Es gibt diese Zeiten in denen man einfach eine neue Lieblings-CD braucht. Sie sollte gut, professionell, ruhiger, aber nicht depressiv sein. Und dann entdeckt man das Debüt von Amphibic und denkt sich nur „Wow! Perfect timing!" Bereits nach wenigen Sekunden Geigenklängen erkennt man, dass es sich hier weder um durchschnittlichen Rockpop noch um Klassik handelt. Die Lieder versöhnen Violine und typische Bandbesetzung zu einem unglaublich harmonischen Hörerlebnis. Es ist aber weit entfernt von flachem Easylistening-Zeug. Die Musik und Texte sind intensiv und bewegend, aber nie störend. Kein Instrument dominiert, sie bilden ein perfekt ausgeglichenes Ganzes.
Meine Anspeiltipps sind das überaus bewegende, ja fast Tränen in die Augen treibende „Can you take me home", der Klassiker „Dear Caffeine" und das aussagekräftig starke „Play no more". Neal Hoffmann vermittelt mit seiner bemerkenswert wandelbaren Stimme auf unpathetische Art Weisheiten, Lebens- und Liebeskummer. Doch trotz allem hinterlässt „Film in my head" das Gefühl, dass es ertragbar und okay ist wie es ist. Alles in allem ein überraschend guter Mix, in jeder Hinsicht!