Nach einem kleinen Streit zwischen Nintendo und Square wanderten die beliebten Final Fantasy Spiele auf Sonys Playstation und erfreuen sich dort auch heute noch größter Beliebtheit. Mit über 12 Teilen ist noch immer kein Ende in Sicht. Die Serie fand erst zu Gamecube Zeiten ihren Weg zurück auf Nintendos Konsolen, jedoch lediglich in Form eines Spin-Offs: Final Fantasy - Crystal Chronicles, das den Grundstein für die DS-Nachfolger Ring of Fates und Echoes of Time legte.
Zunächst sei gesagt: zwar spielte ich das ursprüngliche Crystal Chronicles, beschloss jedoch, mir Ring of Fates nicht zuzulegen. Mit Echoes of Time wollte ich nun das verpasste Spielerlebnis nachholen. Ich möchte hier schon einmal anmerken: ich bin zufrieden, ein etwas bitterer Nachgeschmack bleibt jedoch trotzdem vorhanden.
Story
Ein paar Worte zur Geschichte vorweg: der Protagonist wird 16 Jahre alt, womit er bereit ist die, in seinem Dorf übliche, Volljährigkeitsprüfung abzulegen. Nachdem er diese bestanden hat, erkrankt ein Mädchen des Dorfes an einer Krankheit namens Krystma, und der Held macht sich auf den Weg aus dem Wald, um ein Heilmittel zu finden. Kurz darauf beginnen die Ereignisse, sich zu überschlagen.
Die Geschichte bleibt von Anfang bis Ende relativ flach und bietet nie viel Raum für tiefergreifende Interpretationen derselbigen, die Handlungsstränge sind niemals wirklich komplex. Recht schnell erkennt man, dass die Story eher in ein Buch für Grundschüler als in eines für Jugendliche oder gar Erwachsene gehören würde. Aber grade das macht den besonderen Reiz der Story aus. Die Geschichte hat Charme, den sie auch stets versprüht, womit die Beschreibung als "kindlich" hier in keiner Weise negativ zu verstehen ist.
Was mir persönlich besonders positiv auffiel: später hält die Geschichte unserer heutigen Gesellschaft tatsächlich den Spiegel vor das Gesicht und weißt auf eine aktuelle Krise hin. Dies allerdings wirklich eher versteckt, und da es sich hier um ein Final Fantasy handelt, das wohl auch jüngere Spieler ansprechen soll, wohl eher ein Zufall.
Gameplay
Aber wie spielt sich das Spiel eigentlich? Nun, gesteuert wird zunächst einmal komplett über die Tasten und das Steuerkreuz des DS. Zwar lassen sich über den Touchscreen die Zauber auswählen und das Menü steuern, was oft auch schneller geht als mit den Tasten, notwendig ist die Verwendung des unteren Bildschirms aber zu keiner Zeit.
Zunächst erschafft man sich einen Charakter, wobei man zwischen den 4 Rassen der Clavat, der Lilty, der Yuke und der Selkie, sowie in diesen jeweils noch einmal zwischen einem männlichen oder weiblichen Helden wählen kann. Je nach Volk unterscheiden sich die anfängliche Ausrüstung, die Startwerte sowie die Entwicklung des Charakters bei Level-Ups.
In der Stadt kann man weitere Helden rekrutieren und sich ebenfalls ein paar neue Gefolgsleute erstellen. Diese starten jeweils auf Level 1.
Hat man sich nun für einen CHarakter entschieden, kann man mit ihm die Oberweltkarte sowie die Dörfer und Städte des Landes erkunden. Letzteres geht recht schnell, da es lediglich eine Stadt sowie das anfängliche Dorf gibt. Die Stadt selbst ist sehr klein, es gibt kaum NPCs. Vom Dorf aus gelangt man lediglich in den ersten Dungeon und muss gelegentlich Gespräche führen, um die Story voranzutreiben. Hier also gleich ein Kritikpunkt: die Welt abseits der epischen Schlachten ist viel zu klein. Hier hätte ich mir wesentlich mehr gewünscht.
In der Stadt kann man aber immerhin etwas mehr machen als im Dorf: man kann Waffen und Rüstungen kaufen bzw. diese selbst herstellen lassen. Für letzteres muss man jedoch auch eine entsprechende Skizze der Waffe sowie die erforderlichen Materialien besorgen. Man hat ferner Zugriff auf ein Lager für Gegenstände (das jedoch, zumindest bei meinem Spieldurchgang, niemals notwendig wurde) und kann, wie schon erwähnt, neue Charaktere erschaffen. Diese kann man nun in seine Gruppe holen oder aber erst einmal "lagern". Ferner kann man ein Minispiel mit Rubbellosen spielen (dessen Sinn mir jedoch bis heute nicht klar wurde, da ich auch nach 10 Gewinnen noch nichts erhalten habe) und besondere Aufgaben, die sog. Missionen, annehmen. Diese sind eher ebenfalls eine Art Minispiel. So muss man beispielsweise in einer bestimmten Zeit jedes Feuer in der Gegend löschen oder bestimmte Gegner mit bestimmten Zaubern besiegen. Eine nette Dreingabe, jedoch lässt sich ein großer Teil der Aufgaben AUSSCHLIEßLICH im Multiplayer bestreiten, was für einen unschönen Beigeschmack sorgt.
Hat man sich nun ausgerüstet und ist bereit zum fröhlichen Monsterprügeln, kann man einen der Dungeon betreten.
