Hallo zusammen (Sicherheit u. Spalttechnik siehe letzter Abschnitt),
ich habe 20 Festmeter Holzhacken hinter mir - zur Hälfte mit der X46 bzw. der X27. Gleich vorweg, die X46 hat zunächst "wuchtigen" Spaß bereitet. Als ich mir allerdings damit das Kreuz verrenkt hatte war die Freude zu Ende (ich sehe eben nicht aus wie Arnold in seinen besten Jahren 30 - 40). Ich hab mir dann die X27 von Fiskars bestellt, die statt 3,7 kg "nur" 2,7 kg Kopfgewicht hat (X25 = 2,5 Kg Kopfgewicht + 70 cm Stil = handlicher, aber etwas weniger Spalt-Power). Beide Äxte haben den hervorragenden 90 cm Kunststoffstil (dadurch hohe Spaltkopfgeschindigkeit möglich), der im Gegensatz zum Holzstil die häftigen "Rückschläge" bei einem Fehlschlag auf den Stil gut kompensieren. Allerdings ist die X46 "bauchig" geschmiedet und die X27 eher gerade bzw. hat leicht "eingezogenen Backen". Mit anderen Worten, die X27 ist wie eine "Rasierklinge" geschmiedet (Axtkopf in der Sonne drehen, dann könnt Ihr es sehen).
Das geringere Gewicht und die "schlanke Figur" haben beim Spalten (trotz angeschlagenem Rücken) das Holz optimal gespaltet bzw. ich konnte ca. 2x so viele Baumscheibe(ca. 40 cm hoch, 60 cm Durchmesser) pro Stunde spalten als mit der X46.
Tipp: Der Kunststoffstil hält Fehlschläge gut aus. Damit das auch für längere Zeit so bleit habe ich noch zwei Lagen "Elefantenhaut" (2 mm dicke Gummistreifen) am Stil unterhalb der Klinge mit Tesa-Power-Band fixiert.
Wichtig! Die Gummistreifen nicht um den Stil wickeln, denn dann passt die Axt nicht mehr in das Schutzgehäuse (was ziehmlich praktisch ist)! Zum Hacken von Scheiten habe ich mir die Fiskars X15 (1,5 kg Kopfgewicht) gekauft, die auch zum Vorbehadeln von wiederspänstigen Ästen gute Dienste leistet. Ich denke auch die X10 (1 kg Kopfgewicht) leistet hierbei gute Arbeit mit weniger Kraftaufwand.
Sicherheit:
Schutzbrille ist Pflicht, denn manchmal fliegen die Scheite nicht nur zur Seite (Normalfall), sondern kommen auch direkt auf einen zu. Das ist zwar nur 1x passiert, aber ohne Brille hätte ich nicht nur eine große Beule gehabt. Wer auch noch die Beulen verhindern will, kann einen Fahrradhelm aufsetzen.
Feste Schuhe sind ratsam. Knie- und Schienbein-Schützer (Fußball mit Hartkunststoffeinsatz ca. 10 ¤) sind optional. Ich hatt nie einen Fehlschlag in diesen Regionen, aber die Schützer vermitteln ein zusätzliches Sicherheitgefühl und Ihr könnt Euch aufs Spalten konzentrieren.
Im Umkreis von 10 Metern darf keine Person und vor allem keine Kinde stehen. Diese lenken vom konzentrierten Führen der Axt ab und die Spalthämmer bzw. -äxte spalten so gut, dass die Splitter o. Holzbrocken tatsächlich 10 Meter mit voller Wucht fliegen können. Also auch Fenster, die sich in der Nähe befinden durch heruntergelassene Jalousien sichern. Speziell die X46 mit ihren "dicken Backen" kann, wenn nur der Rand getroffen wird im 90° Winkel zur Seite "ausschlagen". Versucht nicht die "Kanonenkugel" mit Gewalt aufzuhalten, denn dass geht aufs Kreuz.
