...manchmal kann das im Musikgeschäft sehr schnell gehen. Vor allem in der Indie-Szene können Bands wie Emmy the Great aus dem Nichts heraus Karriere machen. Die 26jährige Emma-Lee Moss wurde in Hong Kong geboren und kam mit 12 Jahren nach London. Sie arbeitete als Musikjournalistin, ehe sie sich selbst ans Musizieren machte. Ihr erstes Album, First Love, erschien im Jahr 2009. Zuvor war Emma mit ihrer Band auf zahlreichen Konzerten und Festivals unterwegs. Im Bereich der Download-Charts konnte sie in diesem Zeitraum ebenfalls erfreuliche Ergebnisse erzielen.
Die Musik von Emmy the Great ist schlicht und gerade heraus. Da werden von der Gitarre über das Bandonium, den Leierkasten, Percussions und Geigen alle Arten von Instrumenten eingesetzt, die man sich vorstellen kann. Getragen wird dieser Mischmasch aus Folk, Indie, Pop und was weiß ich nicht, von Emma-Lee Ross wunderbarer Stimme. Das erinnert manchmal an eine Art Verschmelzung von Ani Difranco und Joan Baez und driftet im nächsten Song dann doch eher in die Richtung von Regina Spektor oder A fine frenzy. Emma hat diese Stile alle im Repertoire und ihre Band setzt das gekonnt um.
Wer gern neue Bands hört und sich davon überzeugen will, dass es in der Indie-Szene immer wieder gute Musik gibt, der darf sich bei Emmy the Greats -First Love- nachhaltig davon überzeugen lassen. Nach dem Genuss des Albums fragte ich mich jedenfalls(übrigens nicht zum ersten Mal), wie kann eine Amy McDonald große Karriere machen und eine Band wie Emmy the Great vollkommen unbekannt bleiben?
Meine Anspieltipps: Die wunderbare Ballade -24- die nur eine Geige, eine Gitarre und Emmas Stimme braucht, um einen zu verzaubern. -Bad Things coming, we are safe-, dass eine Menge Country verströmt und sehr schön nach vorn geht. -MIA- klein, aber fein produziert. Mit einer sauberen zweiten Stimme und ein paar interessanten Instrumenten bestückt. -We almost had a baby- ist kaum einzuordnen. Ist das jetzt Folk, oder Indie, oder Motown, oder was? -Hold on- ist pures Singer-Songwriting und zeigt eindrucksvoll: Manchmal kann weniger mehr sein. Für das verspielte -Paper Trails- reicht da schon ein bisschen Tamburingeklimper und Emmas Stimme. Auch der Rest des Albums fällt qualitativ nicht ab.
Versuchen sie ihr Glück mit -Emmy the Great-. Ihr Album ist schwer zu finden, dafür um so leichter zu hören. Und das ist wirklich ein Genuss, der auch bei mehrmaligem Hören nicht nachlässt.