Aus der Amazon.de-Redaktion
Scorseses anregende Geschichte des amerikanischen Films vermeidet die Zwangsjacke der Chronologie. Obwohl er sich pflichtgemäß vor Edwin S. Porter, D.W. Griffith und Orson Welles verneigt, ist er gleichermaßen an Figuren interessiert, die nicht so sehr im Mittelpunkt stehen, wie die Filmemacher Andre De Toth, Ida Lupino, Sam Fuller und Edgar Ulmer. Er beschreibt sie als "Illusionisten", als "Betrüger", als Schwindler, die es geschafft haben, die Geldgeber hinter das Licht zu führen, sodass sie ihnen das Geld gaben, um ihre Filme zu drehen. Einige arbeiteten in der Sparte der B-Movies, andere machten ihre eigenen faustischen Verträge mit den Studios, indem sie "einen Film für sich und einen Film für das Studio" drehten.
Scorseses Helden sind die Außenseiter, die Filmemacher, die sich an dem so genannten American Dream reiben. Scorsese erzählt eine lebendige, schuldbewusste Vignette von sich selbst als 4-jähriges Kind, das in einem verdunkelten Zuschauerraum sitzt und mit Erstaunen Gregory Peck betrachtet, der in Duell in der Sonne Jennifer Jones überwältigt. Dies war einer der ersten Filme, in den ihn seine Mutter mitnahm. "Die wilde Intensität der Musik, die brennende Sonne, die offensichtliche Sexualität, es scheint, die beiden können ihre Leidenschaft nur vollziehen, wenn sie sich gegenseitig umbringen." Diese Geschichte entbehrt bei Scorsese nicht einer gewissen Ironie, da er einst ernsthaft in Erwägung zog, Priester zu werden, um dann einer von David O. Selznick ins Leben gerufenen Technicolor Komposition zu erliegen, die bereits von der Kirche verdammt worden war. Während Scorsese sich oft wie ein Lehrling anhört, der sich die alten Filme anschaut, um sich Tipps zu holen, die ihm bei seiner eigenen Arbeit helfen, übersieht er jedoch nie die verbotene Freude, die uns das Kino bringt. --Geoffrey Macnab
Video Jakob Kurzinhalt
"... Reise durch den amerikanischen Film" In einer fast vierstündigen Reise führt uns Meisterregiesseur Scorsese seine sehr persönliche, aus dem Erfahrungshorizont des Machers geprägte Filmgeschichte vor. Filme, die sein Leben veränderten und seine Träume colorierten, Filme, die von der schweren Beziehung zwischen Produzent und Regiesseure zeugen: "The bad and the Beautiful" von Vincent Minelli (1952) erhob diese Beziehung zum Filmsujet. Nicht allein die Macht des Produzenten ist charakteristisch für das amerikanische System, auch die Kontrolle der großen Filmstudios - the Five Majors (MGM, Warner Brothers, RKO, Fox, Paramount) - ist ein Kennzeichen amerikanischer Filmgeschichte.