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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Schöner Gedanke, unzureichende Umsetzung,
Von C.J. - lesezimmerchen.blogspot.com (Norddeutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Firmin - Ein Rattenleben (Taschenbuch)
Firmin ist eine Leseratte - eine lesende Ratte. Geboren und aufgewachsen im Keller einer Buchhandlung wird sein Leben von Anfang an von Wörtern, Sätzen, Buchstaben bestimmt. Und so wundert es nicht, dass Firmin sich lieber an Menschen und ihre Lebensweisen hält als an das Leben, das eine Ratte führen sollte'Man sollte meinen, dass ein Buch über Bücher und das Lesen denjenigen, die viel und gerne lesen, per se gefällt. Leider war das in diesem Fall nicht so. Ich empfand die Erzählweise als zäh, die Einwürfe Firmins an den Leser unterbrechen seine Berichte nur kurz, immer wieder rutscht er in lange Monologe, verschlungene Gedankengänge ab. Ein wenig liest sich das Buch so, als würde einem ein Betrunkener sein Leben erzählen: Verworren und sprunghaft, immer wieder werden spätere Ereignisse vorweg genommen, bevor es in der Geschichte weiter geht, immer wieder stellt Firmin sich selber rhetorische Fragen, denkt über das Leben und Lesen als Solches nach, bevor er wieder zu einem Bericht seines Lebens übergeht. Ja, dieses Buch regt zum Nachdenken an. Firmin tut einem ob seines armseligen Lebens leid, man denkt über viele der angesprochenen Themen nach, ordnet sie vielleicht in seinen eigenen Erfahrungen neu an. Nichtsdestotrotz kann Firmin weitere Sympathien leider nicht sammeln, vielleicht auch, weil mit der Figur einer sehr von sich selbst überzeugten Ratte keine Identifikation möglich ist. Es handelt sich hier um ein intelligentes Buch. Eines, in dem immer wieder deutlich wird, wieviel mehr als nur Buchstaben in Büchern steckt. Und wieviel mehr als nur Handlungen in einem Leben steckt. Aber eben auch eines, das sich zäh liest und dementsprechend wenig Vergnügen mit sich bringt. Letztendlich muss jeder selber entscheiden, ob und wie sehr er sich auf dieses Buch einlassen möchte ' mich persönlich konnte es leider nicht in seinen Bann ziehen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
35 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Tierisches Genie!,
Von
Rezension bezieht sich auf: Firmin - Ein Rattenleben (Gebundene Ausgabe)
Tierisches Genie!Eine Ratte, geboren im Keller einer Buchhandlung aber keineswegs eine Hausratte.... Eine Leseratte. Durch und durch hingerissen von Literatur, fängt er an die Welt durch Bücher kennen zu lernen und sich zu erklären. Ereignisse verbindet er mit Aussprüchen seiner Bücher, die er erst anknabberte und dann, als es ihm zu schade um dieselbigen wurde, nur noch mit den Augen verschlang. Eine Sucht und ein Drang entwickeln sich. Nachts verschlingt er die Klassiker und tagsüber sitzt er auf seinem Aussichtspunkt und beobachtet das geschäftliche Treiben in der Buchhandlung. [Dieser] diente [ihm] als Fenster zur Menschenwelt,[sein] erstes Fenster". Er wird älter und plötzlich stehen die Bücher in Konkurrenz mit dem Nachtleben und den Hübschen" im Rialto". Doch nie nimmt er Abstand von seiner geschriebenen Welt. Er träumt sich hinein in die Geschichten, fängt selbst an zu dichten und zu träumen. Doch was soll er anfangen mit seinem Wissen? Mit einer simplen und äußerst niedlichen Botschaft in Zeichensprache begibt er sich auf die Suche nach Verständnis und Erwiderung. Verjagt und geschlagen, hungrig und kraftlos wird er aufgelesen... von einem Schriftsteller. Mit diesem und den Abenteuern welche die kleine Ratte Firmin mit ihm erlebt endet nach rund 200 Seiten die