Beim ersten Hören klingt die CD etwas ungewohnt, da viele neue Elemente und Experimentierereien hinzugekommen sind, doch spätestens beim zweiten Durchhören ist die Begeisterung perfekt und die Anlage wird aufgedreht, bis die Musik alle Räume und die Sinne erfüllt. Das gemeinsame Projekt BLACKMORE'S NIGHT mit seiner Lebensgefährtin Candice Night verwöhnt den Hörer mit einer Melange aus Renaissance des 16. Jahrhunderts, Rock, Folk und Lagerfeuermusik; elektronische Musik und akustische Instrumentierung werden gekonnt vereint, auch die Gitarre kommt nicht zu kurz. Die Musik ist thematisch spirituell, lebensfroh, naturverbunden, hypnotisierend, oftmals auch sehr gut tanzbar. Auch auf der neuen CD findet man eine Vielzahl von Gastkünstlern und Könnern an den zusätzlichen Instrumenten. Im Vordergrund stehen akustische und elektrische Gitarre, Streicher und Instrumente der Renaissance wie Hurdy Gurdy und Bagpipe. Der bezaubernde Gesang von Candice tut sein Übriges, um eine mystische und erhabene Grundstimmung zu bewirken und den Hörer in vergangene Zeiten zu versetzen. Dabei wird die neue Scheibe in keinem Moment eintönig: Tempi wechseln sich ab, mal rückt der Gesang in den Vordergrund, mal die Percussions, mal die Gitarrenarbeit, auch tanzbare dominante Computer-Rythmen hört man in einigen Stücken; rein instrumentale Stücke sind darunter; sehr erfreulich wirkt sich der gelegentliche Einsatz eines Live-Chorus in den Refrains einiger Stücke aus. Beim Hören des Stückes „Home Again" kann man fast nicht anders als laut mit dem Chor zu singen und man wünscht sich, einem Liveauftritt beiwohnen zu können, um die gemütliche Stimmung voll genießen und erfassen zu können, die vermittelt wird. Der Sound ist vielschichtig, eingängig, niemals nervig; die Arrangements sind komplexer geworden als auf den Vorgänger-CDs, die Renaissance-Elemente treten stärker hervor. Ein rundum gelungenes Werk, und allein die Spieldauer macht den Kauf lohnenswert