten von leichter optischer Indifferenz auf (00.46.10, Utensilien auf dem Schminktisch). Die Rauschwerte sind nicht stark störend, doch aber wahrnehmbar und lassen Hintergründe oft recht unruhig erscheinen (00.36.27). Die Ausleuchtung des unter erschwerlichen Bedingungen entstandenen Films ist selten optimal und so ist der Gesamteindruck der Optik eher etwas anstrengend.
Ton: Der Monoton wirkt durch die wenig inspirierte Synchronisation unerfreulicher, als er ist. Die Stimmen sind sauber voluminiert und das Monoklangbild ist überwiegend stimmig und fehlerlos. Die 5.1-Mischung dagegen unterscheidet sich eigentlich nur durch eine leichte Verhallung der Stimmen von der Mono-Version. Effekte sind kaum wahrnehmbar, so daß dieses zusätzliche Mastering völlig unnütz war. --movieman.de
VideoMarkt
Südamerika, Jahrhundertwende. Der irische Abenteurer Fitzcarraldo fängt in der Oper von Manaus an, von der Oper im Dschungel zu träumen. Er will sie in die Amazonas-Hafenstadt Iquitos bringen, durch Kautschukhandel finanzieren. Er erwirbt ein Dampfschiff, fährt den Amazonas hinauf. Zwischen Fluss und Ziel liegt ein Berg. Fitzcarraldo lässt Indianer das Schiff über den Berg ziehen. Sie machen es heimlich los, es jagt durch Stromschnellen. Zerschunden kehrt Fitzcarraldo nach Iquitos zurück. Doch sein Traum erfüllt sich.
Video.de
Werner Herzogs Meisterwerk über die Verwirklichung großer persönlicher Visionen lebt von seiner großartig entfalteten Bildgewalt und Klaus Kinski, der in seiner vorletzten Zusammenarbeit mit Herzog den Visionär Fitzcarraldo als verwegenen und gelösten Träumer spielt, der buchstäblich Berge versetzt. Claudia Cardinale ist Fitzcarraldos Freundin Molly, ehemalige Sängerin, die jetzt ein Bordell leitet. Regiepreis für Herzog in Cannes 1982. Nominierung für den Golden Globe 1983. Filmband in Silber 1982. Siehe auch die Doku "Burden of Dreams".
Blickpunkt: Film
Eindrucksvolles Amazonas-Abenteuer, in dem Klaus Kinski den Traum eines Opernhauses im Dschungel zu verwirklichen versucht.
Blickpunkt: Film Kurzinfo
Werner Herzog schleppt ein Schiff über den Berg.
Kurzbeschreibung
Iquitos, Südamerika um die Jahrhundertwende: ein Haufen verrotteter Bretterbuden auf schlammigem Boden, bevölkert von nackten Kindern und Schweinen. Hier träumt Brian Sweeney Fitzgerald, genannt Fitzcarraldo, von großer Oper. Er ist besessen von der Vorstellung, Enrico Caruso inmitten des Amazonas-Urwaldes einmal Verdi zelebrieren zu lassen. Für dieses Projekt muss ein gewaltiger Dampfer über einen Berg geschleppt werden. Mit Hilfe eines Indianerstammes, den der Urwald-Sisyphus zuvor mit der Schallplattenstimme des größten Sängers aller Zeiten betört hat, vollbringt er das scheinbar Unmögliche.
Cover Info
Klaus Kinski ...Brian Sweeney Fitzgerald - 'Fitzcarraldo' José Lewgoy ...Don Aquilino Miguel Ángel Fuentes ...Cholo Paul Hittscher ...Captain (Orinoco Paul) Huerequeque Enrique Bohorquez ...Huerequeque (The Cook) Grande Otelo ...Station master Peter Berling ...Opera Manager David Pérez Espinosa ...Chief of Campa Indians Milton Nascimento ...Blackman At Opera House Ruy Polanah ...Rubber Baron Salvador Godínez ...Old Missionary Dieter Milz ...Young Missionary William L. Rose ...Notary (as Bill Rose) Claudia Cardinale ...Molly Isabel Jimines de Cisneros ...Opera Singer Jean-Claude Dreyfus ...Opera Singer Jesús Goiri ...Opera Singer Veriano Luchetti ...Opera Singer Lourdes Magalhaes ...Opera Singer Christian Mantilla ...Opera Singer Costante Moret ...Opera Singer Dimiter Petkov ...Opera Singer Mietta Sighele ...Opera Singer Liborio Simonella ...Opera Singer
Produktbeschreibungen
Der exzentrische Brian Sweeney Fitzcarraldo ist von der Idee besessen, mitten in dem un-berührten Amazonas-Dschungel ein großes Opernhaus zu bauen. Von den Ersparnissen seiner Freundin, der Bordell-Besitzerin Molly, kauft Fitzcarraldo einen alten Flussdampfer.
Damit will er in ein unerschlossenes Kautschukgebiet schippern, um dort das Geld für den Bau zu erwirtschaften. Kautschuk gilt als das Gold des Urwalds. Um die gefährlichen Stromschnellen einer Flussmündung zu umgehen, entwickelt der Besessene einen atemberaubenden Plan: Hunderte von Indios sollen das riesige Schiff über eine unpassierbare