Ich glaube, es hilft, im Musikbusiness zu sein, wenn man dieses Buch liest. Dann versteht man die verschiedenen Referenzen zu Musikstuecken, weiss, wie Konzerte etc organisiert werden und versteht vor allem, wie leidenschaftlich Hindernisse ueberwunden werden wollen und manchmal koennen. Manche Sachen sind zwar unglaubwuerdig - die Wiener Philharmoniker hatten keine Frauen in den ersten Geigen, als das Buch geschrieben wurden, und vielleicht auch heute noch nicht, und eine Dame von 80 wird sicher nicht in der doerflichen Gemeindeverwaltung arbeiten, aber nun ja.
Wegen der Verbindung mit der Musik, und mit Wien und dem laendlichen Oesterreich gefiel es mir sehr gut.
Ich habe grosse Sympathien fuer die Gedankengaenge des Erzaehlers, ein todkranker Mann, der meint, eine verstorbene Bekannte im Orchester erkannt zu haben, und alles daran setzt, sie (noch einmal?) sein Lieblingskonzert spielen zu hoeren.
Der Erzaehlstil gefaellt mir sehr; er erinnert etwas an Elfriede Jelinek, mit den Dialogen, die alle als indirekte Sprache geschrieben sind; allerdings gibt es so gut wie keinen Sex. Es ist ein kurzes Buch, und man rast dadurch, um zu erfahren, was den nun das Resultat sein wird....