YouTube ist diesbezüglich irreführend: Hier werden in einigen Videos alle Fehler gezeigt, die Frau/Mann machen kann.
1. Niemals in Bodennähe spalten (strapaziert das Kreuz und die Bandscheiben).
Tipp: Wenn Ihr die Axt auf die zu spaltende Baumscheige stellt, muss sich der Stil waagerecht bzw. parallel zur Baumscheibe sein.
2. Baumscheibe 1. (ca. 35 - 40 cm hoch, ca. 40 - 60 cm Durchmesser) als Hackstock verwenden. 3. Baumscheibe 2. mittels einer Rampe (z.B. Schaltafel) auf Baumscheibe 1. rollen (niemals heben, denn die Baumscheibe wiegt 40 - 60 kg; je nach Holzart) + vorsichtig ablegen (gebeugte Knie + gerades bzw. vertikales Kreuz). Tipp: Beim Rollen könnt Ihr hier gut die Knieschützer zum Abstützen der Baumscheibe brauchen (Baumarkt ca. 10 ¤).
4. Baumscheibe 2. bzw. später den Rest der Baumscheibe immer soweit wie möglich an den hinteren Rand von Baumscheibe 1 legen.
Grund: Wenn ihr an Baumscheibe 2. vorbeischlagt (passiert am Anfang hin u. wieder), dann landet die Axt nicht in Euren Füßen sondern im vorderen Teil von Baumscheibe 1. bzw. nicht in der Erde, was die Axt stumpf macht. Aber wie werden die Baumscheiben gemacht?
Ich hatte Glück ich habe einen Kettensägenprofi in der Verwandschaft.
Wichtig ist, dass Ihr die Baumscheibe so hoch macht, dass die Scheite sich später gut stapeln lassen = unter 30 cm könnt ihr vergessen. Bitte vorher die Brennkammer Eures Kachel- o. Specksteinofens ausmessen, dann wißt Ihr wie lang die Scheite max. sein dürfen = Höhe Baumscheibe (z.B. 33 - 40 cm). Je höher eine Baumscheibe ist, desto schwerer ist es diese zu spalten. Stapeltipps gibt es bei Fiskars auf der Homepage. Zum Sägen mit der Kette gibt es Tipps bei Stihl.
1. Niemals die Zähne der Kett berühren, auch nicht wenn diese stillstehen, denn die Zähne sind scharf wie Rasierklingen.
2. Die Kette darf niemals die Erde berühren, wenn diese in Bewegung ist (also auch im Leerlauf), denn dann ist diese stumpf und es fängt beim Sägen an zu qualmen bzw. das Sägen ist sehr kraftraubend.
3. 2x tanken (Motomix hat weniger Giftstoffe) = 1 Liter Öl nachfüllen (damit die Kette ordentlich geschmiert wird.).
4. Laßt Euch von einem Profi zeigen wie mann die Kett spannt!
!!! Jetzt die Spalttechnik !!!
Körperhaltung:
1. Beinstellung: Niemals beide Füße auf gleicher Höhe. Hat zwar den Vorteil, dass beide Kniee den max. Abstand zum Axkopf haben, aber die volle Kraft kann hier nicht entwickelt werden bzw. belastet die Knochen der Wirbelsäule.
2. Besser ist in leichter Schrittstellung zu stehen und immer mal wieder das Frontbein zu wechseln, damit Ihr nicht einseitig werdet (nach 2 - 4 Stunden spalten macht sich das bezahlt).
3. Rechtshänder (Linkshänder umgekehrt): Die rechte Hand ist am Stilände (ruhig an der Hüfte abstützen).
Die linke Hand ist zunächst in Axtkopfnähe (die Axt lässt sich leichter über den Kopf "stämmen").
