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Finks Krieg: Roman (suhrkamp taschenbuch)
 
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Finks Krieg: Roman (suhrkamp taschenbuch) [Taschenbuch]

Martin Walser
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (14 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 310 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 1 (24. August 1998)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518394002
  • ISBN-13: 978-3518394007
  • Größe und/oder Gewicht: 17,9 x 10,6 x 1,9 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (14 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 250.655 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Martin Walser
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Walsers Roman Finks Krieg beruht auf einem authentischen Fall: Nach einer gewonnenen Landtagswahl versetzt der neue Staatssekretär Tronckenburg den altgedienten Beamten Stefan Fink zugunsten eines eigenen Parteigenossen. Der erfahrene Fink, in seiner Wiesbadener Staatskanzlei seit Jahren zuständig als Verbindungsmann zu den kirchlichen Institutionen, leidet unter dieser Ungerechtigkeit, ändern jedoch kann er daran nichts, die Verfahrensweise gilt als durchaus nicht unüblich. Erst ein Verfahrensfehler Tronckenburgs, einhergehend mit der -- frei erfundenen -- Behauptung, über Fink seien Beschwerden eingegangen, die die Versetzung unumgänglich machten, lassen den Beamten Fink zum Kämpfer werden. Nunmehr ist sein Fall für ihn zu einer Frage der Ehre geworden.

Diesmal ist es nicht die ganz leichte Kost, die uns Martin Walser hier vorsetzt. Dennoch, das ganze Sujet, die juristischen Spitzfindigkeiten, der politische Alltag in einer hessischen Staatskanzlei, es spricht für Walsers Sprachgewalt, daß es hier nicht einen Augenblick lang langweilig zugeht. Man ist gespannt bis zur letzten Minute, wie es dem Beamten Fink in diesem wahnwitzigen Kampf ergeht.

Die Zeit zitierte bei Erscheinen des Buches in ihrer Kritik den jüdischen Witz: "Kann schon sein, daß ich paranoid bin, aber vielleicht sind sie trotzdem hinter mir her!" Ganz klar, Stefan Fink ist paranoid, und verwundet dazu! Walser liefert die beklemmende Fallstudie eines Mannes, der fast wahnsinnig wird über der Erarbeitung seiner Verteidigungsstrategie. Er denunziert, stellt hemmungslos seine wenigen, noch verbliebenen politischen Freunde in seine Dienste, kopiert heimlich kiloweise Akten zu seiner Entlastung, ein schwitzendes, fuchtelndes Männlein, aber auch ein Held, der für die Wiederherstellung seiner Ehre alles tun wird.

Ein exzellent recherchierter Einblick in den oft zermürbenden politischen Alltag, das Psychogramm eines kleinen Beamten, der ins unmenschliche Räderwerk der Parteimaschine gerät, das ist Walser pur. Unbedingt lesenswert! --Ravi Unger -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

Kurzbeschreibung

Achtzehn Jahre lang war der Beamte Stefan Fink in dem Amt tätig, das er selbst mit aufgebaut hat, dann verliert seine Partei die Landtagswahl. Der neue, noch junge Staatssekretär Tronkenburg teilt Fink mit, er werde "umgesetzt". Fink erfährt, daß ein Parteifreund des Staatssekretärs seinen Posten bekommen soll und wehrt sich. Tronkenburg kontert. Es habe massive Beschwerden gegeben über Finks Amtsführung. Jetzt beginnt für Fink der Kampf um seine Ehre . . .Achtzehn Jahre lang war der Beamte Stefan Fink in dem Amt tätig, das er selbst aufgebaut hat, dann verliert seine Partei die Landtagswahl, der neue junge Staatssekretär Tronkenburg teilt dem Beamten Fink mit, er werde "umgesetzt". Fink erfährt, daß ein Parteifreund des Staatssekretärs die Stelle bekommen soll.
Fink wehrt sich. Staatssekretär Tronkenburg kontert. Es habe massive Beschwerden gegeben über Finks Amtsführung. Jetzt wird es für Fink ein Kampf um seine Ehre. Fink war mit Leidenschaft Beamter. Beruf und Leben sind ihm untrennbar geworden. Wer das eine angreift, verletzt das andere. Sein Kampf um Rehabilitierung macht ihn zur Unperson. Auch als seine eigene Partei wieder an die Macht kommt, hört der Kampf nicht auf. Fink sieht sich mehr und mehr "dem System" ausgeliefert. Die Mächtigen können ihre Macht an jeder beliebigen Stelle ausüben oder ausüben lassen. Der Beamte Fink hat auch Helfer: Idealisten, Pfarrer, Bürgerrechtskämpfer, Studenten, Professoren, Freunde. Aber je läng er er seinen Kampf führt, desto mehr muß er erfahren, daß sein Krieg eben nur SEIN Krieg ist. Für keinen so notwig wie für ihn. Familie, Verwandtschaft, Freunde und Helfer - alle raten, diesen Krieg zu beenden. Fink dagegen: Jemand, der um sein Leben kämpft, kann gar nicht aufhören, um sein Leben zu kämpfen. Seine Erfahrung: Auch in einem Rechtsstaat kann es, wenn du auf dem Recht bestehst, das Leben kosten.
Stefan Fink trennt sich von dem Beamten Fink, der diesen Krieg führt. Ein Selbstentzweiungsgespräch beginnt. Am Ende gewinnt Stefan Fink den inneren Krieg gegen den Beamten Fink. Das ist kein wirklicher Sieg, sondern ein literarischer. Die Einsicht, daß man nur gegen sich selbst siegreich bleiben kann, produziert den Satz: Lobe deine Feinde. Damit erreicht dieses Kriegsbuch im Schlußkapitel "Höhengewinn" eine irritiere Qualität. Aus Stefan Fink wird wirklich ein Romanheld, wie man ihn sich exemplarischer nicht wünschen kann.


