Der Fisher Space Pen hat mittlerweile einen fast legendären Status. Sein guter Ruf war jedoch nicht der einzige Kaufgrund für mich. Ich habe lange nach einem geeigneten Kugelschreiber gesucht und dabei Wert auf folgende Eigenschaften gelegt:
1. Gute Verarbeitung / lange Haltbarkeit
2. Angenehme Haptik
3. Gute Schreibeigenschaften (Tintenfluss)
Nun, nach einem Wochenende Probeschreiben, kann ich folgendes sagen:
zu 1.) Der Stift ist hervorragend verarbeitet. Da er komplett aus Metall gefertigt ist (bis auf einen kleinen Kunststoffring vor dem Gewinde) wirkt er ausgesprochen stabil. Zur Haltbarkeit kann ich natürlich noch nichts sagen. Die beiden Schwachpunkte der Kugelschreiber, die ich bisher verwendet habe, hat der Space Pen auf jeden Fall nicht: Sein Gewinde ist nicht aus Kunststoff und er hat keinen Clip, der abbrechen könnte.
zu 2.) Das Design des Space Pen ist sicherlich für viele ausschlaggebend für die Kaufentscheidung. Er ist definitiv eine Schönheit. Nach dem Öffnen der Verpackung war ich allerdings etwas überrascht, wie klein der Kugelschreiber ist. Ich schreibe gerne mit relativ schweren Stiften und zweifelte, dass ein solcher Winzling gut in der Hand liegen kann. Nun hier gibt es keine einfache Antwort: Der Space Pen wiegt, inklusive Mine, etwa 20.5g und damit mehr als meine bisherigen Kugelschreiber. Man merkt deutlich, dass er komplett aus Metall besteht. Trotzdem bin ich nicht vollkomen zufrieden: Der Stift ist relativ dünn (etwa wie ein Parker Jotter) und meine Hände verkrampften sich schnell. Ich muss zugeben, dass ich große Hände habe - ich bin knapp 2m groß -, also habt ihr diese Probleme vielleicht nicht. Viel schwerer wiegen für mich die Rillen am Stift: Die bisherigen Kugelschreiber, die ich verwendet habe, musste man fest halten, damit die Finger nicht abrutschen. Von den Rillen am Space Pen versprach ich mir eine rutschfeste Griffzone. Falsch gedacht: Die Rillen helfen gar nicht.
nun zum letzten Punkt, der Tinte. Normalerweise würde ich bei einem Kuli nie die Tinte mitbewerten. Der Space Pen benötigt jedoch spezielle Minen, die auch seinen großartigen Ruf bedingt haben. Also denke ich, dass man in diesem Fall die Patronen beachten muss.
zu 3.) Kurz gesagt, ich war enttäuscht. Als erstes: Die Tinte haftet weder auf Glas noch auf Metall -das habe ich mehrfach getestet-. Auf Plastik kann man zwar schreiben, ich konnte aber keinen Unterschied zu einer normalen Mine feststellen. Immerhin ist die Mine temperaturresistent und schreibt auf nassem/fettigen Papier. Generell finde ich "normale" Großraumminen besser. Die Mine des Space Pen kratzt wenn man den Stift leicht neigt, eine Parker Vergleichsmine war hier viel toleranter. Außerdem braucht der Space Pen viel Druck um einen kräftigen Strich zu produzieren.
FAZIT:
Der Stift hat ein ansprechendes Design und ist hochwertig verarbeitet. Die Eigenschaften der Tinte entsprechen den Angaben des Herstellers, werden dem Ruf des Stifts jedoch nicht gerecht.
Ich kann den Space Pen weiterempfehlen, den Enthusiasmus aber nicht nachvollziehen.