Nach 30 Jahren beendete Rock`n Rolf 2009 sein legendäres Projekt (so nennt er die Band selbst) Running Wild auf dem Wacken Open Air. Leider war ich bei der Show nicht anwesend, so dass ich keine Vergleichsmöglichkeiten zu der Liveshow auf dem Festival habe.
Die DVD setzt sich zusammen aus der Wacken-Show sowie diversen Interviews aus dem Jahr 2009 und einigen alten Bilddokumenten aus der Masquerade und Black Hand Inn Phase.
Die Interviews sind noch einigermaßen Interessant und man erhält einen kleinen Einblick in die Geschichte und Hintergründe von Running Wild und Rock`n Rolf`s Ansichten. Dazu sollte sich dann jeder selbst eine Meinung bilden.
Was mich etwas verwundert hat, ist das er im Hinblick auf die Wacken Show erzählt, dass die Show 2 Stunden dauern soll und 21 Songs gespielt werden. Merkwürdigerweise sind auf der DVD aber nur 17 Songs...Wie gesagt, da ich nicht auf dem Wacken `09 war, habe ich keine Vergleichsmöglichkeiten.
Die oben genannten Filmaufnahmen aus der Mitte der neunziger Jahre hätte man m. E. weglassen können, da es jeweils nur ein paar Minuten lange Filmchen sind. Eigentlich überflüssig. Wenn schon sowas draufgepackt wir, dann will ich mehr davon sehen.
Nun zur Show selbst:
Wie gesagt 17 Songs auf der DVD, darunter nur Hämmer der Marke Port Royal, Tortuga Bay, Black Hand Inn, Under Jolly Roger, etc und kein einziger Lückenfüller. Wenn man bedenkt, was für geile Lieder Running Wild in der Vergangenheit geschrieben haben, verwundert das auch niemanden.
In der Setlist ausgeklammert wurden (leider) die Alben Masquerade, Blazon Stone und (m. E. zurecht) alles, was nach der Masquerade kam. Der Sound der DVD geht völlig in Ordnung und bretzelt eigentlich recht ordentlich.
Der Bühnenaufbau lässt aber leider zu wünschen übrig. Eigentlich gibt es nichts, was auf ein Abschiedskonzert einer solch legendären Band nach 30 Jahren schließen lässt. Wenn man sich da an die Konzerte in der Vergangenheit zurückerinnert, liegen da Welten zwischen. Schade eignetlich!
Die Band selbst hat sich standesgemäß in Piratenschale geschmissen, was auch gut aussieht. Nur der Mensch am Bass, Jan Eckert, nervt etwas mit seiner Sonnenbrille und seinem Bewegungsspielraum von 1 Quadratmeter.
Wenn ich mich an die Berichterstattung zum Wacken `09 zurückerinnere, meine ich, dass Running Wild an diesem Tag kein Headliner waren, sondern zwischendurch gespielt habe. Ich denke, wenn man da auch von Seiten des Veranstalters anders geplant hätte und Running Wild Headliner gewesen wären (was sie zweifelos verdient hätten!), hätte aus der Show viel, viel mehr werden können. So ist es "nur" ein gutes Konzert einer Band, die einen viel würdigeren Abgang verdient gehabt hätte. Man hätte so viel daraus machen können!
So hat das ganze aber den etwas faden Beigeschmack, dass man etwas leidenschaftslos war und es schnell hinter sich bringen wollte.
Die eine oder andere Träne im Äuglein hatte ich dann aber doch, als mit DEM Running Wild Song Under Jolly Roger dann endgültig der Vorhang viel.
Mein Fazit:
Alles in allem zwar gut aber ein leicht fader Beigeschmack bleibt leider.