Geschichte. Der Schreibstil Sam Savage lädt das ganze Buch über zum Schmunzeln und Auflachen ein. Ihm gelangt es eine äußerst sympathische, lesewütige Ratte zu kreieren die den Leser selber in ihren Bann zieht. Selbstkritisch, ironisch, charmant und sehr witzig beschreibt der Rattenjunge sein Leben aus dem Zeitfenster" und klappt sein Fernrohr aus. An vielen Stellen wird der Rezipient direkt angesprochen, in einer offenen und kritischen Weise mit der Firmin sich und sein Leben eigenständig in Witze packt und dabei dennoch Stoff zum Nachdenken und vereinzelt auch zum traurig-sein" bietet. Etwas kritisch habe ich das jähe Ende anzumerken. Als ich umblätterte war ich davon überzeugt die Geschichte müsste noch weiter gehen. Die lag vielleicht auch an meiner Begeisterung gegenüber dem Buch selber. Ich wollte noch mehr Firmin". Dennoch ist das offene Ende sehr gut gewählt. Es endet auf typisch firminer" Art. Die Aufmachung des Buches passt perfekt. Die ausgefransten Seiten und auch die Gestaltung des Umschlages lassen sofort wieder an den Keller der Buchhandlung und an den Geruch alter Bücher denken. Mit dem vorne anzutreffenden Gedicht konnte ich erst einmal nichts anfangen. Nach der Lektüre jedoch, erkennt man die Parallelen zu Firmin, und damit ist der Rück- bzw. Vorbezug wieder gegeben. Das Buch ist äußerst lesenwert, vor allem für wahre Bücherratten. Die häufigen Bezüge zur Weltliteratur, bekannten Schriftstellern und ihren Werken erfordert dennoch das Wissen eines erfahrenen Lesers um alle Witze und Parodien zu verstehen, was mir Gott sei Dank meistens gelang. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Firmin - Ein Rattenleben,
Von Kerstin Junglen "http://lesemaniac.blogspot.com" (Flörsheim/Main, Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Firmin - Ein Rattenleben (Gebundene Ausgabe)
Zuerst mal zum Erscheinungsbild des Buches: Ein originell erscheinendes Cover, ein Rough-Cut, der wie angenagt aussieht und sich sehr passend zum Roman einfügt und einen hohen Wiedererkennungswert hat. Die Aufmachung ist sehr gut gelungen.Zum Buch: Firmin wird in den 1960er Jahren als 13. Kind der Ratte Flo in einem Buchladen geboren, der sich in einem amerikanischen Großstadtviertel befindet. Bereits als Kind hat er es schwer, sich gegen seine Geschwister durchzusetzen. Er beginnt Bücher zu fressen, da er sonst keine andere Nahrung bekommt/findet und später fängt er an sie zu lesen, und das durch alle Sparten durch. Als seine Mutter und nacheinander auch die Geschwister ihre eigenen Wege gehen, bleibt Firmin in der Buchhandlung zurück und diese wird sein neues Zuhause. Er ist auf der Suche nach Freundschaft, oft einsam und allein. Als er sich dem Besitzer des Buchladens zu erkennen gibt, wird er bitter enttäuscht. Auch seine nächsten Versuche mit Menschen in Kontakt zu treten, bleiben erfolglos. Als er endlich einen Kameraden findet, ist dies leider nicht von langer Dauer. So wie Firmin in einer Art trostlosen, einsamen Situation steckt, so geht es auch dem ganzen Viertel, das bald zum Abriss freigegeben werden soll. Mein Eindruck: Mir hat das Buch sehr gut gefallen! Ich war ab der ersten Seite ein Fan von Firmin und habe mit ihm mitgelitten und mitgelacht. Eine sympathische Ratte, die auch noch gebildet ist, aber leider nicht ohne Probleme mit der menschlichen Rasse in Kontakt treten kann, wobei er diese so gerne als Freunde und Kameraden hätte. Das Ende ist kein Happy-End und das ist auch gut so, es hätte jedweden Sinn des Buches verfälscht. Ich kann das Buch auf jeden Fall nur weiterempfehlen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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