Mit "Finnegans Wake" brach Joyce sein Schaffen als Autor der Moderne ab und widmete sich dem Ironischen der Postmoderne. Das konstruktivistische Weltbild und die ironischr Reflexion vorhandener Thematiken wird in diesem Roman in ihren Gründzügen perfekt umgesetzt, zwar noch lange nicht so ausgereift, wie bei Pynchon oder Borges, aber dennoch sehr eloquent und phantasievoll.
Man könnte sich jetzt in literaturwissenschaftlichen Dissertationen
über den Gebrauch von nordischen Begriffen, die Identitätsfindung und Ähnlichem vergehen, doch Joyce würde einen dabei nur auslachen. Mein Tip für alle, die sich mit Finnegans Wake befassen, lest das Buch drei oder viermal und lest bitte den ersten Satz kurz nach dem ihr den letzten Satz beendet habt, es wird euch überraschen! Die Totenwache jedoch als postmodernes Äquivalent zu Ulysses zu bezeichnen wäre falsch, denn es ist ein "Schwellenwerk". Was diesem Werk hoch anzurechnen ist, ist, dass der Spaßfaktor beim Lesen auf jedenfall höher ist, als bei Ulysses(rein subjektiv).