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27 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Firmin, 25. August 2008
Als dreizehntes Kind einer Rattenfamilie, erblickt der Firmin in Boston der 60er Jahre, die Welt. Von Anfang an muss sich der kleine Kerl durchschlagen, denn bei so vielen Geschwistern, muss man sehen wo man bleibt. Seine Mutter ist auch keine große Hilfe, kommt sie doch häufig schwankend nach Hause und versorgt die anderen mit alkohlgetränkter Milch. Und so nagt sich Firmin durch die große Weltliteratur in seinem Zuhause um satt zu werden und dazu wird er auch ein recht pfiffiges Kerlchen.
So lernt er auch die Menschen kennen und merkt wie wichtig Freundschaft ist. Doch Firmin muss sich vorsehen, denn Menschen sind nicht nur lieb und nett.
In "Firmin" wird die Geschichte eines kleines Nagers erzählt, den man als Leser sofort ins Herz schließt. Firmin, der sehr menschliche Züge aufweist und vielleicht mehr Mensch im Herzen ist, als so manch humanes Wesen dieser Welt. Teilweise ironisch schildert Firmin, die Facetten des Lebens, mit Hoch und Tiefs und prangert auch die Vorurteile gegenüber Andersartigen an.
Der flüssige Erzählstil gefällt mir richtig gut und die Schilderungen aus der ICH-Perspektive heben gewisse Anekdoten noch besser hervor.
Ein tolles Buch, mit einem liebevollen gestalteten Cover und einem dazu passenden Rough Cut.
"Firmin" ist für mich eine Hommage an die Menschlichkeit
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25 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Tierisches Genie!, 15. August 2008
Tierisches Genie!
Eine Ratte, geboren im Keller einer Buchhandlung aber keineswegs eine Hausratte....
Eine Leseratte.
Durch und durch hingerissen von Literatur, fängt er an die Welt durch Bücher kennen zu lernen und sich zu erklären.
Ereignisse verbindet er mit Aussprüchen seiner Bücher, die er erst anknabberte und dann, als es ihm zu schade um dieselbigen wurde, nur noch mit den Augen verschlang.
Eine Sucht und ein Drang entwickeln sich. Nachts verschlingt er die Klassiker und tagsüber sitzt er auf seinem Aussichtspunkt und beobachtet das geschäftliche Treiben in der Buchhandlung. [Dieser] diente [ihm] als Fenster zur Menschenwelt,[sein] erstes Fenster".
Er wird älter und plötzlich stehen die Bücher in Konkurrenz mit dem Nachtleben und den Hübschen" im Rialto". Doch nie nimmt er Abstand von seiner geschriebenen Welt.
Er träumt sich hinein in die Geschichten, fängt selbst an zu dichten und zu träumen.
Doch was soll er anfangen mit seinem Wissen? Mit einer simplen und äußerst niedlichen Botschaft in Zeichensprache begibt er sich auf die Suche nach Verständnis und Erwiderung.
Verjagt und geschlagen, hungrig und kraftlos wird er aufgelesen... von einem Schriftsteller.
Mit diesem und den Abenteuern welche die kleine Ratte Firmin mit ihm erlebt endet nach rund 200 Seiten die Geschichte.
Der Schreibstil Sam Savage lädt das ganze Buch über zum Schmunzeln und Auflachen ein. Ihm gelangt es eine äußerst sympathische, lesewütige Ratte zu kreieren die den Leser selber in ihren Bann zieht. Selbstkritisch, ironisch, charmant und sehr witzig beschreibt der Rattenjunge sein Leben aus dem Zeitfenster" und klappt sein Fernrohr aus.
An vielen Stellen wird der Rezipient direkt angesprochen, in einer offenen und kritischen Weise mit der Firmin sich und sein Leben eigenständig in Witze packt und dabei dennoch Stoff zum Nachdenken und vereinzelt auch zum traurig-sein" bietet.
Etwas kritisch habe ich das jähe Ende anzumerken. Als ich umblätterte war ich davon überzeugt die Geschichte müsste noch weiter gehen. Die lag vielleicht auch an meiner Begeisterung gegenüber dem Buch selber. Ich wollte noch mehr Firmin". Dennoch ist das offene Ende sehr gut gewählt. Es endet auf typisch firminer" Art.
Die Aufmachung des Buches passt perfekt. Die ausgefransten Seiten und auch die Gestaltung des Umschlages lassen sofort wieder an den Keller der Buchhandlung und an den Geruch alter Bücher denken.
Mit dem vorne anzutreffenden Gedicht konnte ich erst einmal nichts anfangen. Nach der Lektüre jedoch, erkennt man die Parallelen zu Firmin, und damit ist der Rück- bzw. Vorbezug wieder gegeben.
Das Buch ist äußerst lesenwert, vor allem für wahre Bücherratten. Die häufigen Bezüge zur Weltliteratur, bekannten Schriftstellern und ihren Werken erfordert dennoch das Wissen eines erfahrenen Lesers um alle Witze und Parodien zu verstehen, was mir Gott sei Dank meistens gelang.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Die traurigste Geschichte, die je erzählt wurde..., 7. März 2009
...so oder so ähnlich beginnt Firmin. Und nachdem ich dieses Buch gelesen habe, muss ich sagen, dass es wirklich mitunter die traurigste Geschichte ist, die ich je gehört habe.
Zu Beginn erschien mir das Buch noch seltsam, da erst einmal erklärt wird, wie ein gutes Buch anfangen soll. Doch von Seite zu Seite wurde man immer weiter in Firmins Gefühls-/Gedankenwelten hineingezogen und konnte bis zum Schluss diese schreckliche Einsamkeit spüren, die diese Ratte ihr Leben lang zu akzeptieren hatte. Das Buch mag vielleicht nicht so spannungsgeladen sein, wie Geschichten über die große Liebe oder abenteuerliche Reisen, aber das muss es auch nicht. Dieses Buch ist nun einmal zum einen eine Homage an die große Literatur dieser Welt und zum anderen die Biographie einer Ratte, die in ihrem Leben immer wieder harte Rückschläge in Kauf nehmen muss und nie erfährt wie es ist, von jemandem geliebt zu werden.
Näher möchte ich nicht darauf eingehen, denn sonst würde ich zu viel verraten, aber lasst euch gesagt sein, dass Firmin ein Buch ist, das mich zutiefst berührt und meine Weltanschauung auch ein wenig verändert hat.
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