Um gegen die Monster zu bestehen und um die Fallen herumzukommen stehen dem Charakter verschiedene Manöver zur verfügung. Er kann springen, mit seiner Waffe schlagen (wobei er nach und nach immer längere Kombos erlernen kann), einen Spezialangriff ausführen oder zaubern. Je nach Rasse muss man seine Taktik ein wenig ändern. So sind Yukes körperlich zwar nicht der widerstandfähig, können dafür jedoch mächtige Zauber entfesseln. Die Lilty hingegen sind schlecht in Sachen Magie, fühlen sich aber mitten im Getümmel am wohlsten. Zwischen den kurzweiligen Kämpfen gilt es meist, kleinere Rätsel im Stil von "Bringe Stein A von Punkt B nach Punkt C" zu lösen. Irgendwann gelangt man in der Regel zu einem Endgegner, den es zu besiegen gilt. Meist haben diese einen bestimmten Schwachpunkt, beispielsweise den Kopf oder den Rücken, den es herauszufinden gilt, um somit maximalen Schaden zuzufügen.
Der Endgegner hinterlässt nach seinem Ableben, eben so wie die meisten anderen Gegner, einige Gegenstände und Gold, mit denen man sich neue Ausrüstung besorgen kann.
Hat man genug Gegner besiegt, steigt man einen Level auf. Der Maximallevel liegt bei 99. Nach und nach erlernt der Charakter so neue Kombos und stärkere Spezialangriffe, wodurch man für die neuen Feinde stets gut gerüstet ist.
Und nun eine kleine Meckerstunde. Denn tatsächlich hat Echoes of Time einige Punkte, die mir ziemlich Negativ ins Auge fielen, wobei ich durchaus mit dem Ur-CC auf dem Gamecube vergleiche was, in meinen Augen, völlig legitim ist.
Zunächst einmal die, bereits erwähnte, Anzahl der Ortschaften. Dass ein DS nicht die Leistungen eines Gamecube vollbringen kann, ist mir klar. Aber für ein Top-Rollenspiel sind 2 Orte, von denen einer nur die Story vorantreibt und der andere lediglich 3 Abschnitte bietet, einfach zu wenig. Hier machte man zu viele Abstriche, wohl zugunsten der Dungeons. Allerdings hat man hier eher verschlimmbessert. Die Anzahl der Dungeons ist an sich zufriedenstellend. Jedoch werden von diesen die meisten mindestens 2 Mal verwendet, nur leicht verändert. Auch das wäre an sich kein so großes Problem, wenn es nicht noch ein größeres gäbe: die Dungeons werden nachher zu groß. Teilweise verbringt man eine halbe Stunde damit, die Gegnerhorden der immer gleichen Kreaturen zu bezwingen und schon wieder das Schalterrätsel zu lösen, das man bereits aus dem vorherigen Raum kannte. Diese sind im Singleplayer übrigens teilweise recht knifflig, da einem Hilfe fehlt, die es einem wesentlich erleichtern und den Vorgang beschleunigen würde.
Im GC Spiel waren die Dungeons nie so groß und die Gegnerhorden ebensowenig. Es waren stets eher kleine Gebiete mit 2 oder 3 Abschnitten. Man kam flott durch ein Level durch, die Kämpfe wurden nicht langweilig. Jeder Dungeon hatte 3 Entwicklungsstufen, trotzdem gab es wesentlich mehr, und noch dazu zahlreiche Ortschaften. Ich habe nicht mit der Bandbreite eines GC-Spiels gerechnet, aber hier wurden die Prioritäten definitiv falsch gesetzt.
Technik
Zunächst zur Grafik: sauberes 3D, schöne Texturen und Animationen der Charaktere und Gegner. Auf dem DS definitiv eines der besten Spiele in Sachen Grafik. Ein weiterer Pluspunkt hier: jedes Rüstungsteil hat sein eigenes Aussehen, wodurch man den eigenen Charakter individuell gestalten kann. Auch die Effekte, beispielsweise bei den Zaubern, sehen sehr schön aus. Das Highlight: die vielen, vertonten Videosequenzen, durch die die Story vorangetrieben wird. Hier also wirklich top.
Ein kritikpunkt bleibt jedoch: zumindest, wenn man mit 3 NPCs spielt, kommt es recht häufig zu Slowdowns, vor allem, wenn gleichzeitig viele Gegner da sind und dazu auch noch gezaubert wird. Vor allem in späteren Leveln verbringt man die Kämpfe so recht häufig in Zeitlupe. Schade!
Sound
Zum Sound gibt es nicht viel zu sagen. Die Musik passt zur jeweiligen Location. Es ist zwar irgendwann immer das selbe Gedudel, man nimmt es jedoch eher unterbewusst war, wodurch es nie wirklich stört. Die Synchronisation der Cutscenes ist für DS-Verhältnisse wirklich hochwertig und verdient hier noch einmal besonderes Lob.
KI
Die KI sei hier, da in diesem Spiel doch ziemlich wichtig, noch einmal gesondert hervorgehoben. Es ist nun ja zunächst einmal eine nette Geste der Entwickler, dass man sich jederzeit bis zu 3 Computergesteuerte Mitstreiter an die Seite holen kann. Neben der Tatsache, dass diese oft Slowdowns verursachen, gibt es jedoch noch ein weiteres Problem: die KI verhält sich oft ziemlich irrational. Manchmal greifen die NPCs einen Feind bereits an, obwohl man noch immer die Gegenstände vom letzten Kampf einsammelt.
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