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Filmriss
 
 
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Filmriss [Taschenbuch]

Mani Beckmann
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 264 Seiten
  • Verlag: Bebra; Auflage: 1 (2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3898090205
  • ISBN-13: 978-3898090209
  • Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 12,4 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 917.389 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Mani Beckmann
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Wie alljährlich im Februar plagt sich der Filmjournalist Albrecht Niemeyer mit der geliebt-gehassten Berlinale. Er ist Berlins bösartigster und unbeliebtester Kritiker und stolz darauf, denn die Einschaltquoten geben ihm Recht. Privat jedoch läuft alles bei ihm schief, sein Freund Jupp - ein Gefährte aus längst verdrängten Punk-Zeiten - hat sich bei ihm eingenistet und geht ihm auf die Nerven. Vor allem aber leidet Albrecht darunter, dass seine Frau Emily ihn wegen eines Orthopäden verlassen hat. Als sei dies nicht schon Grund genug, schlecht gelaunt zu sein, wird Albrecht zu allem Überfluss eine Briefbombe ins Pressefach gelegt. Zwar bleibt er unverletzt, doch der Bombenleger kündigt per Telefon einen weiteren Anschlag an. Die ermittelnden Kriminalbeamten nehmen die Bedrohung jedoch nicht ernst, und so beschließt Albrecht, selbst den Detektiv zu spielen. Personen und Tatmotive gibt es genug, denn der Filmkritiker hat es sich beinahe mit jedem Filmschaffenden in Deutschland verscherzt . Doch zunächst führt die Spur in eine ganz andere und völlig unerwartete Richtung - in Albrechts Vergangenheit, als dieser mit der Punkband "Die Ordensbrüder" die Bühnen unsicher machte. Der Krimi zur Berlinale: Auf einen verhassten Filmkritiker wird ein Bombenattentat verübt. Die Spur führt nicht nur in die Berliner Filmszene, sondern auch in die Vergangenheit einer westdeutschen Punkrockband.

Über den Autor

Mani Beckmann geb. 1965 in Alstätte/Westfalen, 1983-86 Gitarrist der westdeutschen Punkband 'Brigade Fozzy', studierte anschließend Film- und Fernsehwissenschaft und Publizistik an der Freien Universität Berlin. Freier Filmjournalist für Zeitschriften und Magazine (u. a. Zitty/Berlin); schreibt historische und Kriminalromane sowie Drehbücher (1997 Teilnehmer der Master School Drehbuch). Seit 1995 Drehbuchlektor für die Abteilung Fernsehspiel des WDR/Köln.

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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Manis Held ist lebendig gezeichnet und seine schlechten Seiten - hauptsächlich seine Arroganz - sind so völlig aus seiner Geschichte und Situation nachvollziehbar, daß er einem trotzdem sympathisch erscheint. Es wird elegant zwischen der Gegegnwart und verschiedenen Vergangenheiten hin- und hergesprungen, daß sich ein schlüssiges Gesamtbild der Lebensgeschichte der Hauptfigur ergibt.
Ich glaube, daß dies Mani nur so gut gelungen ist, weil der Roman (bis auf die Verbrechen) schamlos autobiographisch ist. Das bezieht sich auf die Berlinale-Berichterstattung, die Punk-Zeit sowie vermutlich auf die Studier-Zeit. Ich rechne dem Autor hoch an, daß er keine albernen Verschleierungsversuche macht um das Buch artifizieller wirken zu lassen. Up the Punk!
Ein Blick auf die Webseite von Manis Ex-Band, die es in den 80ern gab und die sich zu einem kleinen Revival vor kurzem zusammengefunden hatte, ist nach der Lektüre richtig rührend: auf den Fotos (mit 20 Jahren Differenz) der Musiker gucken einen die Figuren aus <Filmriss> an. Der Unterschied ist bloß, daß alle noch leben und recht gesund aussehen...
War <Moorteufel> noch ein etwas oberflächlicher Action-Jugendroman mit historischem Lehranspruch, so ist dieses Buch klar in der Klasse der wirklich guten Werke anzusiedeln.

