Sie hatte es wirklich nicht leicht als Frau des ermordeten Notorious B.I.G. sowie als ehemalige Drogenabhängige. Nachdem sie auf dem Bad Boy Label R`n`B mit HipHop vermengte, ist "First Lady" mehr ein klassisches Soul-Album geworden - veröffentlicht auf dem Label Capitol (bekannt durch glamouröse Alben u.a. von Frank Sinatra). Gut, mit "Goin`Out" von den Neptunes und mit Pharell Williams als Gast ist sie voll auf der Höhe der Zeit, mit Beats, Bläsern und Bässen. Doch danach wird es richtig schön gediegen, mitunter wird an die 70er erinnert, mit all den Fender Rhodes, Streichern und Backgroundgesängen (auch von Evans selbst). Das ist Nu Soul der schönen Sorte, auch weil sich die Sängerin mit Stimmakrobatik zurück hält. Ein Duett mit Mario Winans findet sich hier auch wieder ("Ever Wonder"), was aber nicht sonderlich gelungen ist. Der letzte Track ist ein interessantes Stück mit einem Rap von Twista über akustischen Gitarren und gospeligem Gesang.
Ein neuer Weg, den Faith Evans mit ihrem Album einschlägt. In den USA schon erfolgreich, für hiesige Verhältnisse eher was für die kleine Schar von Nu Soul Liebhabern alà Erykah Badu oder Jill Scott (deren Klasse sie aber nicht erreicht).