"Du musst durch den Schmutz gehen, um Weisheit zu erlangen." Dieser höchst philosophische Spruch des Ukrainers Andrej ("A.K.") findet sich auf dem Cover der DVD. Beim Anschauen des Films hören wir weitere solche Perlen des Gedankenschatzes dieses Herrn. Eigentlich ist er Musiker, doch seinen Lebensunterhalt verdient er, indem er gelangweilte und mit ihrem Leben unzufriedene Männer, die sich solche Spässe etwas kosten lassen, demütigt und auch mal auspeitscht, also als männliche Domina. Weiter dient er einem im gleichen Haus lebenden blinden Schriftsteller als Botenjunge für tägliche Besorgungen und als Gesprächspartner.
In seiner Wohngemeinschaft leben zwei Frauen. Die eine ist Ballettänzerin und kann davon auch nicht leben. Also verdient sie ihren Lebensunterhalt in einem Nachtlokal, wo sie, obwohl eigentlich schamhaft, an der Stange tanzt. Die andere arbeitet in einer Apotheke, klaut dort gelegentlich Medikamente und träumt davon, kranke Menschen in Afrika zu pflegen. Alle drei führen nicht das von ihnen erstrebte Leben; dasselbe gilt für die Menschen, denen sie im Alltag begegnen. Eigentlich sind alle Menschen in diesem Film im Dreck (filth).
Diese Situation zeigt Madonna im ersten Film, in dem sie Regie führt, ohne selbst aufzutreten, mit bissigen und klugen Monologen und Dialogen, zum Teil abseits der political correctnes, und mit farbenfrohen Bildern. Verrückte Typen sind es wohl, aber letztlich mit all ihren Schwächen und Nöten sympathische Menschen jenseits aalglatter Fassade. Aber vermutlich leben wir alle in unseren kleinen Welten voll Dreck.
Ich empfinde den Film als einen Geniestreich. Er strahlt bei allem "Dreck" eine grosse Liebe und eben auch Weisheit aus.