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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Walsers Zeitkritik 19. September 1999
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Finks Krieg - dieses Buch mußte wohl gechrieben werden. Es ist die Geschichte eines Leitenden Ministerialrats, der in der Hessischen Staatskanzlei Wiesbaden sein Amt, die Verbindungsstelle Kirche- und Religionsfragen, mit Klauen und Zähnen für sich zu bewahren sucht, als er bei einem Regierungswechsel (wie entlarvend ist doch die Bezeichnung "Machtwechsel") versetzt werden soll. Dieser ans Obsessive, an Selbstzerfleischung grenzende Kampf wird in Walsers Darstellung vollends bösartig, weil hier einer ein Amt verteidigt, das er mit zäher Beharrlichkeit überhaupt erst für sich geschaffen hat. Was hier selbstreferentiell gewuchert ist, wird als Anrecht, als legitimer Amspruch ausgegeben und eingefordert: radikale persönliche Nutzenmaximierung eines Staatsdieners. Walser nimmt für seinen Roman einen realen Fall zur Vorlage, um ein beklemmendes Psychogramm Finks zu entwickeln. Man kann das Buch als Schlüsselroman lesen, ließe sich dann aber durch das "Who is who" der Beteiligten ablenken und ins bloß Faktenhafte in Wiesbaden abdrängen. In Wahrheit hält der Autor dem Anspruchsdenken und der Betroffenheits"kultur" unserer Zeit den Spiegel vor und zeigt, daß es sich allermeist nur um mühsam verbrämten Egoismus handelt. Die Handlung nimmt folgenschwere Wendung: Fink wird gewarnt, seinen Kampf bis zum äußersten weiterzutreiben, weil das nicht ohne Folgen für seinen Charakter bleiben werde. Spät, zu spät erkennt er, daß er sich tatsächlich verändert, ja aufgegeben hat, daß er verbissen, bösartig geworden ist. Man wird an Arnold Gehlens These von der Unwiderbringlichkeit aufgegebener Wertvorstellungen erinnert: Finks späte Selbsterkenntnis mißrät zum kakophonischen "Tractatus skatologicus". In diesem letzten Kapitel des Romans, "Höhengewinn" überschrieben, bietet Walser die Quintessenz, führt die an Kohlhaas anknüpfende Charakterstudie Finks mit dessen "Selbstentzweiungsgesprächen" entscheidend weiter. Finks reales Vorbild, der hessische Landesbeamte Rudolf Wirtz, ist so weit nicht gelangt: Bei seiner Verabschiedung in den Ruhestand Ende Mai 1996 mißverstand er den Begriff des "Staatswohls" dahingehend, daß er "auch das persönliche Wohl eines Inhabers von staatlicher Macht mitumfaßt". Trotz teilweise unnötig aufgesetzter Namensgebung (neben einem "Tronkenburg" gibt es gar noch einen "Franz Karl Moor" - nach dem Motto: Darf's ein bißchen mehr sein?) gelingt es Walser mit beklemmender Schlüssigkeit, die krakenhafte Umschlingung, die metastasenartige Aushöhlung, das Zerfressenwerden eines Charakters darzustellen. Daß Walser, der 1962 urteilte: "Wir waren, glaube ich, immer ganz gut verwaltet", politische Egoismen und Querelen auch mit leichter Hand und amüsant aufs Korn nehmen kann, wird in seinen "Szenen aus der Gegenwart" deutlich, die er 1995 unter dem Titel "Kaschmir in Parching" veröffentlichte. Das Büchlein bietet handlungsreiche, lebenspralle Satire auf den Politklimbim von heute und entlarvt diese "große, langweilige und - soweit ich sie kennengelernt habe - total konfuse Maschinerie, die sich Staat nennt" (Theodor Fontane, 1876) mit einer verblüffenden, augenzwinkernden Auflösung des Plots.

