28 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Es braucht Zeit, 1. Oktober 2010
Aber es lohnt sich.
Ich habe das Album seit release und hab mich dass komplette folgende Wochenende mit nichts anderem beschäftigt. Jetzt habe ich gerade Zeit und Lust eine Rezension zu verfassen.
Also dann:
Satelite 15' The Final Frontier
Ist erstmal überraschend, da das Intro hier als Teil des ersten Songs verkauft wird.
Habe ich mich anfangs noch daran gestört, da das break zum The Final Frontier teil des (fast) Neunminüters doch sehr hart ausfällt, mag ich es nun sehr gerne, da die aufgebaute Spannung wunderbar zum eigentlichen Opener überleitet.
The Final Frontier selbst überzeugt als einfacher, geradliniger Rocker. Vielleicht nicht ganz das was man von Maiden erwartet, aber man will ja auch überrascht werden.
El Dorado
Ist den meisten ohnehin bekannt, da es als Download-Single angeboten wird.
Der Anfang ist etwas ungewöhnlich, da man derartige 'Lärm-Parts' von Maiden sonst nicht gewohnt ist. Der Song selber weiß jedoch mit vertraut galoppierender Rhythmik zu überzeugen und spätestens wenn man das erste mal den Übergang von der Bridge zum Chorus gehört hat weiß man, dass man einen Live-Klassiker im entstehen vor sich hat.
Mother of Mercy
Erinnert von der Stimmung her stark an A Matter Of Life And Death, kann meiner meinung nach jedoch nicht ganz an dessen nahezu durchweg starke Songs anknüpfen. Intro und Strophen sind einwandfrei und die Instrumentalarbeit ist ohnehin großartig, Bruce Dickinsons Gesang wankt jedoch im Refrain stellenweise. Spätere Songs zeigen, dass er die hohen Töne durchaus noch trifft, also liegt nahe, dass es sich hier um eine bewusste Entscheidung handelt, die dem Song jedoch meiner Meinung nach nicht gut tut.
Vom der erwähnten Schwäche im Refrain abgesehen, hat sich aber auch dieses Stück seinen Platz auf dem Album voll und ganz verdient.
Coming Home
Ist ganz klar Bruces Song. Vom Gitarrensound her ruft es bei mir Erinnerungen an Aces High und The Trooper wach, ist sonst jedoch was völlig anderes. Man ist nämlich an einer Typischen Dickinson Ballade, die gleichzeitig keine ist. Speziell der Chorus lässt dem Höhrer einen wohligen Schauer über den Rücken laufen. Die Übergänge zwischen den einzelnen Parts sind angenehm weich und spätestens die enorm gute Soloarbeit (Smith/Murray würde ich vermuten) überzeugt auf ganzer Linie.
The Alchemist
Erinnerte mich vom Sound her zu Anfang an die Blaze Bayley Phase, auch wenn ich noch nicht einmal sagen kann welchen Song ich speziell meine. Von daher war der Song für mich auch zu Anfang 'X-Factor, wenn Bruce nicht gegangen wäre'. Mit der Zeit jedoch stellt man Fest, dass man hier vermutlich den Song vor sich hat, der am ehesten das ist, was man von Maiden erwartet. Eingängige Parts, Lyrics und Gesang die vor Coolnes nur so strotzen und grandiose Soli. Maiden Pur.
Isle Of Avalon
Ist ein Monstrum, aber ein enorm gutes. Das Intro baut Spannung auf wo es nur geht, Drums, die an Paschendale erinnern, der Bass, der irgendwie was von Drifter(!) hat und dazu fast schon flüsternder Gesang von Bruce. Der folgende Übergang ist so plötzlich wie Genial. Wurde die Spannung in den letzten 2.40 Minuten aufgebaut, so entlädt sie sich jetzt in einer fulminanten Explosion, die definitiv einen der Höhepunkte des Albums darstellt. Im folgenden Part fühlt man sich an die Seventh Son Scheibe zurückerinnert, nur um ein weiteres Mal von der Konstruktion die schon den ersten Part des Songs bestimmt von dem Socken gehauen zu werden.
Starblind
Zuvorderst sei gesagt, dass Starblind der Song ist, mit dem ich mich bisher am wenigsten anfreunden konnte, was in jedoch keineswegs schlecht macht.
Ein weiteres ruhiges Intro begleitete von Bruces Stimme geht über in einen sehr Progressive Part, der jedoch die Gesangsmelodie des Intros beibehält. Der Chorus wirkt auf mich etwas bemüht, der Part der direkt darauf folgt hingegen ist sowohl textlich als auch musikalisch sehr gut. Nachdem man diesen Part das zweite Mal gehört hat folgt ein überraschendes, aber gutes Solo-Break, an dessen ende sich auch die Maiden-Typischen Fiedelparts blicken lassen.
The Talisman.
Begrüßt den Höhrer mit einem Akustischen Intro und erinnert daher zu beginn stark an The Legacy vom Vorgängeralbum.
Als es dann los geht, geht es richtig los. Bruce liefert die meiner Meinung nach beste Leistung auf diesem Album ab und Songwritingtechnisch gewinnt The Talisman dadurch, dass die einzelnen Parts erst nach und nach dazukommen und es so niemals langweilig wird. Außerdem sind die Melodie der Instrumental-Bridge sowie der extrem stark gesungene Chorus sehr eingängig. Ich freue mich jetzt schon darauf diesen Song mal live zu hören.
