Neil Hannon und seine Orchester-Pop-Perlen voller Tiefe und Melancholie und charmanter Schönheit können so manchen Abend versüßen. Auf diesem Album gibt es Frivol-Ironisches über die "Generation Sex" zu hören, mit Sixties-Sound par excellence; der "National Express" passt auch in eine 60er-Jahre-Musikrevue und "Sweden" ist so mit Orchester-Bombast durchtränkt, dass einem der Atem stockt. Wundervoll sphärisch ist der Achtminüter "Eric The Gardener", der Sonntagmorgenstimmung verbreitet wie kein anderer Song. Vielleicht noch "Birds In You Garden" von Pulp. Sind ja auch Briten. Richtig betreten und traurig, aber nicht hoffnungslos sind "Commuter Love" (über den Montagmorgen und Abschied; inkl. Akkordeon klingt der Song sehr französisch), "Life On Earth" (mit französischem Refrain und abermals mit Akkordeon) und natürlich "The Certainty Of Chance", der eine fast schon klassisch-große Ballade geworden ist. Die anderen Songs sind ebenfalls allesamt groß, aber die Perlen nannte ich schon. Allein die traurigen Stücke sind den Kauf wert. Eigentlich ein Wahnsinn, was der Mann da auf einem Album miteinander vermengt. Gerade noch verspielt und locker, dann tragisch-schwelgerisch bis pompös. Alles in allem: grandios.