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34
3,4 von 5 Sternen
Film Riss: der etwas andere Frankfurter Roman
Format: TaschenbuchÄndern
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14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Der Erzähler dieser Geschichte verdient seine Kohle als Dating-Coach. Aber die Geschäfte laufen schlecht. Denn warum sollen ungesund ernährte Banker in Frankfurt einen Kokser dafür löhnen, dass er ihnen vormacht, wie sie Frauen herumkriegen, mit ihnen zu vögeln, wenn sie auch gleich dafür bezahlen können?

Nicht nur die ohnehin öde Kundschaft bleibt weg, auch das eigene Dasein entgleitet zunehmend der Selbstkontrolle. Die Tage sind kurz und dienen dazu, die Lebenssäfte mit Alkohol und Drogen zu verdünnen. Wenn es dunkel wird, treibt es ihn in Frankfurter Clubs, zu bekannten oder unbekannten Frauen, mit denen er einen kurzen Höhepunkt erlebt. Oft auf dem Herrenklo. Dieser atmosphärische Hintergrund scheint seinem ohnehin geschundenen besten Freund die letzte Standkraft zu nehmen.

Nun könnte man meinen, die ganze eigentlich tragische Geschichte, die damit noch nicht einmal angefangen hat, würde schlechte Laune beim Lesen bereiten. Aber so ist es nicht. Ganz im Gegenteil. Selbst Beschreibungen körperlichen Verfalls kommen mit einer fröhlichen Selbstironie und einer solch treffenden Milieubeschreibung herüber, dass man fast geneigt ist, die Tragik des Geschehens zu verdrängen.

In Wirklichkeit aber spielt sich ein Drama ab. Weil sich der Erzähler seiner Leere wenigstens im tiefen Inneren bewusst ist, legt er sich auch mit anderen an. Er braucht Reibung, denn sie erzeugt Wärme und das Gefühl, irgendwer zu sein. Doch sie provoziert auch Gegenreaktionen und zieht andere mit in ein Geschehen, zu dem sie eigentlich nicht gehören.

Der Stöpsel ist gezogen, das Leben entrinnt ins Nichts. Eines Tages erwacht der Erzähler nach einer seiner erinnerungsleeren Nächte im Bett einer Bekannten. Für die angeblichen Taten dieser Nacht bezahlt ein anderer Mensch. Und das löst eine Kettenreaktion aus. Nicht nur der Film der letzten Nacht ist gerissen. Auch der des Lebens.

Vielleicht schockiert dieses Buch den einen oder anderen bürgerlichen Leser. Hier schreibt keiner, der anderen erklären möchte, wie das Leben sein sollte, sondern hier berichtet einer, wie es irgendwo in Frankfurt sein kann. Und das ziemlich überzeugend, spannend und sehr direkt. So, wie man es bisher vielleicht noch nicht gelesen hat.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 21. Dezember 2014
„Film Riss“ ist anders: extrem und provokant, eindringlich und ironisch. Anders eben, aber auf eine Art und Weise, die einen mitnimmt, packt und nachdenklich macht. Auf eine andere Art, wie man es bisweilen gewohnt ist.

Der Roman steigt direkt mit dem titelgebenden Filmriss ein. Der Protagonist, ein Middreißiger der sein Geld als Datingcoach verdient, erwacht eines Morgens in einer ihm unbekannten Wohnung - verwirrt, betrunken und blutverschmiert. Was passiert ist und wie er hier her gekommen ist, weiß er nicht mehr, was letzte Nacht geschah, ist wie ausgelöscht. Doch auch seine Umgebung ist verändert, von ihm abgewandt, so jedenfalls seine Wahrnehmung. Auch die Gerüchte die aufkommen, lassen ihn spüren, dass irgendetwas anders ist als sonst. Was es damit auf sich hat und wer diese Gerüchte gestreut hat, kann er sich nicht erklären und auch seine Bemühungen diesen Anschuldigungen nachzugehen, laufen ins Leere. Die Ungewissheit, dass alle wissen was er getan haben soll, nur er nicht, lässt ihn paranoid werden. Als er wenige Tage später nachts auch noch überfallen und bezichtigt wird, jemanden vergewaltigt zu haben, ist ihm klar, dass die Sache ernst ist. Die Suche nach der Wahrheit lässt ihn aus seinem Selbst entgleiten. Er fängt an, an seiner Selbstwahrnehmung zu zweifeln, verliert zusehends die Kontrolle über sich selbst und den Glauben daran, zu so einer Tat nicht fähig zu sein. Als dann noch Sina, seine platonische Freundin, mit in die Sache reingezogen wird, gibt es für ihn kein Halten mehr…

