Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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46 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
In die Jahre gekommener Klassiker, 6. August 2006
Generationen von Filmschaffenden, Cineasten, Journalisten und Studenten der Medienwissenschaft hat James Monaco mit seinem Buch "Film verstehen" das Sehen beigebracht. Wer Monaco gelesen hat, sieht klarer, versteht genauer, redet bzw schreibt präziser, wenn es um Filme geht. 1977 zum ersten Mal erschienen, liegt das Standardwerk inzwischen in der 6. Auflage Auflage vor. Und doch: Der Klassiker ist trotz Überarbeitung und vielen Erweiterungen in die Jahre gekommen.
Monacos im Vorwort geäußerte These, seit den siebziger Jahren gebe es im Film keine wirklich neuen Tendenzen, darf man mit einem Fragezeichen versehen. In mancherlei Hinsicht hat Monaco den Anschluss an die Gegenwart verloren. Namen wie David Lynch oder Quentin Tarantino kommen im Kapitel über Filmgeschichte schlicht nicht vor. Und das Kapitel "Filmtheorie" endet unter der Überschrift "zeitgenössische Theorie" mit einer Darstellung des semiotischen Ansatzes von Christian Metz. Dessen wichtigste Schriften sind mittlerweile 35 Jahre alt! Namen wie Deleuze oder Bordwell sucht man vergeblich.
Dagegen bieten die Kapitel über Filmtechnik und vor allem über Filmsprache nach wie vor eine hervorragende Einführung ins Metier. Ihretwegen ist der leicht angejahrte Klassiker auch heute noch ohne Alternative für jeden, der sich ernsthaft und intensiv mit Film beschäftigen will,
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24 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Auch Filme angucken will gelernt sein, 8. Juli 2005
Einen Film angucken kann jeder -- das schon. Aber das Medium Film hat seine eigenen Gesetze, die auf den Gegebenheiten des Filmens ebenso beruhen wie auf den Bedingungen, unter denen man einen Film sieht. Die Kunst des Filmemachens besteht nicht zuletzt darin, sich diese Gesetzmäßigkeiten zu Nutze zu machen -- und wer darüber ein wenig Bescheid weiß, hat mehr vom Film, denn er sieht mehr als andere: Man sieht nur, was man weiß. In dieser Hinsicht ist Monacos "Film verstehen" unschlagbar. Besonders das Kapitel "Filmsprache: Zeichen und Syntax" macht den Leser auf nachvollziehbare Weise mit den Besonderheiten der Film"sprache" bekannt, indem er zunächst auf den Begriff "Zeichen" eingeht und anschließend die Merkmale von filmspezifischen Zeichen um Vergleich zu anderen Künsten darlegt. Hernach sieht man Filme mit anderen Augen, soviel steht fest. Aber der Reihe nach: James Monaco legt in "Film verstehen" alles Wissenswerte rund um den Film dar: Zunächst erklärt er "Film als Kunst", wieso der Film eine Kunstform ist, und liefert anschließend eine lesenswerte Gegenüberstellung von Film und anderen Kunstformen. Man erfährt, welche Berührungspunkte und Unterschiede es z.B. zwischen Film und Bildender Kunst, Literatur, Theater, Musik usw. gibt. Im nächsten Kapitel geht es um die Filmtechnik, also um das Handwerkszeug, wenn man so will. Die Erklärungen sind anschaulich, und man erfährt einiges darüber, wie das gewählte "Material" einen Film beeinflussen kann. In "Filmsprache" geht es, wie gesagt, ans Eingemachte, also darum, wie ein Film "funktioniert", und wieso er genau so funktioniert und nicht anders. Es folgen ein knapper, kenntnisreich geschriebener Überblick über die Geschichte des Films, der sich pointiert mit den wichtigsten Entwicklungen auseinandersetzt, und eine Einführung in die Filmtheorie, in der markante Richtungen vorgestellt werden. Abschließend geht es um den Film im Kontext der Kommunikation und um Multimedia. Monacos Einführung bietet jedem etwas, der sich für einen der genannten Aspekte interessiert. Jedes der genannten Kapitel bietet einen guten Überblick über das jeweilige Thema; man kann es als Zusammenfassung von bereits anderweitig Bekanntem nutzen, oder aber auch als ausführliche Einführung ins Thema. Freilich ist kein Thema erschöpfend behandelt, aber das ist auch nicht der Sinn dieser Monographie. Wer mehr wissen will, dem steht eine bemerkenswert ausführliche, thematisch geordnete kommentierte Bibliographie ("Lektüre zum Film") zur Verfügung. Und auch vor unbekannten Fachbegriffen oder gar Fachchinesisch braucht man sich nicht zu fürchten: Das Glossar ("Fachbegriffe") hilft mit i.d.R. gut verständlichen Erklärungen weiter. Personen- und Sachregistersind selbstverständlich auch enthalten. Allerdings hat diese durchweg empfehlenswerte Monographie doch auch einige kleinere Schwächen -- so habe ich den Eindruck, dass Monaco mitunter allzu sehr "ex cathedra" spricht, z.B. wenn er generell verneint, dass man mithilfe von Kameraführung und -perspektive etwas der Ich-Erzählung vergleichbares simulieren könne. Darüber und über einige andere allzu rigorose Feststellungen kann man anderer Meinung sein. Aber schließlich wendet Monaco sich an denkende Leser, sodass dieses Manko so schwer nicht wiegen dürfte. Wichtiger ist ja, dass er die Grundlagen der Filmkunst verständlich mitteilt. Monacos "Film verstehen" ist nicht immer das, was man als "leicht zu lesen" bezeichnet. Je nach Thema und vorwissen des Lesers kann die Lektüre durchaus gesteigerte Konzentration erfordern. Aber es lohnt sich!
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17 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Absolutes Standardwerk !, 29. November 2002
Entgegen einiger Meinungen, die James Monacos "Film verstehen" (warum auch immer) nicht allzuviel abgewinnen können, war und bin ich von diesem Buch seit Beginn meines Filmwissenschafts-studiums begeistert. Das Buch ist vor allem für diejenigen Filmbegeisterten geeignet, die Film als vielschichtiges Medium begreifen lernen wollen und vor allem daran interessiert sind, wie diese unterschiedlichen Bereiche ineinandergreifen. Filmgeschichte kann unmöglich die Bereiche der Ökonomie oder der Ästhetik ausklammern. Film ist ein Phänomen, das auf viele Bereiche des soziologischen, politischen, ökonomischen, technischen, psychologischen Lebens einwirkt. Keine Produktion ohne Rezeption, keine Theorie ohne Praxis. Vor allem das Kapitel über den Film als komplexes Zeichensystem und die Geschichte der Filmtheorie verschaffen den Überblick, den andere Bücher vermissen lassen. Also: auch wenn die Modelle und Diagramme für Laien kompliziert erscheinen, erhellen sie das Phänomen Kino von verschiedensten Seiten und werden diesem dadurch auch gerecht - im Gegensatz zu "sehr einseitigen Möchtegern-Werken" !!!!! Unbedingt zu empfehlen, weil ziemlich unerschöpflich!
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