Zunächst zur Story: die junge Susan Trinder, eine Waise die in einem Diebeshaushalt aufgewachsen ist, wird von dem schurkischen Gentleman Richard Rivers angeheuert, um ihm dabei zu helfen, die reiche Erbin Maud Lilly zu einer heimlichen Heirat zu bringen, um sie anschliessend in ein Irrenhaus einliefern zu lassen. Susan wird kurzerhand als Mauds Zofe installiert. Doch Maud ist nicht der Mensch, den Susan erwartet hat und das Leben der beiden Mädchen scheint auf verzwickte Weise miteinander verbunden.
Sarah Waters hat mit "Fingersmith" eine sehr intensive Geschichte gewoben. Das Buch lässt sich für mich in kein Schema pressen, Dickens-read-a-like, historischer Roman, Krimi, Liebesgeschichte, lesbische Erotika, Sittengemälde, Familiendrama treffen zwar jeweils teilweise zu, werden dem Buch aber nicht gerecht. Von allem ist ein Teil zu finden, den Waters hier zu etwas einzigartigem verschmilzt. Ganz ausgezeichnet geschrieben und unglaublich intensiv mit einem düsteren Schimmer.
Vom ersten Kapitel an hat mich die Geschichte gefangen genommen und es ist der Autorin im Verlauf des Buches immer wieder gelungen, mich durch eine neue Wendung der Geschichte zu überraschen. Dies war mein erstes Buch bei Sarah Waters und ganz bestimmt nicht mein letztes.
Wem das Buch gefallen hat, wird vielleicht auch an der BBC-Verfilmung interessiert sein, die es auch auf DVD gibt.