Der Journalist Andreas Jopp schrieb zusammen mit dem "Fitnesspapst" Dr. Ulrich Strunz (
Forever young, Das Erfolgsprogramm) ein bemerkenswertes Buch, das den Kenntnis-Stand der Wissenschaft über den Fettstoffwechsel zusammen mit neuesten Studien auf den Punkt bring: Leute, Ihr müsst Euch mal wieder umstellen!
Im Kern geht es darum, "steife" Fette wie gesättigte Fettsäuren oder gar industriell verbrochene Ultrafette, aber auch die inzwischen durch Industrienahrung zu(!) verbreiteten Omega-6 - Fettsäuren durch "bewegliche" Omega-3 - Fettsäuren zu ersetzen, bis das natürliche Verhältnis von 1:1 im Körper wiederhergestellt ist.
Aber das ist nicht alles, was man lernt - wer sich durch das amerikanisch-"lustige" Schwulstgeschreibe und den Layout-Schmodder nicht von der Wissensaufnahme abhalten lässt, erfährt auch, woher eigentlich unsere lebensbedrohliche Verfettung kommt (Tierzucht mit Viehfutter, Industrie-"Lebens"mittel), wie man die Normalisierung des Fett-Haushalts auch ohne neue Chemieprodukte hinbekommt, in welchen Anteilen die verschiedenen Fette in Nahrungsmitteln enthalten sind, was man, wie L-Carnitin und natürliches Vitamin E, eventuell aber dann doch auch an Nahrungsergänzungsmitteln begleitend nehmen sollte und wo man das alles herbekommt - wobei durchaus auch mal ein Discounter genannt wird.
An überschnelle Kritiker: Ehe man ein Buch popularistisch in der Luft zerreißt, hätte man es vielleicht ja doch bis zu Ende lesen sollen. Wir sind alle darauf angewiesen, von anderen fair behandelt zu werden. Dieses Recht sollte auch einem Autor zustehen.
Die recht ausführlich vorgetragenen Studien zeigen ein gleichzeitig erschreckendes, aber auch Hoffnung machendes Bild. Was viele von uns vielleicht immer schon empfunden haben: Vernünftiges Essen erwies sich in seriösen Großstudien als wesentlich(!!!) wirksamer als die gängigen medizinischen Behandlungen mit Cholesterol- oder Blutdruck-Senkern. Und wer sich von industriellen Nahrungsmitteln weitgehend fernhält, wird nicht nur mit einem fitten Körper, sondern auch mit einem bis ins hohe Alter funktionierenden Gehirn belohnt - wobei das Ganze bei Männern nach heutigen Ergebnissen bereits ohne weitere Veränderungen knapp 10 Jahre zusätzliches, gesundes Leben bringt.
Das ist, um es noch einmal ganz deutlich zu sagen, kein leeres Versprechen, sondern das unbezweifelbare Ergebnis langjähriger, sorgfältig durchgeführter Studien! Im Buch werden übrigens ständig Ergebnis-Tabellen zum behandelten Thema und den zugehörigen Studien vorgelegt, die Studien und andere relevante Angaben sind nachvollziehbar referenziert. Das macht ein Journalist wie Jopp schon korrekt, schließlich will er keinen Ärger bekommen, falls mal ein Leser an einer Scheibe Wildlachs sterben sollte.
Was "Strunz & Jopp" nicht erwähnen - die Industrie ist längst wieder an anderen Fronten eifrig zugange, das Leben von uns allen bestmöglich zu zerstören. Da wären die verhängnisvollen, gegen besseres Wissen immer wieder von der mächtigen Industrie durch die Zulassungen gepaukten Gifte Aspartam [1] und Glutamat [2], das nicht einmal in angeblicher Bio-Milch deklarierte Carrageen [3] sowie die hormonwirksamen Gifte wie Bisphenol A, die als Weichmacher in Kunststoff-Verpackungen wie z.B. Getränkeflaschen für Fettleibigkeit, Unfruchtbarkeit, Krebs, Erbschäden und - neueste Erkenntnisse - für Alters-Hirnkrankheiten ("Demenz", Parkinson, Alzheimer) sorgen. [4]
Also - Tipp vom Rezensenten - nicht "nur" auf die richtigen Fette achten, sondern auch
Unser täglich Gift. Wie die Lebensmittelindustrie unser Essen vergiftet anschauen und die Konsequenzen ziehen. Wer sich täglich mit industriellen "Nahrungs"- und "Genuss"-Mitteln vom Brötchen über die Currywurst bis zur Diät-Cola vergiftet, kann noch soviele Bücher lesen und Fischölkapseln schlucken - er wird früher oder später in einer Intensivstation "liebevoll" zu Tode gepflegt werden - bei aller Quälerei aber das gute Gefühl haben, das Menschenmögliche zum Gedeih der Nahrungsmittel-, Pharma- und Medizinindustrie getan zu haben.