Die Handlung des Romans hat mich ehrlich gesagt nicht gänzlich überzeugt, eindrucksvolle Momente und Wendungen werden einem hier nicht wirklich geboten. An manchen Stellen auch etwas schwer zugänglich. Allerdings gelingt es dem Autor durch sein besonderes Gespür für Stimmung und Atmosphäre dem Ganzen eine besondere Tiefe zu verleihen und den Leser so mitzureißen. Sein eindringlicher Schreibstil fesselt und macht es einem schwer, das Buch beiseite legen zu können. Besonders hervorzuheben ist auch, dass es dem Autor gelungen ist, das Innenleben des Protagonisten glaubwürdig zu zeichnen und den innerlichen Konflikt mit sich selbst und seinen Mitmenschen so authentisch darzustellen, dass sich der Leser in das verkommene Leben des Protagonisten einfühlen kann und den inneren Kampf, der geführt wird, mitkämpfen will.

Als etwas störend habe ich auch die immer wieder einkehrenden Musikpassagen empfunden, die der Story zwar eine persönliche Note verleihen, den Lesefluss jedoch häufig unterbrechen. Dieses Stilmittel hat seine Wirkung auf mich nicht vollkommen entfalten können, wobei ich dazu sagen muss, dass dies natürlich auch daran liegen könnte, dass es überwiegend keine Musik ist, die ich präferiere.

Alles in allem und trotz einiger Kritikpunkte ist das Buch den Kauf in jedem Fall wert gewesen und definitiv weiterzuempfehlen. Eine eindringliche Geschichte, so realitätsnah und andererseits so schockierend, dass man es kaum fassen kann.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 24. September 2014
Der Roman „Film Riss“ ist eindeutig zu empfehlen, wegen des außergewöhnlichen Zusammenspiels von Spannung und Humor. Obwohl man ab und zu ein wenig den Faden verliert, da sowohl Geschichten aus der Gegenwart, als auch aus der Vergangenheit miteinander verschmelzen, gehört dieses Buch nun zu meinen unterhaltsamsten Top 10. Auf gerade mal 169 Seiten, wurde ein größeres Gefühlschaos in mir hervorgerufen, als in manch dickeren Büchern. Mit diesem Buch an meiner Seite konnte ich sowohl Trauer und Ekel, als auch Freude und Mitgefühl verspüren.
Ein wenig übertrieben erschien mir die Selbstjustiz und das Bewahren der Männlichkeit durch den Protagonisten. Dies könnte jedoch daran liegen, dass ich nicht zur männlichen Zielgruppe gehöre. Nichtsdestotrotz ist dieser Roman auch für weibliche Leser geeignet.
Fakt ist, dass es sehr viele verschiedene Gründe gibt, sich das Buch zu kaufen und ich dieses mit gutem Gewissen weiterempfehlen kann.
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Fangen wir positiv an: Der Autor hat seine Momente und auch seine Wortwitz und einige verdrehte Gedanken sind streckenweise amüsant.

Leider ist das Buch in seiner Gesamtheit höchstens mäßig. Die Story ist dünn und bietet keine nennenswerten Wendungen. Die Gewaltausbrüche kommen weder sonderlich realistisch rüber, noch sind sie schockierend. Wo in American Psycho die brachialen Aktionen eine Message transportieren sollen, dienen sie hier nur, um ein hoffentlich aufsehenerregendes, reißerisches Ende zu erschaffen.

Weiterhin fand ich die immer wieder einfließenden Musikpassagen und Huldigungen der Bands eher nervig. Auch ich liebe Peter Steele und Type O Negative und diverse andere Bands, die dem Autor am Herzen liegen. Will ich allerdings Abhandlungen zu den Bands lesen, kaufe ich mir ein Musikmagazin.