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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Walser zeigt seine Stärken 10. September 2004
Von Ulrich Hartmann TOP 1000 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Der Beamte Stefan Fink kämpft um seine Ehre - obwohl die Verleumdungen gegen ihn nicht mehr als ein durchsichtiges politisches Manöver waren und er außerdem seinen Posten längst wiederbekommen hat. Aber der Kampf wird ein Teil seines eigenen Wesens. Er merkt, wie er dabei seiner Umgebung und sich selbst fremd wird - und er erfährt zugleich eine Menge über sich, über seine Mitmenschen und über das Funktionieren des politischen Apparats. Menschen wie Stefan Fink werden nicht oft zu Romanhelden, und kaum einer kann sie so gut darstellen wie Martin Walser.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Die Spitze vom Eisberg 5. September 2001
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch|Von Amazon bestätigter Kauf
Zunächst klingt diese Geschichte nicht sehr aufregend. Ein Beamter versucht, seine Ehre zu retten. Wer aber die Politik in Hessen kennt, weiß nur allzugut, was sich hinter den Kulissen abspielt. Machtmißbrauch und Machterhalt, Wahllügen und Vetternwirtschaft. Es gibt zu viele verdiente Leute, die zu Lasten des Volkes, aber im Namen des Volkes in den vorzeitigen Ruhestand versetzt wurden, weil man an der Wahrheit kein Interesse hatte. Erschreckend die "kleinen Helfer" in den Medien, die sich für solche Schmutzkampagnen einkaufen lassen. Erschreckend, dass es die suche nach dem sauberen System hoffnunglos ist. Das Buch ist Pflicht für jeden, der meint, als Staatsdiener Karriere machen zu müssen. Die schlimmste Gefahr im Land ist Fehlentscheidung eines Politikers. Sie sucht nach Opfern!
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Die neuesten Kundenrezensionen
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anfangs noch recht einfühlsam geschrieben,findet man ganz langsam zu stefan fink, schreckt aber unbewußt vor dem beamten fink zurück und kann sich dieses am ende... Lesen Sie weiter...
Vor 12 Monaten von theo veröffentlicht
Finks Krieg
Martin Walser ist ein Autor, der es schafft, eigentlich alltägliche Personen und Schicksale aus einem Blickwinkel zu betrachten, der seine Werke sehr lesenwert und... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 9. Juli 2009 von Leseratte
Finks Krieg
Walsers Finks Krieg" ist sicherlich ein im Grunde sehr bitteres Buch, spiegelt aber dennoch glaubhaft wieder, in welche Schwierigkeiten man geraten kann, wenn man zu vehement sein... Lesen Sie weiter...
Am 7. Dezember 2008 veröffentlicht
Kohlhaas im Pocketformat
Mit diesem Werk zeigt Walser vor allem, daß er sich sehr genau in deutschen Amtsstuben auskennt. Das Lesen von Finks Krieg ist eine Qual. Lesen Sie weiter...
Am 2. November 2004 veröffentlicht
Ein Mann kämpft verzeifelt um sein Recht
Nach einem Regierungswechsel wird der Beamte Fink versetzt weil er das falsche Parteibuch hat, um durch einen Lakai der neuen Regierung ersetzt zu werden. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 7. Januar 2004 von Tilman Hausherr
Steckt in jedem von uns ein kleiner Beamter ?
Man muss zwar nicht wahnsinnig sein, um als Beamter zu arbeiten, aber es hilft ungemein - mit diesem Satz läßt sich Walsers Werk gut umschreiben. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 2. Juni 2003 von lindner81
Schwere Kost für Mobbingopfer
Hier kann man lesen, wie es einem ergehen kann, der sein Recht fordert und nicht darum bittet. Wer nicht zu einem Vergleich bereit ist, sondern gewinnen will, der geht einen... Lesen Sie weiter...
Am 19. Juni 2000 veröffentlicht
Kampf des kleinen Mannes gegen die Behörden
Als die politische Ampel in Hessen im April 1987 von Rot-Grün auf Schwarz-Gelb umsprang, bedeutete dies das Ende der Karriere von Stefan Fink. Lesen Sie weiter...
Am 28. August 1999 veröffentlicht
Der einsame Weg zum Recht
Stefan Fink ist Beamter in der Hessischen Staatskanzlei und führt Krieg. Nicht gegen seinen Grundstücksnachbarn oder gar gegen eine feindliche Nation. Lesen Sie weiter...
Am 24. Juli 1999 veröffentlicht
Von Macht und Wahn
Der Beamte der hessischen Staatskanzlei, Stefan Fink, wehrt sich gegen eine - aus seiner Sicht - ungerechtfertigte Versetzung, die sich als Intrige entpuppt. Lesen Sie weiter...
Am 18. Juli 1999 veröffentlicht
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