rainer forst führt in seinem buch "toleranz im konflikt" eine untersuchung über den begriff toleranz.
nachdem eine allgemeine begriffsdefiniton erfolgt ist werden historisch, politisch und philosophische toleranzbegründungen eingeführt.
nachdem diese verschiedenen normativen konzepte der toleranz und einer begründung selbiger eingeführt worden sind, probiert forst einen toleranzbegriff zu finden, der allgemeingültig ist und für jeden menschen, unabhängig von seinem persönlichen, kulturellen oder religiösen hintergrund, gelten kann. inwieweit er hiermit erfolg hat sollte jeder selbst beurteilen...ein urteil darüber kann und möchte ich hier nicht abgeben - da dies dem buch nicht gerecht werden würde und die begründung ohne kenntnis des buches sehr unscharf wirkt.
die untersuchungen die forst in dem buch vorrantreibt, sind sehr präzise und objektiv. (wertende) vorraussetzungen für die folgende betrachtung werden immer als solche eingeführt, sodass man eine sehr objektive auseinandersetzung mit dem thema erlebt.
das buch ist in einem fordendem, wisschenschaftlichen deutsch geschrieben, und setzt eine breite kenntnis von fachtermini vorraus. die komplexität der sprache gleitet aber an keiner stelle in ein selbstzweckmäßiges darbieten von fremdwortkenntnis ab. konzentriert ist dieses buch sehr gut lesbar, und man hat nicht das gefühl, dass der autor den leser mit unnötiger komplexität beeindrucken will!
alles in allem habe ich die lektüre sehr genossen (die bei mir in keinem zusammenhang mit studium oder ähnlichem stand, sondern auf ein rein privates interesse gegründet war) und kann dieses buch, als sowohl handwerklich als auch inhaltlich, sehr solide auseinandersetzung mit dem hochinteressanten thema des abstrakten toleranzbegriffes und seine übersetzung in konkrete handlungen/wertvorstellungen, empfehlen.