Genauso scheinen seine literarischen Vorbilder viel zu deutlich durch: Bukowski, Easton Ellis, Irvine Welsh, John Niven, Airen, Palahniuk und ein wenig Stuckrad-Barre Hochnäsigkeit. Teilweise fühlte ich mich auch an Christoph Strasser erinnert, der eine ähnliche Schiene fährt, aber wesentlich sympathischer rüberkommt.

Nicht die schlechtesten Vorbilder und auch das Genre der Gossenliteratur könnte neue Schmutzfinken gut gebrauchen. Hier geht die Mischung meiner Meinung nach aber leider nicht auf, zuviel scheinbar Autobiographisches wurde mit einer nichtssagenden Story verstrickt, die man schnell wieder vergisst

Antipathie ist ein weiteres Problem des Protagonisten, der anscheinend stark an den Autor angelehnt ist, wenn ich mir mal grob den Lebenslauf von Kolja Alexander Bonke anschaue.

Ich habe der vernebelten, arroganten Hauptfigur das meiste ihm widerfahrende Unheil gegönnt. Wo die kaputten Figuren von Welsh dem Leser trotz aller Fehler ans Herz wachsen, fühlt man sich hier von einem psychotischen Halbjunkie mit Sixpack belehrt, der mit seinem Leben nicht klarkommt, aber weise Ratschläge verteilt. Wenn das im Sinne des Erfinders lag, dann ist ja gut, glaube aber nicht, dass es beabsichtigt war.

Fazit: Tut weh, einen unbekannten Autor zu verreißen, daher tue ich das mal nicht. Mittelmäßigkeit ist leider nicht besser. Auch wenn einige Kritikpunkte vielleicht etwas hart rüberkommen, würde ich trotzdem ein weiteres Buch von Bonke in die Hand nehmen, denn Potenzial hat er.
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 27. August 2012
Tach zusammen,

ich habe schon lange keine Rezension mehr hier auf Amazon geschrieben,
aber bei diesem Buch sehe ich mich dazu genötigt - weil es einfach sehr gut ist.

Bin auf das Buch und den Autor erst durch twitter aufmerksam geworden,
hierfür erst mal Gratulation zum gelungenen Web 2.0 Auftritt & Vermarktung. ;)

Jetzt aber zum Buch selbst: Mir gefällt sehr gut die Geschwindigkeit in der die Geschichte erzählt wird.
Kein elendes dahindümpeln oder ellenlange Umschreibungen - das geht alles Zack, zack und weiter.
Die Sprache bzw. die Umschreibungen von Dingen ist wirklich gelungen und hat mich oft laut lachen lassen.
Die Geschichte selber ist wirklich gelungen und in meinen Augen auch glaubhaft,
vielleicht nicht bis in alle Details, aber ich habe bei vielen Stellen schmunzeln müssen und an alte Zeiten gedacht.

Bis auf - und jetzt kommt das ABER, weshalb ich auch nur vier anstatt der vollen fünf Sterne vergeben habe.
Bis auf das Ende der Geschichte, denn hier habe ich einfach mehr bzw. etwas anderes erwartet.
Jetzt bitte nicht falsch verstehen, es ist kein schlecht geschriebenes Ende, aber ich hatte auf irgendeine "spektakuläre" Wendung gehofft.

Auch hätten 100 Seiten mehr Inhalt dem Lesespaß sicher nicht geschadet,
denn leider war das Lesevergnügen bei nur 160 Seiten schon nach einem Nachmittag vorbei. Aber besser kurz & knackig...

Auch noch ein Lob für den günstigen kindle-Preis,
bei dem man ganze 50% gegenüber dem gebundenen Taschenbuch spart.
Da sollten sich die anderen Autoren und Verlage mal ne Scheibe von abschneiden.