The Man Who Would Be King
Das Intro strömt die Melancholie nahezu aus. Der von Maiden-typischem 'Gedudel' begleitete Übergang zum Verse bildet das Vorspiel zu einem vor allem inhaltlich äußerst anspruchsvollen Song, der aber auch auf musikalischer Ebene zu überzeugen versteht, Besonders sind hier die Post-Chorus-Parts zu erwähnen bei denen eine Gitarre vom feeling her versetzt spielt, während eine Andere grandiose Soli zum besten gibt, leider ist von der Dritten Gitarre an diesen Stellen wenig zu hören. Auch später bietet der Song einiges was man wohl als 'Typisch Maiden' bezeichnen würde, allerdings ist er weniger darum herum aufgebaut, als dass diese Parts geschickt eingestreut sind.
When The Wild Wind Blows
Dieser Song hat mich schon beim ersten hören überzeugt. Das schwermütige Intro, das die Stimmung der Vorlage grandios ins Musikalische umsetzt, sowie die enorm eingängigen Vocals an dieser Stelle machen allein den ersten Teil des Songs beachtungswürdig. Der Übergang zum nächten Part, der noch ähnlich klingt, jedoch schon um einiges härter (verzweifelter?) klingt ist plötzlich aber gut umgesetzt. Ab da wird der Song besser und besser, steigert sich endlos, bis zur Explosion der Bombe (Es geht letzten Endes um das Britische 'Protect and Survive' Programm zum Schutz vor einem Atomangriff bzw. dessen Folgen) um dann im Outro, dass selbstverständlich wie das Intro klingt, immerhin handelt es sich um einen Steve Harris Song, unfassbar melancholisch zu werden. Ebenfalls ein Song, den live zu hören ich kaum erwarten kann.
Abschließend bleibt zu sagen, dass das Album mit den grandiosen Meilensteinen der Achtziger nicht viel gemein hat, aber dafür den Weg der nach der Rückkehr von Bruce und Adrian eingeschlagen wurde exzellent fortsetzt. Wer mit den Vorgängeralben nichts anfangen konnte wird vermutlich auch hier nicht glücklich, allen anderen Rate ich jedoch zum Kauf und vor Allem dazu, dem Album Zeit zu geben sich zu entfalten.
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66 von 81 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
So, da ist sie also, die neue Maiden ..., 19. August 2010
Mittlerweile ist das ja auch kein Großereignis mehr, aber immerhin gibt's die alten Recken nach all den Jahren noch, ist doch schon mal schön.
Und wie man an den vielen Beiträgen sieht, bewegen sie die Leute auch noch, auf positive oder negative Weise.
Aber zur Sache:
Im Prinzip finde ich die Platte gar nicht mal so übel und würde - wenn ich könnte - 3,5 Sterne geben.
Da das leider nicht geht und ich mich für eine Seite entscheiden muss, gibt's nur 3 Sterne und das liegt daran:
Die "neue" Ausrichtung von Maiden (ich würde eher komplexer als progressiver sagen) macht mir an sich weniger Probleme.
Wenn ich "The Trooper" hören will oder "Run To The Hills" legen ich die alten Scheiben auf.
Eine neue CD von Maiden sollte auch neue Songs enthalten, keine 1:1 Kopien von alten Klassikern.
Musikalisch einordnen würde ich das neue Werk irgendwo zwischen "7th son ..." und "Brave New World".
Gerade die Keyboard-Untermalung erinnert mich des Öfteren an "7th son ...", die Stimmung an BNW.
Viele Abschnitte sind schön typisch Maiden mit Galopp-Gitarre, Dudelparts, starkem Gesang und feinen Soli. So weit, so gut.
Aber leider gibt es halt auch einiges, was mich stört:
- das Intro geht echt gar nicht. Nichts gegen eine KURZE Einleitung, um die Stimmung aufzubauen, aber die 4 Minuten Rumgeeier bauen bei mir die Stimmung ab, nicht auf. Und das Ganze noch nicht mal als eigener Track zum Überspringen, sondern in den Song integriert. Fürchterlich! Sind aber nur 4 Minuten von der ganzen Scheibe und somit kein Grund, das ganze Album zu verdammen
- der Aufbau der ganzen Stücke ist fast immer identisch: langsamer und behutsamer Anfang, bis es dann nach 1,2 oder erst 3 Minuten endlich mal voran geht. Das kann man mal machen, aber mit der Zeit wird das etwas öde
- es fehlen eindeutig die etwas schnelleren und härteren Stücke. Fast durchgehend sind die Songs nur im langsamen oder maximal mittelschnellen Tempo unterwegs, da hätte ich mir mehr Auflockerungen zwischendurch gewünscht
- der gute Bruce ist viel zu oft in höheren Stimmlagen unterwegs und da scheint er sich mittlerweile doch etwas schwer zu tun. Singt er in eher mittleren Lagen, klingt er gleich viel besser und deutlich weniger nach Halsschlagaderzerrung
Und was das Schlimmste ist:
auch nach intensivem Hören an den verschiedensten Orten mit verschiedenen Medien zu verschiedenen Zeiten und Stimmungen packen mich die Songs einfach nicht.
Komplexe Stücke haben Maiden schon immer geschrieben, z.B. Rime of the Ancient Mariner oder Phantom of the Opera, daran kann es also nicht liegen.
Es fehlt mir irgendwas Unbestimmbares, das ein gutes Lied zu etwas ganz besonderem macht.
Dieses Gefühl hatte ich sehr oft bei den alten Scheiben und auch hin und wieder bei den neueren, aber es stellt sich hier einfach nicht ein. Schade.
Somit als Fazit:
Ganz nette Platte, die man sich gut anhören kann, die einen aber auch nicht vom Hocker reißt.
Definitiv nix für Leute, deren Maiden-Zeitrechnung nach Powerslave endet.
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