Tja, nun ist das "Finale" am triumphalen Ende angekommen - und das Ende ist für Leute mit Bibelkenntnissen auch nicht wirklich überraschend. Doch leider setzt sich in meinen Augen der Trend fort, der sich schon in den letzten Bänden angedeutet hat:
Das Buch ist extrem evangelistisch aufgebaut und spiegelt die theologischen Ansichten der Autoren überdeutlich wider.
Die Interpretationen, wie sich Jesus verhält, wenn er wieder auf die Erde zurück kommt (dass das passiert, ist ja nach den ersten Bänden nicht wirklich ein Geheimnis, so dass ich es hier einfach mal ausplaudere), finde ich etwas enttäuschend. So wiederholt er überwiegend seine eigenen Aussagen von vor 2000 Jahren und hat nur wenig Neues zu sagen. Dem kann man natürlich entgegen halten, dass die Autoren sich nur auf verlässliche, weil bekannte Aussagen gestützt haben und Gottes Sohn keine eigenen Worte in den Mund legen wollten, doch wird das Ganze meiner Meinung nach etwas überzogen.
Auch die Reaktionen der Helden empfinde ich als etwas übertrieben, denn dass diese zwar etwas traurig, aber doch vom göttlichen Gerechtigkeitssinn getröstet, locker zuschauen, wie alle Nichtchristen verdammt werden, ist wie bereits gesagt EINE theologische Möglichkeit, aber nicht die einzige.
Da von vorneherein klar war, dass "Finale" zwölf Bände umfassen soll, gab es halt einige Längen. Vielleicht hätten die Autoren das Werk auf sieben Bände auslegen sollen, damit wäre den biblischen Zahlen ja ebenfalls Genüge getan worden.
Fazit: Wer die ersten 11 Bände gelesen hat, sollte jetzt nicht aufhören, da es nach wie vor spannend weitergeht.
Als missionarisches Buch, das es auch sein will, ist es ebenfalls empfehlenswert.
Auch ist die ganze Serie der zwölf Bände ein toller Roman, wenn man ihn als fiktive Geschichte liest und jetzt nicht davon ausgeht, dass das Ende der Welt genau so ablaufen wird.
Für Christen mit "unamerikanischem" Glauben gibt es aber leider ein paar Szenen, bei denen sich die Nackenhaare schon mal aufstellen.
Da ich zu dieser Sorte Christ gehöre, reicht es nur für drei Sterne, was wie gesagt nicht am Inhalt liegt, sondern an der vermittelten Theologie.