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Fischer Weltgeschichte, Bd.19, Das Chinesische Kaiserreich
 
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Fischer Weltgeschichte, Bd.19, Das Chinesische Kaiserreich [Broschiert]

Herbert Franke , Rolf Trauzettel
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Als im Jahre 1911 in China das Kaisertum abgeschafft und die Republik ausgerufen wurde, hörte eine Institution auf zu existieren, die zweitausend Jahre hindurch dem "Reich der Mitte" das Gepräge verliehen hatte. Die lange und wechselvolle Geschichte dieses Kaiserreiches verlief nicht ohne Dramatik. Zahlreiche Dynastien lösten einander an der Spitze des Staates ab; immer wieder gelang es Usurpatoren, durch Intrigen, durch Revolten oder auf dem Weg über einen Bürgerkrieg den legitimen Herrscher zu beseitigen, sich an seine Stelle zu setzen und ein neues Kaiserhaus zu errichten. Später rissen fremde Eroberer die Macht an sich: schon im 4. Jahrhundert n. Chr. kam es zu Staatsgründungen nomadischer Invasoren in Nordchina. Im 13. Jahrhundert gliederte Kublai Khan das ganze Land dem mongolischen Weltreich ein; nach der fast dreihundertjährigen Herrschaft einer nationalen Dynastie - der der Ming - übernahmen schließlich die Mandschuren die Herrschaft, die sie bis zum Sturz der Monarchie nicht mehr abgeben sollten. Eigentümlich ist, daß die fremden Einflüsse über die bloße Ausübung der Regierungsgewalt kaum hinausgingen: die hochentwickelte chinesische Kultur, die Philosophie, die - z. B. in Gestalt des Konfuzianismus und Neokonfuzianismus - ganz erheblich auch in den praktisch-politischen Bereich hineinwirkte, die Kunst und Literatur - sie alle bewahrten ihre Eigenart. Die Eroberer paßten sich in vieler Hinsicht den Gegebenheiten an, die sie vorfanden.
Die Veränderungen und die Konstanten im geschichtlichen Werdegang des chinesischen Kaiserreiches sind im vorliegenden Buch dargestellt. Die Verfasser, der Münchner Sinologe und Historiker Professor Herbert Franke und sein Mitarbeiter Dr. Rudolf Trauzettel, gliedern übersichtlich die Fülle der historischen und kulturgeschichtlichen Fakten. Sie zeichnen die Linien der geistigen und religiösen Entwicklung nach; sie berücksichtigen moderne soziologische Methoden und gelangen so zu teilweise neuen Erkenntnissen über die Gesellschaft des alten China.
Der Band ist in sich abgeschlossen und mit Abbildungen, Kartenskizzen und einem Literaturverzeichnis ausgestattet. Ein Personen- und Sachregister erleichtert dem Leser die rasche Orientierung.
Die Geschichte Chinas findet ihre Fortsetzung bis zur Gegenwart in Band 33 der "Fischer Weltgeschichte": "Das moderne Asien".

Über den Autor

Herbert Franke, 1914 in Köln geboren, war nach Jahren in Köln, Bonn und Cambridge von 1952 bis 1979 Professor für ostasiatische Kultur- und Sprachwissenschaften in München. Zu seinen wichtigsten Büchern gehören Geld und Wirtschaft in China unter der Mongolen-Herrschaft (1949) und Das chinesische Kaiserreich, das 1968 als Band der Fischer Weltgeschichte, und Krieg und Krieger im chinesischen Mittelalter (2003)

