Wer hat schon einmal von Fingerboarding gehört? Ich kannte es bisher nicht? Hier, warum es sich mehr als lohnt, den Miniatursport durch Martin Winkler kennenzulernen und sich ein Fingerboard zuzulegen, um sich auszutoben und viel Vergnügen bereiten zu können:
Zunächst geht es in die Geschichte der Miniatursportart, die wohl schon Ende der 70er-Jahre entwickelt wurde. Winkler stellt den Vater des Fingerboarding vor und erzählt, wie er und seine Anhänger aus ganz einfachen Materialien (z. B. Stifthülsen, Drähten, Getränkedosenblech, Plastikplättchen etc.) die ersten Miniaturboards und Schlüsselanhängerboards herstellten und eine kleine Spielzeugfirma gründeten, um damit durch Küchenspülbecken und selbst kreierte kleine Pappmaché-Parcours zu fahren und andere mit ihren kleinen Kunststückchen in ihren Bann zu ziehen. Sehr interessant ist es, die Entwicklung dieses kleinen Sportgeräts mitzuverfolgen, zu sehen, wie die Materialien verändert und die Herstellungstechniken von Rollen, Achsen, Brettchen usw. verfeinert wurden und das ganze Konzept von der Idee zu einem richtigen Knüller heranreifte ... wieder von der Bildfläche verschwand UND schließlich größer den je auf der Bildfläche auftauchte. Kein neuer Trend also, und, so darf man hier lesen, das Interesse an diesem außergewöhnlichen Hobby steigt auch hierzulande enorm. Kein Wunder, wenn man liest, was alles mit diesen kleinen 'Brettchen' möglich ist:
Im zweiten Hauptteil lernt man den kleinen Bruder des Skateboards so richtig kennen und sieht seitenweise Tricks, die man nach und nach selbst in die Tat umsetzen kann. Statt sich mit dem ganzen Körper auf ein Brett mit Rollen zu stellen, sind hier lediglich die Finger gefragt. Doch bevor es ans Eingemachte geht, erfährt man Schritt für Schritt, wie man sein Brett zusammenbaut, worauf man achten muss, wie sich Achsen, Räder, Decks, Haftbeläge etc. in puncto Qualität unterscheiden und was man für eine anständige Ausrüstung hinblättern muss (aber ... der Spaß ist ziemlich günstig).
Der Teil, der sich dann endgültig mit Technik und Tricks rund um das Boarding beschäftigt, ist sehr übersichtlich aufgebaut und g* bebildert! Von der Grundstellung ausgehend lernt man eine unendliche Menge an Tricks, die man mit einer oder der anderen Hand ausführen kann (man kann auch wunderbar wechseln). Die Tricks sind unglaublich abwechslungsreich und man glaubt nicht, wie schnell man auf einen grünen Zweig kommt, wenn man etwas übt ... schon nach einer Woche Finger-Übung (immer mal wieder so zwischendurch, auf dem Küchentisch, am Badewannenrand oder auch an der Zimmerwand) merkt man, wie einem das kleine Brettchen immer mehr ans Herz wächst und man sich an anspruchsvollere Manöver heran trauen kann. Auch wenn das Fingerboarding ursprünglich von Street-Skatern erfunden und weiterentwickelt wurde, ist es gerade für alle Nicht-Skater bestens geeignet. Erwachsene werden wieder zu Kindern, man kann sich eben wunderbar entspannen. -
Warum also nicht dem Chef mal ein solches kleines Brettchen oder dieses Buch ins Fach legen - und sich vorstellen, dass er in seinem Büro auf dem Ledersessel thront und ein das kleine Brettchen auf Rollen über die riesige Schreibtischplatte schiebt und herumwirbelt ...
Fazit: Ein optisch tolles, genial designtes, ansprechendes Buch zu einem Thema mit hohem kreativem Potenzial. Leute, die jung geblieben sind, die sich entspannen, ihre Feinmotorik trainieren, die auch im Kopf beweglich bleiben möchten, sollten sich dieses Buch und ein Fingerboard zulegen.