Eins muss man Syd Field, Hollywoods rührigstem Drehbuchguru, lassen: er bleibt sich und seiner Linie treu. Seit Jahren dreht sich seine Theorie eines guten Scripts um drei Akte, zwei Plotpoints und ein paar weitere Begriffe, die er kurz als das "Paradigma eines Drehbuchs" bezeichnet. So lässt sich mit ziemlich ruhigem Gewissen sagen: Hast Du einen Syd Field gelesen, hast Du sie alle gelesen. Die Variation seiner Publikationen liegt weniger im Grundgedanken als mehr in der Präsentationsform - mal ein "Handbuch" für Drehbuchautoren, mal ein checklistenartiger "Problem Solver".
Der vorliegende Band nun versammelt vier detaillierte Script-Analysen von Filmen, die sowohl bei Kritik als auch Publikum als moderne Klassiker der Traumfabrik gelten (THELMA & LOUISE, TERMINATOR 2, SILENCE OF THE LAMBS, DANCE WITH THE WOLVES). An deren Beispiel demonstriert Field die Wirkungskraft seines eigenen Modells und zeigt Stolpersteine beim Verfassen eines Drehbuchs auf. Allerdings halten sich die theoretischen Exkurse sehr in Grenzen. Auch die konkreten Ratschläge für angehende Drehbuchautoren sind so weiträumig verteilt, dass man sie regelrecht zusammensuchen muss. Die Script-Analysen sind als Einstieg in besagte Filme durchaus interessant, nicht zuletzt, weil Field die jeweiligen Drehbuchautoren zu Wort kommen lässt. Sie bleiben jedoch relativ dicht an der Oberfläche und so wird jemand, der sich etwas eingehender mit der Materie beschäftigt hat, kaum etwas Neues lesen beziehungsweise sogar die eingeschränkte Sichtweise des Autors belächeln, der strikt nach Plan analysiert und dabei eindeutige filmische Hinweise, die nicht passen wollen, schlichtweg ignoriert.
Zusammengenommen handelt es sich bei "Filme schreiben" also um einen leicht lesbaren Erlebnisbericht des Autors, in den eine Reihe Insider-Informationen und praxisnahe Tipps eingeflossen sind. Interessant für Einsteiger, Kennern der vier Filme jedoch nicht tiefgehend genug.