Ich möchte dem Autor nur empfehlen bei den nächsten Romanen noch mutiger zu werden was unkonventionellen Erzählstil, menschliche Abgründe und Charakterfehler von "Helden" angeht. Remember Punk, Mani!

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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Carmen Vicari VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Taschenbuch
Das Buch hat autobiographische Inhalte.
Es ist spannend und flüssig geschrieben mit einigem Witz. Man fühlt sich in die 80er Jahre - Erlebnisse einer Punkband versetzt. Durch einige Rückblenden bekommt der Leser nach und nach Überlick über das Geschehen und wie die einzelnen Teile zusammenhängen. Ein überraschendes Ende lässt Spekulationen für eine Fortsetzung zu.

Alles in allem sehr zu empfehlen.

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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Wildwuchs 22. Juni 2011
Format:Taschenbuch
In unzähligen Klein- und Kleinstverlagen suchen seit geraumer Zeit, in der Regel, wie man hört, gegen eine nicht gerade knapp bemessene finanzielle Gegenleistung, zum Schreiben einfach nicht berufene Hobbyautoren ihr Glück. Sie hoffen vermutlich auf den nicht nur literarischen Durchbruch, und manchmal gelingt dies ja auch. Bekanntestes Beispiel der jüngeren Vergangenheit ist Nele Neuhaus, die zunächst im Selbstverlag veröffentlichte und inzwischen als Bestsellerautorin bei List untergekommen ist. Rita Falk hat mit ihren beiden erzbajuwarischen Provinzkrimis ausnahmsweise gleich den Durchbruch geschafft, wohl weil sie in der Regionalkrimibranche einen bislang ungehörten Ton angeschlagen hat. Oder, ein drittes Beispiel, Ulrich Ritzel ist schon längst mit seinen schwebend-humorig daherkommenden, dabei leicht undurchsichtigen und irgendwie immer auch phasenweise langweiligen Ulm-Krimis in der Verlagsgruppe Random House angekommen, nachdem er zu Beginn seiner literarischen Karriere in dem vergleichsweise unbedeutenden Libelle Verlag untergekommen war. ' Was freilich die Geschäftspolitik der arrivierten Traditionsverlage betrifft, die immer wieder einmal ihre Kräfte bündeln, indem sie sich zu immer noch größeren Einheiten zusammenfinden, so tun die es ohnehin schon längst nicht mehr unter Bestseller-Niveau. Überall sieht man es auf den Büchertischen in Signalfarben prangen: Der Bestseller, welch marktschreierisches Gehabe auch nicht unbedingt zum Lesen einlädt. Sebastian Fitzeks kometenhafter Aufstieg als verkaufsträchtiger Fließbandautor, der von Buch zu Buch mit seiner zusehends eintönigen und ausgelatschten Cliffhangermacke kontinuierlich schlechter wird, ist hierfür ein besonders erhellendes und abschreckendes Beispiel.

Keine Frage also, es geht, auch Autoren unbedeutender Verlage können es schaffen und vielleicht sogar von der Vermarktung ihrer Produkte leben. Weil sie hin und wieder, was für die Strategen dieses Marktsegments wahrscheinlich noch nicht einmal ausschlaggebend ist, tatsächlich schreiben können. Dennoch, ich bin mir nach der Lektüre unzähliger Autoren und Autorinnen, die in Kleinverlagen publizieren ziemlich sicher, dass hier fast ausnahmslos literarische Nieten eine Heimstatt finden und gefunden haben, die, warum auch immer, glauben, schreiben zu können und dabei noch nicht einmal der deutschen Sprache mächtig sind. Der Eindruck drängt sich immer wieder auf, dass nicht diese Pseudoautoren ihre Muttersprache beherrschen, sondern die sie. Fahranfänger neigen ja auch, wie man hört, dazu, sich selbst zu überschätzen und deswegen von einer brenzligen Situation in die nächste zu schlittern ...

