John Whitney Hall bietet mit seiner Darstellung der Japanischen Geschichte die Möglichkeit, sich intensiv mit der Thematik vertraut zu machen. Dies ist bisweilen nicht ganz einfach, denn es wird nicht an japanischen Namen und Begriffen gespart, so daß es vielleicht zu Beginn schwierig erscheint, bei den fremd klingenden Ausdrücken den Überblick zu behalten. Allerdings wird jedes neue Wort oder auch Person immer genau erklärt, so daß das Verständnis nicht allzu schwierig fällt. Ein Register sowie eine Zeittafel ermöglichen weiter die Möglichkeit, immer wieder in Vergessenheit geratene Begriffe nachzuschlagen. Zudem gibt es ein Literaturverzeichnis, um sein Wissen weiter zu vertiefen. Allerdings sind diese empfohlenen Werke natürlich schon etwas älter und ausschließlich in englischer Sprache abgefaßt. Inhaltlich gesehen, beleuchtet das Buch einführend den geschichtlichen Hintergrund, bevor es auf den Ursprung des japanischen Volkes eingeht. Die Herkunft der Japaner ist bis jetzt noch nicht ganz einstimmig geklärt worden. Daraufhin schildert der Autor die verschiedenen Abschnitte japanischer Geschichte von der Jomon-Zeit bis zur Yamato-, Nara-, Heian-, Fujiwara-, Kamakura-, Muromachi-, bis zur Tokugawa-Zeit. Die Darstellung der Tokugawa-Zeit nimmt einen eindeutigen Schwerpunkt in Halls Buch ein. Sie wird sehr detailliert dargestellt, denn sie ist als ein sehr wichtiger Abschnitt in der japanischen Geschichte zu sehen. Anschließend wird die Meiji-Restauration, die Taisho und die Showa-Zeit dargestellt, wobei jedoch die beiden letzteren nur sehr knapp behandelt werden. Das heißt, wer sich für die Kriegs- und Nachkriegsgeschichte Japans interessiert, ist mit diesem Buch schlecht beraten. Will man sich jedoch ein fundiertes Basiswissen aneignen, so ist dieses Buch vielleicht bislang am geeignetsten im deutschsprachigen Raum. Positiv zu vermerken ist auch, daß diese wissenschaftliche Darstellung sich nicht auf eine reine Aufzählung von Geschichtlichen Daten und Großereignissen beschränkt, sondern auch immer auf den jeweiligen kulturellen, literarischen und intellektuellen Hintergrund Bezug nimmt.