Bei "Der Blick nach vorn" von Nojima Kazushige handelt es sich um einen Roman zum "Final Fantasy VII"-Universum. Chronologisch spielen sich die Ereignisse des Buches zwischen dem Videospiel "Final Fantasy VII" sowie dem computeranimierten Film "Final Fantasy VII: Advent Children" ab.
Der Roman erzählt hierbei die Geschichten einzelner (aber nicht aller) Protagonisten aus "FFVII", wie es ihnen nach dem Sieg über Sephiroth ergangen ist. Aber auch ein neuer Charakter wird hier eingeführt, nämlich der kleine Junge Denzel. Die einzelnen Geschichten über Denzel, Tifa, Barret, Nanaki, Yuffie und Rufus bzw. dem Shinra-Konzern erlauben tiefe Einblicke in die Seelen jener Protagonisten. Man erfährt, welche Sorgen und Ängste sie plagen, aber auch, welche Hoffnungen sie in sich tragen. Dabei werden immer wieder Querverweise zwischen den einzelnen Geschichten hergestellt, da diese mal mehr mal weniger eng miteinander verwoben sind. Auch wer den Film schon gesehen hat, wird beim Lesen von "Der Blick nach vorn" einige Aha-Momente erleben. Neben den genannten Personen wurden aber auch Sephiroth und Aerith nicht vergessen. Diese haben ihre Auftritte zwischen den Hauptstories des Buches.
Was mich besonders am Buch begeistert hat, sind zwei Dinge:
Zum Einen der Schreibstil von Nojima Kazushige. Beim Lesen konnte ich mir die einzelnen Szenarien gut bildlich vorstellen, trotzdem verliert sich der Autor nicht in überdetaillierten Beschreibungen einzelner Szenen. Mehr gibt es dazu gar nicht zu sagen, aber genau das hat mir eben wirklich gefallen. Er hat einfach Raum für die eigene Vorstellungskraft gelassen.
Zum Anderen gefiel mir, dass das Buch die Krankheit "Geostigma" stark thematisiert hat, welche auch eine große Rolle im Film gespielt hat. Der Leser erfährt hier viel über Entstehung und Wirkung dieser Krankheit. Insbesondere Nanakis, Rufus' und Sephiroths Geschichten geben hier viel Aufschluss darüber.
Was mir dagegen überhaupt nicht gefallen hat, ist der Umstand, dass praktisch jede Geschichte völlig abrupt beendet wird. Schon klar, das Buch ist nur ein Bindeglied zwischen Videspiel und Film. Trotzdem wären ein, zwei Schlusssätze zu jeder Story schön gewesen. Ich hatte bei jeder Geschichte den Eindruck, da müsste noch ein Satz kommen, aber stattdessen ging es plötzlich mit einem anderen Protagonisten und seinen Erlebnissen weiter.
Interessant ist noch, dass Nojima Kazushige beileibe kein unbeschriebenes Blatt ist. Im Gegenteil: Kazushige ist Hauptszenario-Autor mehrerer Final-Fantasy-Spiele (u.a. eben auch Teil VII) sowie Drehbuch-Autor von "FFVII: Advent Children". Er kennt sich somit bestens mit den Charakteren aus und das merkt man beim Lesen auch absolut.
Das Buch an sich kommt übrigens im schicken Hardcover-Einband daher, welches einen hochwertig verarbeiteten Eindruck macht. Das hätte ich ehrlich gesagt nicht erwartet, denn beim Begriff "Panini" denke ich vor allem an billige Stickerhefte über Fussballstars und Tierfotos. Um so schöner, dass ich in dem Punkt eines Besseren belehrt wurde.
Insgesamt vergebe ich vier von fünf Sternen. Den Abzug gibt es, weil die Geschichten zu abrupt enden, vor allem aber auch, weil nicht alle Protagonisten in gleichem Maße berücksichtigt wurden.