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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Broschiert
Dieses Buch ist sowohl ein hervorragendes Buch für den Anfänger, der sich einen Überblick über China gewinnen will, als auch ein hervorragendes Nachschlagewerk für den Sinologen. Es vernachlässigt keinen Aspekt der 3000-Jährigen Geschichte, ist jedoch an manchen Stellen veraltet , da keine neuen, revidierten Auflagen erscheinen.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Broschiert
Der 19. Band der insgesamt 36 Bände fassenden „Fischer Weltgeschichte" befasst sich mit dem „Chinesischen Kaiserreich". Das Buch befasst sich dabei mit der chinesischen Kultur vom Anfang an, behandelt auch die Mythen und Legenden, lässt das chinesische Mittelalter nicht ausser Sicht, und endet schließlich mit dem Ende des chinesischen Kaiserreiches 1911. Dabei enthält das Buch neben den 17 Abbildungen, die neben dem leicht verständlichen Text das Lesevergnügen fördern, auch eine ausführliche Zeittafel, ein umfangreiches Literaturverzeichnis und natürlich auch ein genaues Register. Alles in allem ein sehr interessantes Geschichtsbuch, das auch wissenschaftlichen Ansprüchen gerecht wird. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von ludwigwitzani TOP 500 REZENSENT
Format:Broschiert
Manche behaupten, die Vorherrschaft des Westens seit der Epoche der Entdeckungen und Kolonialisierung werde sich rückblickend als eine Episode erweisen. So wie bis zum Beginn des 2. Jahrtausends unserer Zeitrechnung China in kultureller Hinsicht Europa weit überlegen gewesen sei, werde es schon bald wieder den Westen überflügeln und seinen angestammten Rang als Mitte und Maß der Welt einnehmen. Wie immer man diese These auch beurteilen mag, ist sie doch Grund genug, sich mit der Geschichte Chinas zu befassen. Doch das ist leichter gesagt als getan. Wie soll man sich mit hinreichend Aussicht auf Erfolg einer vier bis fünftausendjährigen Geschichte annähern? Der vorliegende 19. Band der FWG bietet die Antwort. In elf gut lesbaren und abgeschlossenen Kapiteln führen die Autoren Herbert Franke und Rolf Trauzettel den Leser von den mythologischen Anfängen der chinesischen Kultur(Kap 1 ) in das erste vorchristliche Jahrtausend, die Formationsepoche der chinesischen Zivilisation in seiner klassischen feudalistischen Periode. (Kap. 2). Mit der Einigung Han unter Kaiser Chin Shi Huang-ti und der Dynastie der Han beginnt dann um 220 Chinas Eintritt in die Weltgeschichte (Kap.3). Seitdem gleicht die chinesische Geschichte einem Wechsel von Einigung und Zerfall im Rhythmus der Jahrhunderte - Dynastien wie die Sui, Tang und Ming einigen das Reich, Fremdvölker wie die Mongolen, die Lia oder die Mandschus überwältigen es, um aber dann doch vom kulturell überlegenen China assimiliert zu werden ( Kap. 4-11). Und genau in dem Umfang, in dem sich China, das demographische Schwergewicht Eurasiens, einigte oder verfiel, wurde auch die Entwicklung weit entfernter Zentren beeinflusst: mit dem Sieg der Han über die Hunnen beginnt deren Westwanderung, die 375 in Europa die Völkerwanderung und das Ende des Römischen Reiches auslösen sollte. In dem Maße, in dem die sich China im 11. und 12. Jhdts spaltet wird erst die mongolische Machtentfaltung ermöglicht, und das Vordringen Russlands und Englands im 19. Jhdt. weit in die Tiefen des asiatischen Raumes hinein ist ohne den Niedergang der Mandschu-Dynastie in dieser Zeit nicht denkbar. So erscheint China als Koloss wie die Konstante der Weltgeschichte, dessen Schwäche oder Stärke über die Ausdehnung oder Einengung anderer Zentren entscheidet.
Das ungemein dicht geschriebene Buch macht diesen Pulsschlag der asiatischen Geschichte von Kapitel zu Kapitel auch im Hinblick auf seine Auswirkungen auf die Gegenwart recht plausibel. So ist das gegenwärtig imperial überdehnte Großchina mit seinen fremdländischen Provinzen Xingjang und Tibet eine direkte Frucht der Mandschau Zeit, die diese Randgebiete erst in das Chinesische Kaiserreich inkorporierte ( was für die Kommunisten dann eine willkommene Rechtfertigung war, diese Gebiete wieder neu zu okkupieren).
Leider endet das Buch mit dem Sturz des letzten Kaisers am Beginn des 20. Jhdts. So fehlt die letzte und atemberaubendste Pointe der chinesischen Geschichte: die Wiederauferstehung Chinas im 20. Jhdt. und sein wahrscheinlich bald folgender Griff nach der Weltmacht in unserer Zeit. Trotzdem ist das Buch von der ersten bis zur letzen Seite mit Gewinn zu lesen, auch weil sich die Autoren um einen verständlichen Stil bemühen. Ein ausführliches Inhaltsverzeichnis und ein monumentales Register runden das Buch ab. Einschränkend aber muss bemerkt werden, dass dieses kompakte und recht handliche Werk wie bei allen Ausgaben der Fischer Weltgeschichte mit einem so kleinen Schriftbild geschlagen ist, dass niemand das Buch auf Dauer wird ohne Brille lesen können. Auch die dürftige Taschenbuchverleimung hält mit seinem wuchtigen Inhalt nicht schritt - wer das Buch etwa auf einer Chinareise anhaltend zu Rate zieht und öfters in ihm blättert, wird bald seine Einzelteile in der Hand halten. Deswegen beziehen sich die fünf Sterne, die ich dem Buch gebe, nur auf seinen Inhalt, nicht auf seine Aufmachung.
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