Finder 6 ist nett - nicht weniger, aber eben auch nicht mehr. Ein hübscher Füllband zwischen dem grandiosem Story Arc, der in Band 5 seinen fulminanten Abschluss fand und dem, was hoffentlich danach kommen wird, da Ayano Yamane den Beginn eines neuen Arcs angekündigt hat.
Im Nachwort zu diesem sechsten Band schreibt Ayano Yamane, dass sie ihn dazu genutzt hat, ihre Kraftreserven wieder aufzutanken und sie zudem (verständlicherweise) durch die furchtbaren Ereignisse 2011 in Japan kreativ beeinträchtigt war.
All dies merkt man Finder 6 an. Die Story plätschert angenehm gefällig dahin, ohne große Höhen und Tiefen, von Spannung oder gar Dramatik gar nicht zu redend. Das Artwork ist zwar wunderschön, doch es fehlen die zum Teil umwerfenden Bildkompositionen, die mir in den vorherigen Bänden teilweise den Atem raubten. Die Bilder und Panels reihen sich mehr oder weniger einfach nur aneinander.
Bezeichnenderweise gefiel mir diesmal die Nebenstory um die beiden Schüler und ihre Väter sogar besser als die Hauptstory, was unter anderem auch daran liegt, dass es sich um ein Crossover handelt.
Da Finder 6 indessen trotz allem immer noch um Längen besser ist als manch anderes vergebe ich - nicht zuletzt auch als Vorschusslorbeeren darauf, dass Ayano Yamane im nächsten Band wieder an ihre herrausragnende Leistung in den Bänden 1-5 anknüpfen wird, vier Sterne. Erkennbar ist dies für mich u.a. daran, dass die Bildkompositionen im 24-seitigem Special, das bei der limitierten Sonderauflage dabei ist, schon wieder sehr viel gelungener sind als im eigentlichen Band.
BTW: Bezahlt keine überhöhten Gebrauchtpreise.
Die Sonderausgabe von Band 6 samt des Specials bekommt man nach wie vor direkt bei Tokyopop, wo es auch Band 5 gibt, den amazon seltsamerweise nicht gelistet hat.
Band 1 in der überarbeiteten Auflage (es wurden Textstellen geändert, das Artwork ist unzensiert) kann man - sofern man volljährig ist - direkt in einer Buchhandlung unter der ISBN 9783842001237 bestellen. Allerdings muss der Buchhändler in das Verzeichnis aller lieferbaren Bücher schauen (nicht in das üblicherweise verwendete Zentralverzeichnis), da nur dort auch indizierte Titel aufgeführt sind.