Die Kinowelt-"Filmlegendenbox" zu Humphrey Bogart war für mich die interessanteste, da sie mit "Der Tiger" (1951) und "Mr. Dodd geht nach Hollywood" (1937) gleich zwei Filme enthielt, die nach meinem Kenntnisstand bisher nicht veröffentlicht waren, während in den anderen Boxen mindestens einer der zwei Filme bereits veröffentlicht war.
In "Der Tiger" spielt Bogart einen Staatsanwalt, dessen Kronzeuge im Prozeß gegen den Chef einer Mörderbande in der Nacht vor dem Prozeß Selbstmord begeht. Dem Staatsanwalt bleibt nur noch der Rest der Nacht, um aus den Akten noch weiteres Beweismaterial zu finden. Scheitert er damit, wird der Gangster am nächsten Tag freigesprochen.
Bogart einmal nicht als Gangster sondern als Gesetzeshüter war seinerzeit für manchen Kritiker gewöhnungsbedürftig. Was den Film auszeichnet, ist eine clever konstruierte Handlung mit überraschender Lösung, die in Rückblenden erzählt wird.
In "Mr. Dodd geht nach Hollywood" spielt Bogart, der 1937 insgesamt sieben Filme drehte, die kleine Nebenrolle eines unglücklich verliebten Filmproduzenten, der den Trost im Alkohol sucht - und damit ist er eine der "Baustellen", die der von Leslie Howard gespielte Bankangestellte Atterbury Dodd beim Versuch der Rettung einer insolventen Filmfirma aufzuräumen hat.
Der Film gilt als brillante Satire auf das Hollywood der damaligen Zeit. Auch wenn Bogart hier "nur" eine Nebenrolle spielt offenbart er hier bereits das komödiantische Talent, das Filme wie "Wir sind keine Engel" zum Genuß macht.
Gerade weil sie so untypisch sind, gehören beide Streifen in jede ernsthafte Humphrey Bogart-Sammlung. Und man würde sich wünschen, daß Kinowelt mehr Boxen mit gleich zwei neuen Filmen herausbringt.
Bild- und Tonqualität sind -soweit auf einem Röhrenfernseher beurteilbar- ok. Interessant ist die Verpackung: Über der eigentlichen Box ist noch ein Pappschuber ohne das FSK-Label (das auf die Folie aufgeklebt wurde). In der Box selbst ist aber auch ein Wendecover ohne FSK-Label, so daß man sich nach dem Sinn des Schubers fragt.
Nachtrag:
Auf eine Anfrage, die inzwischen wieder gelöscht ist, kann ich bestätigen, daß beide DVDs auch eine englische Tonspur aufweisen. Sie birgt allerdings ein Problem: Bei zwei von drei Playern, auf die ich Zugriff habe, mußte man den Film erst starten bevor man die Sprachoption ändern konnte.