Kann den Roman nur wärmstens weiterempfehlen
und weiß auch jetzt schon das ich ihn bei Gelegenheit an Freunde verschenken werde.
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8 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 17. April 2012
...dass ich diesen Autor so "früh" entdeckt habe. Ich habe das Buch in einem durchgelesen, konnte mich nicht mehr trennen von meinem iPhone und hoffe sehr auf weitere Bücher. Daher auch das "schade", wenn es nämlich bereits weitere Bücher von ihm geben würde, könnte ich nun erneut abtauchen in diese wundervolle, dreckige, bestialische und doch berührende Welt des Autors. Ich war sehr gefesselt von den Worten, konnte mich einfach nicht losreißen und obwohl ich das Werk schon vor einigen Tagen gelesenen habe, erwische ich mich noch immer, wie ich irgendwo zwischen seinen Worten hänge und darüber sinniere, inwiefern all das wohl Fiktion bzw. Wahrheit ist. Von mir aus hätte das Buch gern noch ein paar hundert Seiten mehr haben können.
Fazit: Der Kauf lohnt sich meiner Meinung nach auf jeden Fall und ich hoffe inständig auf weitere Bücher des Autors!
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9 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 15. März 2012
Meine erste Assoziation mit dem Titel hatte mit einem Hollywood-Blockbuster zu tun, in dem vier Vollidioten in Las Vegas des Nachts Vollidiotisches erleben und sich am nächsten Morgen mit einem Filmriss vor vollendeten Tatsachen wieder finden, die noch mehr Vollidiotisches erfordern.

Auch in Film Riss kommt dem Erzähler - Held und Antiheld zugleich - ein Stück Nacht abhanden. Das war es aber dann auch schon an Parallelen. (Glück gehabt.)
Zunächst erscheint dieser Zustand dem selbst nicht wenig problembehafteten Dating-Coach weder speziell, noch besonders bedenklich; Party und Drogenexzesse im Frankfurter Nachtleben sind schließlich kein Ausnahmezustand, sondern Programm. Konflikte, sofern sie Aussicht auf eine vernünftige Schlägerei bieten, werden nicht vermieden, sondern durch fachgerechtes Pöbeln provoziert. Da schläft man schon mal an fremden Orten ein. Egal.

Und dann ist da Sina, die nicht egal ist.
Und die den Preis für eine fehlende Erinnerung bezahlt, die nicht ihre eigene ist.
Darauf gibt es nur eine Antwort ohne Alternativen.

Film Riss ist eine Geschichte über Rache, Gewalt und tiefe Zuneigung. Das Buch auf die ewigen großen Themen zu reduzieren, wäre jedoch eine nicht vertretbare Untertreibung.

Zahlreiche Einschübe und gedankliche Monologe sorgen für eine einzigartige Bandbreite an Erzählkunst, von rasant kommentierten Grundschulfußballbegegnungen über unverhohlene Verehrungsbekundungen für ausgewählte Größen der Hardcore-Musikszene bis zu schmerzhaft plastisch geschilderten Horror-Zahnarztbehandlungen und Drogentrips, die nach dem Lesen glatt als selbst erlebt durchgehen.

Zwischen Party und verzweifelten Racheplänen wird unterwegs noch fix ein Löwenmädchen domptiert und ein durch eine freche Krähe geklautes Kräuterpäckchen zurückerobert, ein misogyner Drecksack verprügelt und auch sonst allerhand Verwegenes angestellt.

Dann ist da noch die Ex, von der sich unser Held selbst nach Jahren nicht lösen kann und mag.

Dank grandios bildhafter Sprache, knochentrocken-düsterem Humor und einem komplexen Protagonisten, der auch in den unerhörtesten Momenten glaubhaft bleibt, ein fantastisches Lesevergnügen. Ob das trotz oder wegen der teils heftigen Gewaltdarstellung so ist, liegt wohl im Auge des Betrachters.

Wer jetzt auch noch wissen will, welche Rollen eine dicke Hummel, ein Silberfisch und eine Mäusefamilie spielen, sollte auf die Lektüre keinesfalls verzichten.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 30. August 2013
Habe selten ein so heftiges Buch gelesen - normalerweise lese ich sanftere. Aber ich hab es gekauft als es kostenlos angeboten wurde und war neugierig.
Das Buch war packend und spannend geschrieben (das hätte eigentlich 5 Sterne verdient), ging mir aber bei dieser Thematik viel zu tief und war zu realitätsnah und da ich einfach kein Verständnis für diese Kerle habe gibt es am Ende 3.
Trotz allem ist es ein Buch, das man so schnell nicht vergisst und das einem noch lange nachdenken lässt.
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3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Film Riss nimmt kein Blatt vor den Mund – und das hat es auch nicht nötig. Obwohl stellenweise ein lapidarer Witz den nächsten jagt, fügt es sich nur zu gut in das Gesamtbild des vom Leben ernüchterten Protagonisten ein. Ein ernüchternder, selbstironischer Trip zwischen Drogen und Selbsterkenntnis, auf der allgegenwärtigen Suche nach dem eigentlichen Sinn. Unangenehm tiefe Einblicke treffen dabei auf gnadenlos ehrliche Sätze.

