Franke/Hax - Finanzwirtschaft des Unternehmens und Kapitalmarkt - Fragen iZm Wissenschaft & Lebensnähe
- 1. Das Werk von Franke, Günter/Hax, Herbert: Finanzwirtschaft des Unternehmens und Kapitalmarkt, 6. Aufl., (Dordrecht/Heidelberg/London/NY: Springer, 2009) wirft - ua aus wiss. Sicht - mehrfach spannende Fragen auf.
- 2. Vorab: dass hinter diesem Werk viel der Arbeit steht, ist nicht zu leugnen.
- 3. Und: dass dieses Werk auch viel Interessantes beinhaltet, steht auch außer Zweifel.
- 4. Gleichwohl:
geht es etwa um Fragen sog Planungstechniken bei Unsicherheit (Kap V, S. 245),
so verheddern sich die Autoren zT in widersprüchlichen Diktionen.
Dies insoferne, als sie - just unter diesem Kapitel (NB: es geht um *Un*-Sicherheit hierin!),
von sog "quasi[sic!]-sicheren" Erwartungen (Franke/Hax, aaO, 245) zu schreiben wünschen, im übrigen kurz, nachdem sie (noch) schrieben, dass
"Entscheidungsmodelle, die auf der Prämisse sicherer Erwartungen" beruhten,
"einen wesentlichen Aspekt der Realität"(!) vernachlässigten (vgl Franke/Hax, aaO, 245),
um (uU merkwürdiger Weise) - im übrigen unter dem Kapitel "*Un*(!)-Sicherheit" sodann den (ua wiss. bes. überzeugenden?) 'Begriff' sog "quasi-sicherer" Erwartungen - den Leserinnen/Lesern schmackhaft machen zu wollen. (...)
- 5. Ferner führen die (bedeutenden) Autoren auch in diesem Kapitel V ("Planungstechniken bei Unsicherheit") den Begriff sog "Wahrscheinlichkeiten" an (vgl Franke/Hax, aaO, 248f).
Bemerkenswert (wie bedenklich) ist allerdings, dass sie ausführen, das "ein unmögliches Ereignis" - so Franke/Hax (2009: 249) "die Wahrscheinlichkeit 0", "ein sicheres Ereignis" (!) "die Wahrscheinlichkeit 1" habe, ohne hierbei (ev) darzulegen, wie es (ua aus log., wiss. und lebensnaher Perspektive) sein kann, dass (der wiss. und log. *nicht-graduelle* Begriff) der (sog) Sicherheit sich in das (wiss. und log. indes sehrwohl *graduellen* Erscheinungsformen zugänglich wissenden) Konzept der Wahrscheinlichkeit (sinnvoll, lebensnah und logisch stringent) einbauen lässt. (!)
(Ganz zu schweigen davon, dass die Autoren nicht darlegen, dass es sich hierbei um eine - log., wiss. und lebensnah betrachtet gleichwohl problematische - Axiomatisierung, welche (primär) auf Kolmogorov fusst - handelt. (!))
- 6. Enttäuschend vermag (aus wiss. Sicht va) auch - ua von manchem Wissenschafter/mancher Wissenschafterin - erachtet werden, dass die (gleichwohl: bedeutenden und gebildeten) Autoren sich des Begriffs sog subjektiver "Wahrscheinlichkeiten" (!) bedienen, ohne allerdings (zB) hierauf (wirkl.) einzugehen, ob das Wort "Wahrscheinlichkeit(en)" iZm (de facto idR wohl: Meinungen, Ansichten (! wirkl. passend und klar ist (maW: ob es nicht zT einen gewissen 'objektiven' "Touch" f. manche/n kommunizieren könnte); ganz zu schweigen davon, dass überdies fraglich sein könnte, inwieweit der Begriff sog subjektiver "Wahrscheinlichkeiten" - ungeachtet einer auch in anderen Werken durchaus anzutreffenden Verwendung grds - als solcher, per se va aus wiss. Sicht wirklich geeignet ist. (...)