4. Axt über den Kopf heben.
5. Axt mit der linken Hand "hochwerfen" so dass sie "gewichtlos schwebt" und dann kraftvoll gegen die Baumscheige beschleunigen, indem die linke Hand den Stil hinuntergleitet und mit der rechten Hand gemeinsam am Stilende ziehen (+ in die Knie gehen = mehr Power = gerades Kreuz) und damit den Axtkopf maximal beschleunigen.
Nach 10 bis 20 Schlägen habt Ihr die Technik raus.
Einen Handwechsel kann ich leider nicht empfehlen, denn mit der linken Hand unten hatte ich mehrere Fehlschläge.
Spalttechnik:
1. Niemals versuchen die Baumscheibe wie einen Kuchen zu teilen (fühlt sich so an, als wolltet Ihr ein Telefonbuch am Rücken zerreißen = geht nicht) - das geht nur mit Spalt-Keilen und einem Vorschlaghammer bzw. mit der Rückseite der X46 (ist zeitraubend und geht sehr aufs Kreuz).
2. Seht Euch die Jahresringe an und schlagt parallel bzw. auf den Jahresring ca. 10 cm vom Rand, dann fällt mit einem Schlag ein dickes Scheit (ca. 10 x 30 x 40 cm) von der Baumscheibe ab (Telefonbuch aufblättern geht leichter).
3. Eigene Position so verändern (oder Baumscheibe drehen), dass Ihr wieder parallel bzw. auf den Jahresring ca. 10 cm vom Rand schlagen könnt. So entsteht ein 8-Eck in der Mitte, dass Ihr, wenn es klein genug ist direkt in der Mitte splaten könnt (ansonsten noch eine Jahresring-Runde).
Tipp: Wenn sich ein dickes Scheit nach 3 Schlägen nicht abspalten will, weil z.B. eine verwachsene Stelle oder ein Ast sich in der Nähe befindet, dreht die Baumscheibe einfach um. Auf der anderen Seite funktioniert es in der Regel.
!!!! Laßt Euch nicht auf "Zweikämpfe" mit Ästen ein - die sind hart wie Beton und verrenken das Kreuz !!!
1. Wenn sich ein dicker Ast in d. Baumscheibe befindet so sollte dieser zu Euch zeigen.
2. Das schlagen der Jahresringe (siehe oben) muss nun an der Kante des Astes enden, damit das Scheit sich abspaltet.
3. So viele dicke Scheite abspalten wie möglich, bis der Ast und das restliche Holz frei liegt und noch stehen kann.
4. Der Ast schaut immer noch zu Euch. Jetzt mit einem wuchtigen Schlag genau ! in die Mitte des Astauges schlagen. Klappt das nach dem 5ten Schlag nicht könnt Ihr mit der X15 einige Schläge in das Astauge machen (Kopf ist schmaler = dringt tiefer ein). Dann nochmals mit der X27 o. X46. Dann seht Ihr warum der Ast so hart ist (wächst quer zum Restholz und krümmt sich dann). Wenn der Ast immer noch nicht nachgibt, dann müsst ihr diesen mit der Kettensäge behandeln oder so in den Ofen stecken.
Dickes Scheit in kleine Scheite mit der X15 (X10) spalten:
1. Hackstock in Hüfthöhe verwenden.
2. Schutzbrille + dicke Leder-Handschuhe sind ratsam (Baumarkt).
3. Offt fällt der Rest des dicken Scheits nach dem Schalgen runter = Ihr könnt die X15 als Stütze beim Bücken benützen, um nicht "Kreuzlahm" zu werden.
4. Wenn Ihr die X15 nur leicht in das dicke Scheit treibt (ansetzen) könnt Ihr das Scheit mit der linken Hand und der Axt (rechte Hand) hochheben und auf den Hacksock schleudern.
Vorteil: Die linke Hand hält das Restholz fest = nur das kleine Scheit fällt zu Boden und den Rest könnt ihr sofort (ohne Bücken) weiterbearbeiten.
Viel Erfolg !