In dreizehn, teils bittersüßen, teils bösen und immer absolut ehrlichen Kapiteln erzählt er von der absoluten Verbitterung bis hin zu einem einzigen Aufbäumen gegen die Belanglosigkeit des Lebens. Die Parallelen zu Fight Club, Crank und 39,90 sind für mich ziemlich offensichtlich. Und interessanterweise sprangen mir beim Lesen Stellen entgegen, die mich an Den Traumdetektiv von Michael Marshall Smith erinnerten, ein halbes Leben lang mein absolutes Lieblingsbuch.

Datingberater von Beruf, aber längst ohne Bezug mehr zu echten, menschlichen Beziehungen, so erwacht der Erzähler eines Tages aus dem titelgebenden Filmriss. Der Bewusstseinsnebel manifestiert sich bald zu der schlimmsten anzunehmenden Befürchtung: Etwas ist passiert und jeder weiß es außer ihm.
Doch dabei bleibt es nicht, noch wesentlich Schlimmeres lauert in der Erinnerungslücke und bald befindet sich der Protagonist auf einer Hetzjagd nach der wahren Geschichte. Was ihm zur Last gelegt wird, ist ein nicht verdaubarer Brocken. Doch er kratzt seinen letzten Funken Selbstwahrnehmung zusammen, das kleine bisschen, das ihn noch an sich selbst glauben lässt und daran, dass er sowas nie getan haben könnte.

Überraschend bricht das Bild vom verbitterten Gefühlskrüppel als Sina auftaucht, die er, schön belegt mit einer kleinen Freudschen Analyse, über alle Maßen und Frauen hinaus glorifiziert. Da weht etwas durch die Seiten, das man nicht erwartet hätte. Weil es das Leben manchmal einfach nicht gut meint, gerät Sina bald in die Schusslinie und die Verfolgungsjagd mutiert zum exzessiven Rachelauf.

Oft kurz und knapp, aber fast immer sprachlich versiert. Ein Erstling, dem man einige “Debütantenfehler” schnell verzeiht. Nicht nach meinem Geschmack war nur die Anhäufung von Filmverweisen und Songzitate, zugegebenermaßen eine coole Auswahl, doch die Erzählung wäre auch gut ohne klargekommen.

Ja, was ihr da vor euch habt, ist definitiv polarisierend. So sehr, dass ich nicht einmal sicher bin, wem ich das Buch empfehlen kann und wem nicht. Es ist: ein Monolog, der niemand unberührt lassen wird, der sich hineintraut. Deshalb: Lest es selbst, seid schockiert, seid fasziniert. Die Nacht, die ich mir damit um die Ohren gehauen habe, war es mindestens wert.
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5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 13. Juli 2012
Ein Roman ohne Atempause und trotzdem mit Hintersinn, habe ihn - wie offenischtlich auch andere vor mir - in einem Rutsch gelesen.
Hervorragend geschrieben, spannend, lustig, ironisch, verzweifelt, kämpferisch...
Und obwohl nicht gerade viel Schönes passiert, fühlt man sich am Ende irgendwie getröstet!

Inhalt und Stil sind absolut originell und schwer mit anderen Autoren vergleichbar - habe mich beim Lesen manchmal an Christian Kracht, dann an Heinz Strunk und dann seltsamerweise an den männlichen Helden aus "Zwei an einem Tag" erinnert...

Eine Frage beantwortet aber auch dieses Buch nicht: Ist Jörg Kachelmann nun schuldig oder nicht?
Aber vielleicht das nächste Werk dieses Autors!
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