Dieses Werk von Mr. Cave und seinen Seeds ist zwar nicht ganz so gelungen wie der Vorgänger "From her to Eternity", und auch weniger experimentell - dafür etwas "erholsamer" anzuhören.
Der Versuch, sich etwas vom schrammend-kreischenden Independent-Sound wegzubewegen, gelingt, indem die Band Countryelemente beimixt ("Black Crow King"), die Gitarren etwas weniger aufdreht und mehr auf Stimme setzt, alles gewürzt mit biblischen Anspielungen und vielsagendem Gesang statt Gekreische.
Auf "Tupelo" hört man etwas völlig neues, aber auf keinen Fall schlechtes oder unpassendes, und mein persönlicher Favorit "Knockin' on Joe" schlägt sogar selten sanfte Töne an... steht Cave auch sehr gut.
Die fiesen, westernstimmige Stücke "Blind Lemon Jefferson" und "The six strings that drew blood" lassen eine Wildwest-Saloon-Stimmung aufkommen, aber auf wesentlich düsterere Art als man es normalerweise vom teilweise ländlichen, oberflächlichen Country gewöhnt ist.
Auf jeden Fall ein gutes Album - aber nur für wen, der's mag.
Nicht abschrecken lassen: Ich selbst habe, als ich zum ersten Mal im CD-Laden "The Firstborn is dead" einlegte - es war die erste Nick Cave-CD,die ich mir anhörte - nur gedacht: Oh My, was ist das?, als Nick auf "Tupelo" mit seinen fast schon indianischen Lauten loslegte... man bekommt auf keinen Fall leicht Bezug zu dieser Art von Musik, aber hat man ihn einmal gefunden, wird man sie lieben.