Nachdem ich von den ersten beiden Alben dieser Band restlos begeistert war/bin, waren meine Erwartungen hinsichtlich des neuen Schaffenswerkes von Kromlek äußerst hoch. Als ich das Albumcover zum ersten mal zu Gesicht bekam, war ich schon mal etwas verwirrt. Mir waren Kromlek bisher immer als Pagan-metalband bekannt, weshalb ich die Abbildung einer Großstadt auf dem Frontcover im ersten Moment etwas "befremdend" empfand. Aber es kommt ja bekanntlich nicht auf die Verpackung, sondern auf den Inhalt an...
"Finis Terrae"(=lat."Das Ende der Welt")beginnt mit dem ca. 2 minütigen Intro "Iron Age Prelude". Dieses startet mit sehr atmosphärischen Klängen, welche zwar mit elektronischen Elementen gepaart sind, jedoch nicht aufdringlich sind, sondern dezent im Hintergrund bleiben. Leider ändert sich das aber just ab dem ersten Song "Nekropolis' Fall", bei dem zwar Mr. Alphavarg (wie immer)mit seinen screams/growls (und seinem rrrollenden "R";-) überzeugen kann, jedoch sind die einsetzenden Techno-beats für mich trotz Verständnis für Innovationen leider nach wie vor ein absolutes "No-go" im Metal und ganz besonders im Pagan-metal. Das darauffolgende "Angrlióð" klingt zwar wieder etwas "schwarzmetallisch", aber die Hoffnung, dass die Technoklänge eine einmalige Sache waren, wird beim Hören des folgenden Klanggutes leider enttäuscht! Sogar der heroische Gesang von Mark und Jooris von Heidevolk geht auf "Moritvrvs immortalis" bedauerlicherweise unter, da ihre Stimmen durch die Untermalung mit den technolastigen Keyboardklängen äußerst kalt wirken und sich nicht entfalten können.
Auch wenn man jetzt mal über die elektronischen Elemente hinwegsieht, stößt man doch immer wieder auf ein Sammelsurium verschiedener (sogar orientalischer) Stilmittel, was meines Erachtens leider etwas zu viel ist.
Hinsichtlich der Lyrics sind Kromlek ihrem Credo der Vielsprachigkeit treugeblieben, denn auf "Finis Terrae" wird einem ein Potpourri an verschiedensten Sprachen präsentiert (Deutsch, Englisch,Sanskrit, Latein, Arabisch und vielen weiteren). Auch wenn ich normalerweise ein Fan von Abwechslung bin, finde ich, dass man hier über das Ziel hinausgeschossen ist.
Inhaltlich hat sich die Band weit von ihren ursprünglichen Themen (Trolle, nordische Mythologie)entfernt. Mit Paganmetal haben die Texte meiner Ansicht nach überhaupt nichts mehr zu tun (auch wenn es "urban" Paganmetal sein soll...), was ich wirklich schade finde, da für mich u.a die inhaltliche Tiefe der heidnischen Lyrics von Kromlek immer ein Highlight waren. Man kann über diesen Punkt streiten, aber Lieder über z.B. Klaus Kinski haben nun wirklich nichts mehr mit diesem Genre zu tun...
Mein Fazit: "Finis Terrae" ist für mich ein Konglomerat von verschiedensten Klängen, Sprachen und Themen. Das mögen vielleicht manche als abwechslungsreich und vielschichtig bezeichnen, für mich ist es aber ein undefinierbares Klangerlebnis, das mich mehr verwirrt als anspricht. Ich vermisse die alte Band....aber vielleicht kehrt man ja irgendwann mal wieder von den "Metropolitan Roots" zu den wahren Roots zurück... (Man möge mir das kleine Wortspiel verzeihen;-)