In diesen Bereich gehört auch die Albaöl-Empfehlung der Autoren. Wie man in TEST nachlesen kann, enthält Albaöl ein "synthetisches Gemisch naturidentischer Aromastoffe. Ohnehin muss man beim Albaöl, das ja als Rapsölzubereitung bezeichnet wird, neben dem Rapsöl und den Aromastoffen einige weitere Zutaten in Kauf nehmen: Emulgator, den Farbstoff Beta-Carotin und Zitronensäure als Antioxidans."
Auch die Empfehlung, zur Erleichterung des Fettabbaus vor Belastungen L-Carnitin einzunehmen, wurde Anfang 2012 von den Warentestern als "erwiesenermaßen nutzlos" kritisiert.
Wenn man etwas gelernt haben sollte, dann das, dass in diesem Chemiemüll die Ursache allen Ärgers liegt.
Nach diesem Ausflug von Herzen wieder zum bunten Kinder-Buch von Ulrich und Andreas: Wer einiges über Ernährung weiß, wird zustimmen, dass dies ein hilfreicher Ratgeber zum gesunden Essen ist, den man unbedingt zur Lektüre und zum Befolgen(!) empfehlen kann. Der Rezensent hat bereits damit begonnen, wird hier also zweifellos noch in 100 Jahren seinen Senf aus jungfräulich kaltgepresstem Olivenöl und ohne Aspartam & Glutamat zum fetten Seefisch dazugeben.
Kritik ist angesagt am überladenen Design und der durch Kindereien wie "Fettschiffchen und Fetthäfen" unnötig zugeschmodderten (ein Lieblingswort der Autoren) Texte. So, wie es jetzt aussieht, werden viele das Buch nicht kaufen, obwohl der Inhalt wichtig und seriös ist - da sind die Verlage auf einem ganz schlechten Trip. Das Ganze übersichtlich, geschmackvoll und nüchtern gestaltet in "normaler" Taschenbuch-Form zum halben Preis wäre aber ohne Zweifel alle Sterne der Welt wert.
Ansonsten könnte man weitere aktuelle Hinweise zur Ernährung auch von einer wissenschaftlichen Quelle direkt beziehen: Prof. Dr. Med. Richard Béliveau [5], Leiter eines Forschungsinstituts mit etwa 30 Wissenschaftlern in Quebec, hat eine Vielzahl von Veröffentlichung veranlasst, unter anderem einige Antikrebs-Kochbücher, die man auch bei Amazon findet.
jury 3* A0702 1.4.2012eg
[1] E951, Süßstoff, Marken-Namen z.B. NutraSweet, Canderel
Im Juli 2005 veröffentlichte die in Bologna beheimatete "Fondazione Europea di oncologia e scienze ambientali Bernardino Ramazzini" die Ergebnisse einer Studie mit Ratten, die einen direkten Zusammenhang zwischen der Einnahme des Süßstoffs und der Erkrankung an Krebs belegen.
Der Süßstoff Aspartam induzierte in einer tierexperimentellen Studie in Environmental Health Perspectives (EHP 2005 doi: 10.1289/eh.8711) Lymphome, Leukämien und andere Tumore, und zwar bereits in einer Dosierung, wie sie auch von vielen Menschen konsumiert wird. (Quelle: Deutsches Ärzteblatt)
[2] E621, Mononatriumglutamat, bei trächtigen Ratten wurde ein negativer Befund auf Geburtsgewicht, Wachstumshormon, Fressgier, Übergewicht und Kleinwüchsigkeit nach der Verabreichung von Glutamat nachgewiesen.
[3] Polysaccharide, Hydrocolloide. Zur Herstellung von Carrageen aus Rotalgen werden die Algen gewaschen und in alkalischer Lösung gekocht. Im Tierversuch wurden Geschwürbildungen und Veränderungen im Immunsystem mit abgebautem Carrageen festgestellt. Es gibt Behauptungen, dass Carrageen die Aufnahme von Mineralien wie Kalium behindert und Allergien auslösen kann.
[4] DEHP, BPA Bei Männern, die über hohe BPA-Konzentrationen verfügten, konnte man unter anderem eine 23 Prozent geringere Spermienkonzentration sowie rund 10 Prozent mehr DNA-Veränderungen feststellen.