Der Band deckt, fast 50 Jahre nach seinem Erscheinen, immer noch meisterlich eine "Lücke" oder besser einen weißen Fleck in der Geschichtswahrnehmung ab, die doch eigentlich gar keine ist, sondern eine Periode fundamentaler Wandel und Weichenstellungen. Zum einen die germanischen Völkerwanderungen, die hier sehr übersichtlich in ihrer Eigenart, aber auch in ihrem Verlauf (weitgehende Romanisierung der Eroberer und zugleich Herausbildung eigener Profile) und in ihren Wirkungen auf das mittelalterliche Europa gezeigt werden.
Auf der anderen Seite des Mittelmeerraums die Entstehung des Arabischen Weltreichs, gerade auch in seiner Wechselwirkung vor allem mit Byzanz. Ebenfalls sehr anschaulich geschrieben, ohne deswegen den Anspruch auf eine fast enzyklopädische Genauigkeit und Breite aufzugeben.
Mag sein, dass es in der Zwischenzeit neue Erkenntnisse und viele Monographien zu diesen Themenkomplexen gibt - in seiner Breite und guten Verständlichkeit ist dieser Band der Fischer Weltgeschichte immer noch ein "Muss".