Beispiele gefällig? Bitteschön. In Hannes Nygaards darüber hinaus sturzlangweiligem, weil von vorne bis hinten konstruiertem Ökokrimi 'Sturmtief' agieren in fast jedem Satz ominöse Subjekte, die in der Realität nun einmal Objekte sind. Kirchen also liegen beispielsweise nicht versteckt hinter irgendwelchen Bäumen, sondern sie verstecken oder kauern sich. Haben sie etwas zu verbergen? Das geht so das ganze Buch über und hat, weil es ungewollt geschieht, auch etwas Belustigendes. Sandra Dünschedes 'Friesenrache' laboriert an demselben Fehler, wobei sich dieser Westküstenkrimi teilweise wie ein schleichwerbender und petutantenhafter Reiseführer für die 'leckeren' Produkte von namentlich erwähnten Tortenbäckern liest, was den faden Fall ohne jede Atmosphäre auch nicht eben spannender macht. Olaf Müller hat in 'Chiffre' manch schöne, weil aberwitzige Einfälle, aber der Autor hat es dermaßen intensiv auf Wirkung abgesehen, dass man allüberall die Absicht bemerkt, dass hier einer auf Teufel komm raus mit Kabinettstückchen brillieren und sich beweisen will und entsprechend verstimmt ist. An Uwe Klausners 'Bernstein-Connection' ist zwar auf den ersten Blick sprachlich nichts auszusetzen, aber je länger ich las, desto ärgerlicher fragte ich mich, was das Ganze überhaupt soll. Hier wird im Bereich der Historie (17. Juni, 1953) derart waghalsig und sprunghaft herumexperimentiert, dass einem irgendwann alles schnurzpiepeegal ist. Reinhard Peltes 'Inselbeichte' ist inhaltlich uninspiriert, sprachlich blaß und hölzern mit dem, wie es scheint, immer wieder unvermeidlichen Hang zur Versubjektivierung von Objekten. Oder, last but not least, Andreas Stammkötters 'Messewalzer' fängt ja vielversprechend an, aber spätestens im letzten Drittel flacht der Spannungsbogen unglaublich ab, und auch sprachlich reihen sich Schnitzer an Schnitzer. Vermutlich hat der Lektor irgendwann die Lust verloren und mehr und mehr fünf gerade sein lassen.

Mein Fazit: Die kleinen Verlage auf Druckkostenzuschußbasis verderben summa summarum den Geschmack, und die großen pflastern die Büchertische mit von den jeweiligen Exzellenz-Autoren irgendwie immer gleich gestrickten und folglich auf die Dauer ermüdenden vermeintlichen Spitzenprodukten zu.

Sicher, es gibt, was die finanziell schlecht unterfütterten Verlage betrifft, die entstehende Kosten zum gut Teil durch ihre bemühten und verzweifelt ambitionierten Autoren selbst tragen lassen, Ausnahmen. Hansens 'Fördemord' oder Gudes 'Homunculus' sind solche. Und eben Mani Beckmanns in dem eben auch nicht übermäßig bedeutenden be.bra verlag erschienener 'Filmriss', auf den ich abschließend das Augenmerk lenken will. Die Hauptfigur ist zunächst ein von Grund auf unsympathischer, miesepetriger Filmkritiker, der sich für den Nabel der Welt hält und entsprechend auftritt. Rücksichtslos auftrumpfend, laut, selbstverliebt. Aber der Knabe entwickelt sich. Irgendwann war er mir richtig sympathisch. Eine Anschlagserie bringt mehr als genug Abwechslung in sein Leben. Aber gilt sie auch ihm? Er verliebt sich peu à peu, kaum dass er von seiner großen Liebe verlassen worden ist, in eine auch mir sehr sympathische Tresenkraft und stößt irgendwann mit der Nase darauf, dass in seiner Vergangenheit und der seiner drei Jugendfreunde, mit denen zusammen er mehr schlecht als recht musiziert hat, etwas schiefgelaufen sein muss. Was? Das verrate ich nicht, obwohl der Titel dieses Krimis des Rätsels Lösung andeutet. Wichtiger ist dies: Mani Beckmann ist nicht bloß der deutschen Sprache mächtig, sondern handhabt sie virtuos. Spielerisch leicht läßt er seinen Möchtegerngroßkotz von einer engen Situation in die nächste stolpern. Schmunzeln ist Trumpf! Und auch die Spannung kommt nicht zu kurz. Was will man mehr?
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